Mindestens ein Sieg in zwei Spielen: Bei den Mühldorfern greift ein neuer Mittelblocker an

Zweimal Heimspiel, beide Male aber leider ohne Zuschauer: Für die Mühldorfer – im Block Zied Chalghmi und David Fecko (von links) – geht es am Samstag gegen den Tabellenzweiten aus Mimmenhausen (17.30 Uhr), am Sonntag kommen die Youngsters aus Friedrichshafen. Beide Spiele werden per Livestream in die Wohnzimmer der Fans übertragen.
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Zweimal Heimspiel, beide Male aber leider ohne Zuschauer: Für die Mühldorfer – im Block Zied Chalghmi und David Fecko (von links) – geht es am Samstag gegen den Tabellenzweiten aus Mimmenhausen (17.30 Uhr), am Sonntag kommen die Youngsters aus Friedrichshafen. Beide Spiele werden per Livestream in die Wohnzimmer der Fans übertragen.

Zweimal sind die Zweitliga-Volleyballer aus Mühldorf am Wochenende gefordert. Zu Hause geht es am Samstag gegen den TSV Mimmenhausen (17.30 Uhr), am Sonntag kommen die Youngsters aus Friedrichshafen (16 Uhr). Die Spiele finden ohne Zuschauer statt, so bringt der TSV Mühldorf die Spiele ins Wohnzimmer

Mühldorf – Ein Wochenende, zwei Spiele: Der TSV Mühldorf muss Einiges aufholen, nachdem eine corona-bedingte Zwangspause den Spielplan in der 2. Volleyball-Bundesliga über den Haufen geworfen hatte. Nach zweiwöchiger Quarantäne war das Comeback der Mühldorfer Mannschaft vergangene Woche gegen die L. E. Volleys aus Leipzig eher ernüchternd, mit 1:3 waren die Mannen um Trainer Michi Mayer unter die Räder gekommen. Jetzt ist Wiedergutmachung gesagt, wenn am Samstag mit dem TSV Mimmenhausen der bislang ungeschlagene Tabellenzweite in Mühldorfs Mittelschulturnhalle aufschlägt (Beginn 17.30 Uhr). Am Sonntag dann kommen die Volley Youngsters aus Friedrichshafen an den Inn, dabei handelt es sich die Junior-Mannschaft des 13-fachen Deutschen Meisters, die bislang noch keinen Sieg in der 2. Bundesliga verbuchen konnte (16 Uhr).

Gegen einen der besten deutschen Spieler in den vergangenen 20 Jahren

Trainer Michi Mayer sieht den beiden Aufgaben gelassen entgegen. Der Mühldorfer Trainer macht sich keine Illusionen darüber, dass der Aufsteiger aus der Innstadt als krasser Außenseiter in die Partie gegen Mimmenhausen geht. Federico Cipollone, Zuspieler beim Tabellenzweiten, gilt als einer der besten Spielmacher der Liga. In den bisher bestrittenen acht Partien wurde der 1,84 Meter große 26-Jährige drei Mal als bester Spieler ausgezeichnet. Und Spielertrainer Christian Pampel, einst Weltklasse-Diagonalspieler, den kennt Michi Mayer noch aus seiner Zeit in der Nationalmannschaft. „Einer der besten deutschen Volleyballer der vergangenen 20 Jahre. Ein Vollprofi, auch noch mit 41 Jahren! Ich freu mich auf ein Wiedersehen.“ Der Allrounder, so erinnert sich Mayer, kann auf jeder Position spielen, und das in einer Mannschaft, die Mayer für die beste der Liga hält.

Die Tabellenzweiten lieben den Nervenkitzel

Wer sich die bisherigen Partien der Mimmenhausener ansieht, stellt fest: Die Tabellenzweiten mögen den Nervenkitzel. Zwar haben sie alle ihre Partien bisher gewonnen. Zuletzt aber machten sie es jedes Mal spannend. Gegen Dresden, gegen Karlsruhe und Hammelburg gingen die Mimmenhausener über die volle Distanz, holten sich am Ende dann aber stets verdient die Siegpunkte. Bemerkenswert: Mimmenhausen ist keine großgewachsene Truppe, nur ein Spieler kratzt an der 2-Meter-Marke, und das ist Diagonalspieler Benedikt Waldinger, der gegen Friedrichshafen sogar die MVP-Ehrung erhalten hatte. Es ist die ausgewogene Mischung zwischen älteren routinierten Spielern und jungen Talenten, die ein homogenes Zweitliga-Team ausmachen.

Knallharte Aufschläge als Ansage von Trainer Michi Mayer

Mühldorf wird seinen Schwerpunkt einmal mehr auf risikoreiche und knallharte Aufschläge setzen. Daraus macht Michi Mayer keinen Hehl. Zuletzt, gegen Leipzig, war diese Rechnung nicht aufgegangen. Der Trainingsrückstand hatte sich negativ auf die Präzision der Aufschläge ausgewirkt, wie auch Trainer Michi Mayer nach dem Spiel vor einer Woche feststellen musste.

Tom Brandstetter mit einer herausragenden Quote bei den Aufschlägen

Immerhin: Ein Blick auf die Statistik des letzten Spiel zeigt deutlich auf, dass sich die Punktgewinne auf alle Spieler verteilen, Mühldorf ist nicht mehr abhängig von einem Leistungsträger, der die komplette Mannschaft mitzutragen hat. Waren es zuletzt Kilian Nennhuber als nervenstarker Libero oder Zied Chalghmi mit bärenstarken Annahmen, hatte im Spiel gegen Leipzig Kapitän Tom Brandstetter die Lorbeeren des besten Spielers eingeheimst. Fast 60 Prozent Positivquote seiner Annahmen sprechen für sich.

Michi Mayer spricht von der komfortablen Situation des Außenseiters, wenn es am Samstag gegen Mimmenhausen geht. Komfortabel deswegen. „Wir können ohne Druck aufspielen. Das kann uns zugutekommen, wir wollen befreit aufspielen. Wenn es zum Sieg reichen sollte, soll uns das nur recht sein.“

Pflichtsieg gegen die Youngsters aus Friedrichshafen

Sein weiteres Augenmerk legt der Mühldorfer Trainer auf das Spiel am Sonntag, wenn es gegen die Youngsters aus Friedrichshafen geht (Beginn 16 Uhr). „Da brauchen wir uns nichts vormachen: Wenn wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben wollen, müssen wir natürlich Gegend den Tabellenletzten gewinnen!“ Eine bemerkenswerte Truppe ist das, die da am Sonntag nach Mühldorf kommt. Kein Spieler älter als 19 Jahre. Kaum einer, der kleiner als 1,90 Meter ist. Herausragend: Mittelblocker Lennart Heckel mit seinen 2,06 Metern Größe.

Neuer Mittelblocker in Mühldorf an Bord: Jonathan Helm

Hilfe bekommen die Mühldorfer von einem neuen Mittelblocker, der seit dieser Woche mit den Mühldorfern trainiert. Jonathan Helm aus Amberg, 17 Jahre jung, und Schüler des Volleyball-Internats in München, könnte bereits an diesem Wochenende seinen ersten Einsatz für Mühldorf haben. „Er spielt eigentlich 3. Liga. Da die Liga aber wegen Corona gerade ausgesetzt ist, hat er derzeit keine Spielpraxis. Die soll er nun über ein Zweitspielrecht in Mühldorf erhalten“, erklärt Mayer.

Co-Trainer Sepp Wolf hatte den Kontakt zu dem Jugendspieler hergestellt, Mayer schwärmt von einem athletischen, kräftigen, groß gewachsenen Volleyballer, der das Spiel die Mühldorfer durchaus bereichern kann.

Spiele können im Livestream verfolgt werden

Für beide Spiele gilt: Geisterkulisse. Wegen der Corona-Pandemie sind keine Zuschauer erlaubt. Auf Volleyballgenuss verzichten müssen aber die Fans beider Seiten nicht. Der TSV Mühldorf wird das Spiel via Livestream auf dem Portal www.sporttotal.tv übertragen. „Uns gehen pro Spieltag knapp 1000 Euro an Einnahmen flöten“, klagt Abteilungsleiter Stefan Bartsch über die eklatanten Einbußen, die der TSV wegen der Pandemie hinnehmen muss. Der Livestream, ist zwar kostenlos. Wer aber möchte, kann die Volleyballabteilung via Paypal unterstützen, indem er über den Link paypal.me/muehldorfvolleyball ein „digitales Eintrittsgeld“ zahlt, damit zumindest die Unkosten für die Live-Übertragung gedeckt werden können.

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