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Vor dem Auswärtsspiel gegen Hammelburg

Michi Mayer zum Start der Mühldorfer Volleyballer und wen er mit den fünf „Kleinen“ meint

Im vergangenen Jahr hat Michi Mayer (Bildmitte) zwischendrin mal Anzug gegen Trikot gewechselt. Nachdem acht Spieler ausgefallen waren, sorgte er als Diagonalspieler gegen Freiburg für Furore.
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Im vergangenen Jahr hat Michi Mayer (Bildmitte) zwischendrin mal Anzug gegen Trikot gewechselt. Nachdem acht Spieler ausgefallen waren, sorgte er als Diagonalspieler gegen Freiburg für Furore.

Neuer Trainer, neue Saison, umgekrempelter Kader, viele neue und junge Spieler – auf die Mühldorfer Volleyballer warten in der 2. Bundesliga eine spannende Saison. Deshalb geht Trainer Michi Mayer optimistisch an die neue Aufgabe heran.

Mühldorf  – Vier Stunden Autofahrt sind am heutigen Samstag angesagt, wenn die Mühldorfer Volleyballer die neue Saison in der 2. Bundesliga einläuten. Zum TV/DJK Hammelburg geht die Reise, der in der vergangenen Saison auf einem sehr guten fünften Platz gelandet war. Mühldorf hatte seine zweite Bundesliga-Saison als Tabellenachter beendet, hat in diesem Jahr einen großen Umbruch zu schultern, will aber auch im dritten Jahr in Deutschlands zweithöchster Spielklasse so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wie das gehen soll, erklärt der neue Mann auf der Trainerbank des TSV Mühldorf im aktuellen Interview mit den OVB-Heimatzeitungen: Michi Mayer (42) einst Spieler und auch schon Trainer. Er beerbt Heiko Roth als Chef-Coach.

Herr Mayer, willkommen zurück auf der Trainerbank. Was hat Sie bewogen, sich erneut dieser Aufgabe zu stellen?

Michi Mayer: Naja, prinzipiell ist Volleyball tatsächlich das, was ich am besten kann. Da kann ich nicht stillhalten. Nachdem bekannt geworden ist, dass die Mannschaft total umgekrempelt wird und gleich fünf Youngsters - neben Fritz Vähning auch James Feuchtgruber, Moritz Wöls, Maxi Himsl und Felix Schinko - in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga mitmischen werden, klang das nach einer herausfordernden Aufgabe, der ich mich gerne stellen will. Ich glaube, dass es sehr interessant werden wird mit den fünf „Kleinen“. Das wird eine spannende Sache mit dem Umbau.

Wie stark schätzen Sie denn das Mühldorfer Team ein?

Mayer: Im Moment ist die Mannschaft etwas schwächer aufgestellt als vor zwei Jahren und vergangenes Jahr. Wobei man auch betonen muss, dass der TSV Mühldorf mit den beiden Unterhachingern Paul Gehringer und Juro Petrusic zwei sehr gute Spieler im Kader hatten, die allerdings nur bis zum Ende zur Verfügung gestanden haben. Vor zwei Jahren waren es Tobi Besenböck und Luis Grossmann, die dem Team ganz gut zu Gesicht gestanden haben und die natürlich schon im vergangenen Jahr gefehlt haben. Einen Umbruch führt aber die Tatsache herbei, dass Spieler ihr Studium beendet haben und nun zu arbeiten beginnen, wie das etwa bei Alex Brandstetter der Fall ist. Da kann es schon sein, dass sich auch der Trainingsaufwand zwangsläufig reduziert. Man darf nicht vergessen: Wir sind alle keine Profis! Die 2. Bundesliga läuft quasi neben Schule und Beruf.

Wie ist grundsätzlich die Stimmung im Team? Worauf kann man sich denn freuen?

Mayer: Fabian Bartsch und Tom Brandstetter performen hervorragend im Training, die beiden sind die Stützen im Team. Deshalb fürchte ich mich auch nicht, wenn wir am Samstag nach Hammelburg fahren. Auch auf Kilian Nennhuber und Fritz Vähning, der nach einer langwierigen Knieverletzung wieder topfit ist, kann man sich freuen.

Welche Rolle werden denn die Neuzugänge spielen? Da hat der TSV Mühldorf mit Lauritz Jastrow und Jeremy-Jay Krogull-Hull gleich zwei Namen präsentiert.

Mayer: Lauritz Jastrow kommt vom Drittligisten Niederviehbach zu uns, ist 21 Jahre, und wird erfahrungstechnisch noch keine so große Rolle spielen. Der muss an das Niveau der 2. Bundesliga erst einmal herangeführt werden. Er verfügt über eine unglaubliche Athletik, wird gefordert sein, weil er mittelfristig in der Mitte David Fecko ersetzen muss. Dieser hat Familie, ist beruflich sehr eingespannt und muss damit trainingstechnisch kürzertreten. Jeremy-Jay Krogull-Hull ist 29 Jahre alt und bringt mit seinen 2,01 Metern beste Voraussetzungen für den Volleyballsport mit. Aber auch er muss an das Niveau der Liga herangeführt werden. Leider hat er derzeit mit Rückenproblemen zu kämpfen. Das hemmt ihn.

Ein neues Gesicht gibt es neben Ihnen mit Sebastian Dollinger auf der Trainerbank, sein Ruf als hervorragender Beachvolleybaler eilt ihm voraus. Wird er in Mühldorf mehr Co-Trainer oder Spieler sein?

Mayer: In der derzeitigen Verfassung wird er sicher nicht als Spieler agieren. Natürlich, wenn es brennen sollte, Not am Mann ist, dann können wir beide uns fit machen und aushelfen. Aber wir haben viel versprechende Alternativen, gerade über die Diagonalposition mit Kilian Nennhuber, Fritz Vähning und James Feuchtgruber. Sie müssen uns zeigen: Wir brauchen keinen Mayer und keinen Dollinger auf dem Spielfeld!

Wobei, ganz ehrlich: Jucken tut es einem Michi Mayer doch immer noch in den Fingern, oder? Ich erinnere an das glorreiche Spiel letzte Saison in Freiburg...

Mayer: In der Tat. Dieses Spiel hat mir eine Riesenfreude bereitet. Als 41-Jähriger auf das Spielfeld zu treten und zehn Punkte zu holen. Das hat Spaß gemacht, für mein Ego war das sehr wichtig (lacht). Man darf aber nicht vergessen: Ich hab das nicht getan, weil ich da gerade Lust dazu hatte. Damals hatten wir verletzungs- und coronabedingt gleich acht Ausfälle. Ich hoffe, dass sich das in dieser Saison nicht wiederholt. Auf der anderen Seite: In zwei Wochen spiele ich die Weltmeisterschaft der Ü40 in Spanien. Ich wäre fit, wenn es nötig sein sollte.

Wie sieht denn die Zielsetzung für die Saison 2022/23 aus?

Mayer: Wir sind wie gesagt im Umbruch und spielen voll gegen den Abstieg. Ich denke aber, dass eine Platzierung zwischen 8 und 10 drin sein sollte. Es ist uns zwei Jahre gut gelungen, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. In diesem Jahr sind wir nicht so stark, es wird also auf jeden Fall spannend.

Welche Mannschaft zählen Sie zum engsten Favoritenkreis in der Liga?

Mayer: Der Meister aus Karlsruhe wird auch in diesem Jahr ganz oben mitspielen, davon bin ich überzeugt, die sind richtig gut. Aber auch der Aufsteiger aus Dachau ist sehr gut. Die stehen seit 14 Wochen in der Vorbereitung und haben sich eine Menge vorgenommen.

Wo sehen Sie denn im Team der Mühldorfer die Stärken? Wo die Schwächen?

Mayer: Der Aufschlag ist zweifelsohne unsere große Stärke, aber auch die Angriffe über Rückraum-Mitte, und unser schnelles Spiel. Zu den Schwächen muss ich sagen, dass wir in dieser Saison keinen festen Libero haben. Kilian Nennhuber, der das in den vergangenen Jahren hervorragend gemacht hat, will angreifen, was ich auch verstehen kann. Bei Hauke Ferch ist es ähnlich. Wir werden das wohl von Spiel zu Spiel lösen. Das Problem, dass aber ohne festen Libero einhergeht: Der Annahmeriegel wird in dieser Saison nicht so stabil sein, wie er sein sollte.

Neuzugang aus Niederbayern: Lauritz Jastrow soll über die Mitte helfen.

Dagegen hat Mühldorf auf der Zuspielerposition ein Luxusproblem, oder?

Mayer: Mit einem Alex Brandstetter im Team sind wir in der 2. Bundesliga sehr gut ausgestattet. Mal sehen, wie er die Doppelbelastung mit Volleyball und Beruf unter einen Hut bringen kann. Leo Tille steht als hochklassiges Backup zur Verfügung. Aber der arbeitet in seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner auch als Pflasterer - mal sehen, wie sich das verträgt. Und dann haben wir mit dem erst 16-jährigen Felix Schinko ein Riesentalent in den Startlöchern. Ihn sehe ich ganz klar in der 2. Bundesliga, wenn auch noch nicht jetzt in der Bundesligasaison 2022/23.

Zum Schluss noch ein Tipp: Wie endet das Spiel morgen in Hammelburg?

Mayer: Wir gewinnen 3:1.

enk

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