Damen-Basketball

Mit Auszeichnung bestanden: Wasserburger Trainerin Sidney Parsons überzeugt die Prüfer

Wasserburgs Trainerin Sidney Parsons mit der Urkunde zur A-Trainerlizenz.
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Wasserburgs Trainerin Sidney Parsons mit der Urkunde zur A-Trainerlizenz.

Psychologie, Medizin, Leichtathletik, Umgang mit Medien. Was sich liest wie ein für jedermann sinnvolles Studium Generale, sind Lehrgangsinhalte zur Erlangung der A-Lizenz für Basketballtrainer beim Deutschen Basketball-Bund. Die Damen-Bundesligatrainerin beim TSV Wasserburg und Co-Trainerin der Damen-Nationalmannschaft, Sidney Parsons, hat diesen Lehrgang mit ihrer Abschlussprüfung mit Auszeichnung abgeschlossen.

Wasserburg– Doch bis dahin war es ein anstrengender Weg: Zugangsvoraussetzung ist in der Regel die gesamte Kaskade von D- über C- und B-Lizenz. Aufgrund ihrer sechs Jahre Profi-Erfahrung, unter anderem in Australien, wurde Parsons eine Sonderzulassung zugestanden. 2019 erwarb sie zudem die B-Lizenz als Basketballtrainerin. Und nun die A-Lizenz.

Der eigentliche Lehrgang in der Sportschule Steinbach im Baden-Badener Rebland erstreckte sich über neun Tage. Täglich wurden für drei bis vier Stunden neben anderen Fächern Psychologie, Medizin, Taktik, Coachen und Umgang mit Medien unterrichtet; und das natürlich auf Deutsch.

Unterhält man sich mit der Amerikanerin aus Arizona mit familiären Wurzeln in Bayern, scheint das nicht unbedingt problematisch zu sein. Die Power-Point-Präsentation über ein Basketballthema, die sie vor der Klasse halten musste, habe sie auch noch direkt auf Deutsch zusammengestellt. Aber das 25 Seiten starke „Buch“, wie sie sagt, in dem sie ihre Spielphilosophie beschreiben musste, und warum sie überhaupt coachen möchte, hätte sie dann doch erst auf Englisch formuliert. Die Übersetzung auf Deutsch sei jedoch „gar nicht so einfach gewesen, „weil bei einer Übersetzung schnell die eigentliche Intention verloren ginge“, so Parsons.

Hospitanz beim Bundestrainer

Um zu den Prüfungen überhaupt zugelassen zu werden, musste Parsons bei zehn Trainern, die über eine A-Lizenz verfügen, hospitieren und Probetrainings absolvieren – und das innerhalb von maximal zwei Jahren! Dies tat sie dann auch im Corona-Jahr 2020 über ganz Deutschland verteilt, unter anderem auch beim Trainer der deutschen Herren-Nationalmannschaft, Henrik Rödl.

Bedenkt man den Zeitaufwand des Lehrgangs und Parsons Funktionen als Co-Nationaltrainerin, Nationaltrainerin der U20-Damen und Bundesligatrainerin beim TSV Wasserburg, sei ihr die corona-bedingte verringerte Termindichte dabei sehr entgegengekommen. Die Prüfung in Heidelberg bestand dann aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Sie musste zwei Trainingseinheiten zu je 15 Minuten mit einer kurzen Vorbereitungszeit abhalten, wobei ihre Taktik zu zwei Themen erkennbar sein musste. Üblicherweise werden einem dafür Spielerinnen zur Verfügung gestellt. Aufgrund der Corona-Hygieneregeln allerdings waren die Prüflinge gleichzeitig füreinander Trainer und Spieler. „Das war doppelt anstrengend“, wie Parsons erwähnt.

„Ich habe versucht, mein Bestes zu geben“

Drei Prüfer befragten sie schließlich im theoretischen Teil zu Pick-and-Roll-Defence, dem Lösen von Spielsituationen, was Adenosintriphosphat sei und zu Psychologie und Krafttraining. Normalerweise wird einem nur gesagt, „ob man bestanden hat oder nicht“, so Parsons. Ihr jedoch hätte man vorsichtig angedeutet, dass es sein könne, dass sie für ihren Abschluss geehrt werden könnte. Und so geschah es auch: Sie erhielt eine Ehrung für die mit Auszeichnung bestandene A-Trainer-Lizenz! „Ich habe versucht, mein Bestes zu geben; und das schien wohl ganz gut gewesen zu sein“, merkt Sidney Parsons bescheiden an.

Sie habe bei der Ausbildung einiges gelernt und es sei auch wichtig für ihre persönliche Weiterentwicklung gewesen. Sie könne den Lehrgang sehr empfehlen. Darüber hinaus ist von der Damen-Basketball-Bundesliga angedacht, diese Ausbildung künftig verpflichtend für Bundesligatrainer zu machen, was Parsons unbedingt unterstützt. (ms)

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