Michael Pritzl und Florian Spötzl: Das Laufen ist ihre Passion

Florian Spötzl (links) und Michael Pritzl (rechts) nach ihrem Marathon in Amsterdam.

Die Leichtathletik ist längst eine der ältesten Sportarten. Speziell der Laufsport bietet längst ein breites Spektrum für Wettkampf-Athleten, leistungsorientierte Freizeitläufer oder auch Jogger. Michael Pritzl aus Rosenheim und Florian Spötzl aus Griesstätt sind schon lange von einem ganz besonderen Virus infiziert: Beide bestreiten Wettkämpfe für den PTSV Rosenheim und sind immer bestrebt, schnelle Zeiten zu laufen, ganz weit vorne dabei zu sein und natürlich den Spaß am Sport im Team zu genießen.

Rosenheim– Die Wege der beiden Sportler führte sie aus ganz unterschiedlichen Pfaden zum speziellen Laufen. Florian Spötzl nimmt seit 2012 an Laufveranstaltungen teil. „Gelaufen bin ich vorher schon, aber nur als Ergänzung zum Fußballtraining“, so der Systemingenieur. Beim SV/DJK Griesstätt war er in der Kreisklasse und -liga als linker Mittelfeldspieler aktiv. 2015 beendete er seine Fußball-Karriere und fokussierte sich auf leistungsorientiertes Laufen.

Michael Pritzl sagt, dass „ich ja sehr sportlich erzogen worden bin“. Mit fünf Jahren feierte er sein Leichtathletik-Debüt beim SB/DJK Rosenheim als Dreikämpfer und war auch alpiner Ski-Rennfahrer. Ab dem 13. Lebensjahr startete für den TSV 1860 Rosenheim und wechselte ein Jahr später in die Laufgruppe. Mit 15 beendete er seine Karriere auf den Skiern und konzentrierte sich auf den Laufsport auf der Mittelstrecke, Langstrecke und im Hindernislauf – so mancher bayerische Meistertitel zählt zu seinen Erfolgen. Seit 2016 startet er für den PTSV Rosenheim. Den Fokus richtet der amtierende Rosenheimer Stadtmeister mittlerweile auf die 10-Kilometer-Strecke und den Halbmarathon.

Der Marathon als Traum eines jeden Läufers

Aber genau eine Sache ist längst der Traum eines jeden Läufers: Der 42,195 Kilometer lange Marathon – und diese „Königsdisziplin“ erfordert mehr als nur intensives Training. Die beiden erfahrenen Läufer planten, gemeinsam einen Marathon zu absolvieren. Als Ziel setzten sie sich den Weltklasse-Marathon in Valencia im Juli, doch hier waren keine Startplätze mehr frei. Deshalb fiel die Wahl dann auf den ebenbürtigen Amsterdam-Marathon im Herbst. „Das Rennen war gleichzeitig mein Debüt auf dieser Distanz. Gefühlt hatte im Verein bei uns schon jeder seine Erfahrungen gemacht, deshalb war es natürlich auch für mich ein Ansporn“, verriet Pritzl, der im heimischen Betrieb als Fahrzeuglackierermeister arbeitet. Spötzl war schon bei großen Läufen bislang am Start: 2016 schenkte ihm seine Frau einen Startplatz beim Marathon in Berlin, hinzu kam 2017 der Marathon in Frankfurt und 2018 nochmals Berlin. „Berlin ist ein Marathon, wo gefühlt die ganze Stadt an der Strecke steht und anfeuert – und bei knapp einer Million Zuschauer gibt es keine einsamen Abschnitte“, weiß Spötzl.

Intensive Vorbereitungen

Aber Amsterdam war eben auch für ihn sehr verlockend, denn mit 17 500 Läufern aus 100 Nationen war Spaß garantiert. Das Marathon-Abenteuer entwickelte sich allerdings nicht so ganz einfach, denn wer diese 42,195 Kilometer bestreiten will, muss definitiv schon im Training „alles geben“. Pritzl: „ Insgesamt hab ich mich fast zehn Wochen intensiv vorbereitet.“ Seine Wochenumfänge musste er auf knapp 110 Kilometer einschränken, denn mehr war für ihn aus beruflichen Gründen nicht machbar. „Mein Hauptziel war, überhaupt ins Ziel zu kommen. Ich wollte eine Zeit von 2:35 Stunden anpeilen“, so der 25-Jährige. Spötzls Vorbereitung verlief mit 95 bis 115 gelaufenen Kilometern pro Woche in sechs Einheiten als gut trainierten Athlet „muskelkaterfrei“. Hinzu kamen bei dem 33-Jährigen noch knapp zwei Kräftigungseinheiten sowie ein Mobilitätstraining pro Woche.

Bayerische Spitzenzeiten gelaufen

Begeistert von den Erlebnissen beim Marathon in Amsterdam gingen die sportlichen Ziele der beiden PTSV-Läufer übrigens nahezu voll auf. Sehr zufrieden zeigte sich Pritzl: Er lief am Ende unter den 13 494 Finishern auf den 111. Gesamtplatz mit 2.38:08 Stunden. Nach seinem Lauf durch Amsterdam freute sich auch Spötzl: Mit dem 197. Gesamtrang und 2.43:39 Stunden war er genau in seinem Soll und eine schöne Lauferfahrung reicher. Immerhin belegten sie mit ihren Leistungen Platzierungen in der bayerischen Top-30-Liste – und das als nicht-renommierte Marathon-Läufer.

Aktuell ist eine höhere Disziplin notwendig

Aktuell ist im Zuge der Coronavirus-Krise der Laufsport bei den beiden Athleten ein wenig anders als zu normalen Zeiten. Spötzl: „Laufen geht zum Glück alleine – da haben Teamsportler einen Nachteil.“ Das Verbot des gemeinsamen Trainings auf der Bahn beim Sportbund „beeinflusst uns schon, denn die Tempoprogramme oder lange Läufe sind in der Gruppe schöner“. Alleine muss er nun eine höhere Disziplin an den Tag legen. Pritzl vermisst ebenfalls die ganze Mannschaft seiner Laufkollegen. „Das geht mir schon sehr ab, denn auch unser Ostertrainingslager wurde gestrichen, ebenso wie die darauffolgenden Wettkämpfe. Momentan geht es bei uns Läufern eher darum, die Form einigermaßen halten zu können.“ stl

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