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Mit Max Eberl und Didi Hamann bei der U20 WM

Mit dem Fahrrad zur Schule: Ex-Profi Burghartswieser ist heute Lehrer in Stephanskirchen

Als Kapitän von Wacker Burghausen 2002 im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus (links Markus Feldhoff, Mitte Vasile Miriuta) und Manfred Burghartswieser bei 1860 Rosenheim in der Landesliga Süd als Spielertrainer.
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Als Kapitän von Wacker Burghausen 2002 im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus (links Markus Feldhoff, Mitte Vasile Miriuta) und Manfred Burghartswieser bei 1860 Rosenheim in der Landesliga Süd als Spielertrainer.
  • VonDirk Meier
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Er trainierte unter Hermann Gerland beim FC Bayern München, spielte 1993 mit Max Eberl und Didi Hamann bei der U20 WM, war Spieler und Trainer bei 1860 Rosenheim. Heute ist der 48-jährige Ex-Profi Manfred Burghartswieser Lehrer in Stephanskirchen.

Rosenheim/Burghausen – Sportlich betrachtet hat Manfred Burghartswieser (48) eine bewegte Karriere als Fußballer hinter sich. Der gebürtige Traunsteiner hat es hinauf bis in die 2. Liga geschafft. Nach dem FC Bayern München II und dem TSV 1860 München folgten zwei Stationen zu je vier Jahren beim FC Augsburg und beim SV Wacker Burghausen. Ab 2010 lief der defensive Mittelfeldspieler dann für den TSV 1860 Rosenheim zunächst als Spieler und dann als Spielertrainer auf. Bei den Sechzigern beendete der Oberbayer seine aktive Laufbahn, wurde Trainer und führe den Verein 2009 als Landesliga-Meister in die Bayernliga. Seine letzte Station war 2012/13 der SB Rosenheim in der Bayernliga Süd. Heute beschäftigen den 48-Jährigen viele andere Sportprojekte.

Einen Job bei einem Fußballverein hat Manfred Burghartswieser schon lange nicht mehr: „Hin und wieder kommen aber Angebote. Doch ich habe inzwischen beruflich, mit der Familie und privat ein ganz anderes Spektrum. Da ist mir der Aufwand zeitlich nicht mehr möglich. Daher habe ich in den letzten Jahren allen Anfragen eine Absage erteilt“, sagt Burghartswieser, in Traunstein geboren wurde und in Stein an der Traun aufgewachsen.

Als er nach seiner Zeit beim TSV Stein-St. Georgen als B-Jugendlicher zum TSV 1860 München wechselte, musste er allerhand Fahrtaufwand akzeptieren: „Ich bin mit dem Bus von Stein nach Traunstein gefahren und dann mit dem Zug nach München – und das drei bis vier Mal pro Woche“ blickt er zurück. Nach zwei Jahren, als er das letzte U19-Jahr unter Hermann Gerland beim FC Bayern München spielte, wohnte Burghartswieser in München und machte dort auch sein Abitur. Er blieb noch zwei Jahre bei den Amateuren des FC Bayern, damals in der Bayernliga.

„Eine tolle Zeit und ich habe viel gesehen

Unvergessen für ihn sind in dieser Zeit die Spiele in der U20- und U21-Nationalmannschaft. Er debütierte am 8. Dezember 1992 in Krefeld im Nationaltrikot der U20 beim 1:2 gegen Dänemark. Burghartswieser bestritt sechs weitere Länderspiele, drei davon im März 1993 bei der U20-WM in Australien. Auf einen 1:0-Sieg gegen Portugal folgte ein 2:2 gegen Ghana und eine 1:2-Pleite gegen Uruguay, womit der Einzug in die Finalrunde knapp verpasst wurde.

Mit im Kader standen unter anderem Dietmar Hamann, Max Eberl, Carsten Ramelow, André Breitenreiter und Torsten Lieberknecht. Burghartswieser spielte 1994 noch zweimal für die deutsche U21: Am 19. April unterlag er mit dieser in Ankara mit 0:1 gegen die Türkei und am 6. September in Moskau mit 0:2 gegen Russland. „Das war natürlich eine tolle Zeit, da habe ich viel gesehen.“

Heute Lehrer in Stephanskirchen

Der Mittelfeldspieler befand sich lange im Zwiespalt, ob er das Studium der Sportwissenschaft zugunsten des Profifußballs aufgeben sollte. „Heute bin ich froh, dass ich das durchgezogen habe.“ Denn Burghartswieser studierte im Anschluss noch auf Lehramt Mittelschule mit den Fächern Sport, Mathematik, Biologie und Chemie und arbeitet heute an der Otfried-Preußler-Mittelschule in Stephanskirchen.

Aufstieg mit Burghausen der größte Erfolg

Trotz der Belastung an der Uni hatte sich Burghartswieser sportlich weiterentwickelt. Nach zwei Jahren bei den Amateuren des FC Bayern wechselte er 1994 für ein Jahr zu den Profis des TSV 1860 München in die Bundesliga unter Trainer Werner Lorant. Danach ging’s zum FC Augsburg in die Regionalliga Süd (damals 3. Liga). Dort spielte er vier Jahre und brachte es auf 101 Drittliga-Spiele mit acht Toren. 1999 holte ihn Kurt Niedermayer zum SV Wacker Burghausen in die Regionalliga Süd.

Sein größter Erfolg war 2002 der Aufstieg mit Burghausen in die 2. Liga, als Burghartswieser auch Kapitän war und nach einem Jahr 2. Liga seine Profi-Laufbahn beendete. Beim SV Wacker war er 91 Mal im Einsatz und erzielte vier Treffer. Für ganz nach oben hat es nicht gereicht, Burghartswieser merkt selbstkritisch an: „Weil ich dazu nicht gut genug war.“

2003 einen Schlussstrich gezogen

Durch die viele Fahrerei, das Leben als Profi, nebenbei das Studium und die zeitliche Belastung war Burghartswieser ausgebrannt und zog 2003 einen Schlussstrich. Aber ganz konnte er vom Fußball nicht lassen und wechselte zum damaligen Landesligisten TSV 1860 Rosenheim, wo er sich im Herbst 2006 eine schwere Verletzung zuzog. Schien- und Wadenbein gebrochen und das Sprunggelenk war in Mitleidenschaft gezogen. „Ich habe fast ein Jahr pausieren müssen.“

Nach seiner Verletzung machte ihn der damalige Rosenheimer Klubchef Hans Klinger zum Spielertrainer. „Zuerst habe ich aber gar nicht gespielt, es lief auch ohne mich gut.“ Nach Rang acht in der ersten Saison ging es im zweiten Jahr steil nach oben, die Sechziger wurden Landesliga-Meister und stiegen in die Bayernliga auf.

„Beim Sportbund hatte ich eine tolle Truppe“

Dort lief es zu Beginn sehr gut, doch Anfang 2010, als Rosenheim siebenmal in Folge sieglos blieb, wurde er von seinen Aufgaben entbunden. „Wir hatten in der Wintervorbereitung alle Spiele gewonnen. Aber dann lief es plötzlich nicht mehr. Ich kann aber ohne Groll darauf zurückblicken, denn das Fußball-Geschäft ist eben so.“ Nach einer Pause griff Burghartswieser noch einmal beim Nachbarn SB DJK Rosenheim an. In der Bayernliga Süd belegte das Team am Ende den zwölften Platz. „ Beim Sportbund hatte ich eine tolle Truppe und es hat mir da genauso viel Spaß gemacht wie bei Sechzig Rosenheim“, sagt Burghartswieser, der trotzdem im Sommer 2013 nach einer Saison Schluss machte.

Arbeitsplatz praktisch vor der Haustüre

Burghartswieser lebt mit Frau und drei Kindern in Högering und hat mit dem Fahrrad nur zwei Kilometer zur Schule in Stephanskirchen zu fahren. „Nach den vielen Jahren mit sehr viel Fahrerei genieße ich es sehr, dass ich meinen Arbeitsplatz praktisch vor der Haustüre habe.“

Tennis, Garteln, Alpenüberquerung

Eines seiner Hobbys: „Ich bin begnadeter Gärtner.“ Hin und wieder nimmt der ehemalige Rosenheimer Trainer den Tennisschläger in die Hand und spielt beim SV Schloßberg-Stephanskirchen : „Ich spiele aber nicht mehr so intensiv, weil das ganz schön auf die Gelenke geht und ich damit Probleme bekomme.“ In den letzten Jahren hat er das Radfahren für sich entdeckt: „Ich fahre viel mit dem Mountainbike, weil das gelenkschonender ist. 2020 habe ich eine Alpenüberquerung gemacht.“

Mit Fußball hat Burghartswieser immer noch zu tun – beruflich. „Ich organisiere im Landkreis und der Stadt Rosenheim die Schulsport-Wettbewerbe ‚Jugend trainiert für Olympia‘ und leite da den Arbeitskreis Sport. Das macht mir sehr viel Spaß.“ Zudem gibt Burghartswieser neben seinen Unterrichtsstunden auch noch Fortbildungen für Sportlehrer. Hin und wieder schaut er noch bei seinen beiden Rosenheimer Ex-Klubs vorbei. Ansonsten stehen die eigenen Sportprojekte im Vordergrund.

Manfred Burghartswieser mit dem Eispokal, den 1860 Rosenheim für den Aufstieg in die Bayernliga erhielt. Auf dem Bild rechts Burghartswieser als Trainer beim SB Rosenheim.

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