PORTRÄT DER WOCHE: GÜNTHER GRÜBL

Mister Buchbach

Günther Grübl nach einem großen Sieg: Im November letzten Jahres nach dem 3:2-Sieg gegen die kleinen Bayern herzt der Abteilungsleiter Doppeltorschützen Maxi Bauer.  mb
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Günther Grübl nach einem großen Sieg: Im November letzten Jahres nach dem 3:2-Sieg gegen die kleinen Bayern herzt der Abteilungsleiter Doppeltorschützen Maxi Bauer. mb

Helmut Kohl war Bundeskanzler, Michael Schuhmacher debütierte in der Formel 1 und der 1. FC Kaiserlautern feierte die deutsche Fußball-Meisterschaft. Weit ab von großen Ereignissen übernahm 1991 ein junger Mann namens Günther Grübl die Leitung der Fußball-Abteilung beim TSV Buchbach, der gerade in die C-Klasse abgestiegen war. 25 Jahre später ist der damals 31-Jährige immer noch Abteilungsleiter der Rot-Weißen. Eine Erfolgsgeschichte.

„Ich war damals selber noch Spieler in Weidenbach, als Albert Kerbl auf mich zukam und mich fragte, ob ich das Amt übernehmen wolle. Auch einige Spieler aus Buchbach haben mich gedrängt, das zu machen“, erinnert sich Grübl, der sich daraufhin ein Konzept zurecht gelegt hat: „Ich habe dann gleich die zweite Mannschaft abgemeldet – das war eine meiner ersten Amtshandlungen nach der Wahl. Ein Jahr später haben wir die Reserve unter anderen Voraussetzungen wieder angemeldet. Vor unpopulären Maßnahmen habe ich mich nie gescheut, wenn ich überzeugt war, dass sie richtig für den Verein sei.“ Die Weggefährten der ersten Stunde haben Grübl über viele Jahre begleitet und sind größtenteils, wenn auch in veränderter Position, noch heute mit an Bord: Erwin Bierofka war Schriftführer, Leonard Werner Stellvertreter, Wolfgang Bauer Schatzmeister und bis 2016 Marketingleiter, Martin Hanslmeier Leiter der Werbegesellschaft und der damalige Mannschaftskapitän Georg Hanslmaier ist heute noch Zweiter Abteilungsleiter. „Wir waren ja damals wirklich nicht auf Rosen gebettet und ohne meine zuverlässigen Kollegen hätte ich keine Chance gehabt“, denkt der Abteilungsleiter an schöne und weniger gute Zeiten zurück: „Uns ist beileibe nichts in den Schoß gefallen.“

Sieben Spielklassen haben die Buchbacher unter Führung von Grübl in wenigen Jahren überwunden, in den Anfangsjahren einen Deutschen Rekord von 75 ungeschlagenen Spielen aufgestellt und je höher der Verein kletterte, umso klarer erschien es: Mehr geht nicht! Grübl: „Als wir erstmalig in der Kreisliga waren, haben wir dann auch eine Stadionzeitung gemacht. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie alle Spieler dabei waren, um die einzelnen Blätter zu falten und zu heften. Dieser Zusammenhalt, das Miteinander war immer schon unsere Stärke.“

Nach zwei Jahren Kreisliga gelang 1999 der Sprung in die Bezirksliga Ost, spätestens zu diesem Zeitpunkt schien das Ende der Fahnenstange endgültig erreicht. Doch der Buchbacher Weg war noch längst nicht zu Ende. Trainer Anton Bobenstetter kehrte nach einem Jahr beim TSV Ampfing zurück und nach einem nicht für möglich gehaltenen Siegeszug durch die damalige Bezirksoberliga fand sich der TSV Buchbach 2004 plötzlich in der Landesliga wieder, vier Jahre später ging es rauf in die Bayernliga und seit 2012 ist Buchbach in Liga vier. Bobenstetter war nur beim Sprung von der Landes- in die Bayernliga nicht dabei, alle anderen Aufstiege gingen auf sein Konto. Grübl: „Wir sind als Kinder zusammen aufgewachsen. Wir sind Freunde und arbeiten gleichzeitig seit 17 Jahren zusammen für den TSV Buchbach. Das ist nicht normal im Fußball, aber das ist auch ein Garant für unseren Erfolg.“ Apropos Rückendeckung. „Der größte Dank in all den Jahren gehört meiner Frau Rosmarie. Sie hat mir immer den Rücken frei gehalten. Man darf ja nicht vergessen, dass das alles nicht so einfach ist, wenn man vier kleine Kinder zu Hause hat, Haus baut und noch gleichzeitig die Meisterschule macht. Der Gedanke, dass ich mal pausieren müsste, um das alles bewältigen zu können, ist mir aber nie gekommen.“

Geben und nehmen – mit diesem Motto ist der Buchbacher Abteilungsleiter in all den Jahren gut gefahren. „Jeder kennt meinen Spruch, dass bei uns die Putzfrau genauso wichtig ist wie der Präsident, die Trainer oder der Kapitän.

All diese Tugenden versucht Grübl vorzuleben: „Wichtig ist, dass man an seinen Leitlinien festhält. Man wird ja nicht als Abteilungsleiter geboren. Aber man lernt dazu, man reift als Mensch und Persönlichkeit, man erlebt Enttäuschungen, aber auch viel Freude und Herzlichkeit. Vielleicht sind die letzten 25 Jahre deswegen so schnell vergangenen. Ich bin mir sicher, dass ich dem Fußball viel gegeben habe, aber noch mehr hat der Fußball mir gegeben.“

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