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Der Trainer griff selbst mit ein

Mit reaktiviertem Mayer: Neun Mühldorfer 1:3 in Freiburgs Hexenkessel

Freiburgs Malachi Murch (links) war kaum zu halten.
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Freiburgs Malachi Murch (links) war kaum zu halten.

Ohne Punkte mussten die Zweitliga-Volleyballer des TSV Mühldorf die Reise zurück aus dem Breisgau antreten. In Freiburg verlor die ersatzgeschwächte Truppe mit 1:3. Im Hexenkessel half selbst der Einsatz des reaktivierten Trainers Michi Mayer nicht.

Freiburg – Die Partie hatte was: Nur zu Neunt war der Tross des TSV Mühldorf am Samstag in den Breisgau gereist, um sich beim FT 1844 Freiburg für die 2:3-Schmach aus dem Hinspiel zu revanchieren. Bis unmittelbar vor der Partie hatten die Mühldorfer sich nicht in die Karten schauen lassen, wie sie denn gegen die Tabellenfünften auflaufen werden. Dass dann Michi Mayer als Spielertrainer in der Startformation stand, überraschte dann aber alle.

Leo Tille zündete wie eine Rakete

Das war aber nicht die einzige taktische Überraschung an diesem Tag. Kilian Nennhuber war wegen eines Aufnahmetests für ein Auslandssemester nicht mit von der Partie. Damit fehlte den Mühldorfern der etatmäßige Libero. Mayer – der kurzfristig für den verletzten Chefcoach Heiko Roth als Spielertrainer eingesprungen war – setzte als Alternative auf Leo Tille. Und der zündete wie eine Rakete, wurde am Ende der Partie dann auch zurecht zum MVP gewählt. Denn gleich zu Beginn des ersten Satzes überzeugte der ehemalige Erstliga-Spieler mit absolut präzisen Annahmen, stand in der Abwehr stets goldrichtig und zeigte auch Zuspielerqualitäten. Das war auch wichtig für den Verlauf des ersten Durchgangs, nachdem die Mühldorfer schlecht aus den Startlöchern gekommen waren und zur ersten technischen Auszeit schon mit 6:8 im Hintertreffen lagen. Doch der TSV zog gleich (9:9), nicht zuletzt deswegen, weil Fabian Bartsch und Tom Brandstetter brachial aufgeschlagen haben. Freiburg war also gefordert, konnte aber in der Annahme um den gewohnt starken Jonathan Schönhagen gut dem Druck der Mühldorfer standhalten.

Umstrittene Entscheidung gegen Mühldorf

Stets waren die Gastgeber im Vorteil (13:16), doch Mühldorf blieb am Ball (16:16). Knackpunkt war eine Situation kurz vor der Crunchtime, als Schiedsrichter Victor Dragos Fortu einen Power Tip von Mittelblocker Paul Gehringer als „geführt“ ahndete. Statt 17:17 stand es plötzlich 16:18. Nicht die einzige umstrittene Entscheidung gegen die Mühldorfer Mannschaft. Gegen eine fast fehlerfrei aufspielende Freiburger Mannschaft war dies aber nicht mehr zu kompensieren. Einen 16:20-Rückstand konnte Mühldorf zwar noch auf 22:23 verkürzen. Doch am Ende setzte Freiburg den Hut drauf (25:22), weil der frisch eingewechselte Lorenz Rudolf seinen Aufschlag gut platziert im Mühldorfer Hinterfeld schlug – als Ass.

Hinterfeldangriff brachte Punkte

Auch im zweiten Satz blieb Freiburg dominierend, zumal Zuspieler Sebastian Dinges sich diesmal voll und ganz auf einen konsequent effektiv angreifenden Diagonalspieler Malachi Murch verlassen konnte. Spielte er über die Mitte zu, dann fanden die Bälle von Fredrik Frisch immer ihr Ziel. Freiburg vernachlässigte den Bock auf Mühldorfs Diagonalen Michi Mayer, der beim 15:16 Platz machte für Charles Kahn. Dooch als Mayer beim 17:17 wieder aufs Spielfeld kam, musste Freiburg einsehen, dass man den Altstar im Mühldorfer Team nicht unterschätzen darf. Mühldorf ging mit 20:17 in Front, auch weil Bartsch und Tom Brandstetter immer wieder mit dem Hinterfeldangriff, dem „Pipe“, einen Punktgewinn landeten. Freiburgs schluderte bei den Aufschlägen, konnte auch die Phalanx in der Abwehr nicht halten. Verdient ging der Durchgang an Mühldorf (25:22).

Freiburg fängt sich wieder

Im dritten Satz hatten sich die Freiburger wieder gefangen, blockte beherzt die Angriffe der Mühldorfer (6:9). Libero Leo Tille hatten die Freiburger immer mehr aus dem Spiel genommen. Konsequent verteidigten die Gastgeber ihren Vier-Punkte-Vorsprung, vom 12:16 bis zum 16:20. Mühldorf wehrte sich mit weiterhin starken Aufschlägen von Bartsch und Brandstetter. Der angeschlagene Juro Petrusic sollte bei 17:23 neuen Schwung ins Mühldorfer Team bringen, doch der Wechel kam dafür zu spät (19:25).

Mühldorfer Aufbäumen unterdrückt

Petrusic, frisch von Corona genesen, aber merklich nicht fit, blieb auf dem Spielfeld, konnte dann auch tatsächlich nicht das Ruder rumreißen. Mayer reagierte schon nach einem 7:9-Rückstand und brachte in der Mitte Charles Kahn für den an diesem Tag insgesamt farblosen Paul Gehringer. Dann zwei völlig missglückte Annahmen von Fabian Bartsch, die Freiburg auf 11:15 davonziehen ließen. Nun wechselte sich Mayer selbst für Petrusic ein, um den Spielfluss der Freiburger zu stören. Mit in der Folge je drei Aus- und Rückwechslungen versuchte wiederum Freiburgs Trainer Jakob Schönhagen das Aufbäumen der Mühldorfer zu unterdrücken und seinerzeit neuen Schwung ins Team zu bringen. Tatsächlich machte Mühldorf keinen Stich mehr. Erst mit Mayer am Aufschlag konnte Mühldorf auf 20:21 verkürzen. Doch die frenetisch anfeuernden Freiburger Fans standen ihrer Mannschaft weiterhin lautstark zur Seite, trugen im Hexenkessel zu Freiburg ihr Team lautstark zum Sieg (23:25).

Bedauern nach dem Spiel bei Mühldorfs MVP Leo Tille: „Es war ein relativ knappes Spiel. Wir hatten mal eine perfekte Annahme, mal einen perfekten Angriff, aber zwischendurch einfach zu viele Fehler. Und das zu den ungünstigsten Zeitpunkten. Und am Ende gewinnt dann eben die Mannschaft mit den wenigsten Fehlern!“

Dritte Niederlage in Folge

Die Folge: Freiburg schiebt sich durch den dreifachen Punktgewinn vor auf Platz drei, während Mühldorf nach drei Niederlagen in Folge weiterhin auf Platz neun verharrt. Allerdings schmilzt der Vorsprung gegenüber den Verfolgern kontinuierlich. Hinter Mühldorf lauert der punktgleiche VC Dresden auf Rang zehn, danach folgen Friedrichshafen mit 19 Zählern, Leipzig (16), Mainz (11) und Grafing (10). Wiedergutmachung soll am nächsten Wochenende erfolgen, wenn Mühldorf wieder zu Hause aufschlägt. Am Samstag um 19 Uhr kommt der VC Gotha in die Nutz-Arena nach Mühldorf, aktuell Siebter mit 30 Punkten.enk