Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Siegsdorfer hat spannendes Jahr hinter sich

„Mein Karrierehöhepunkt“ – Daniel Bichlmann über den Gesamtsieg der Tour de Faso

Gezeichnet von den Strapazen der Tour de Faso, aber überglücklich: Der Siegsdorfer Radprofi Daniel Bichlmann. Privat
+
Gezeichnet von den Strapazen der Tour de Faso, aber überglücklich: Der Siegsdorfer Radprofi Daniel Bichlmann.

Der Siegsdorfer Radprofi Daniel Bichlmann hat mit 2021 ein spannendes Jahr hinter sich gebracht. Im Mittelpunkt steht dabei der Gesamtsieg bei der Tour de Faso, „das war mein Karriere-Highlight schlechthin“, so Bichlmann.

Burkina Faso – Die Trophäe steht prominent auf dem Kaminsockel, das Gelbe Trikot hängt gleich im Eingangsbereich seiner Wohnung: Als Gastfahrer für das Schweizer Team Kibag-Obor-CKT ist Daniel Bichlmann bei der Tour de Faso in Westafrika der ganz große Wurf gelungen. „Das war mein Karriere-Highlight schlechthin“, blickt der Radprofi aus Siegsdorf stolz zurück. „Es ist schwer vorstellbar, dass da noch mehr kommen wird.“

Für Bichlmann war das Jahr 2021 aber auch aus einem anderen Grund noch sehr aufregend: Nach vielen erfolgreichen Jahren für das Team Bike Aid nahm er sportlich eine neue Herausforderung an und trägt nun das Trikot der Maloja Pushbikers. Bichlmann ist auch nach wie vor Mitglied seines Heimatvereins RSV Traunstein ist.

„Insgesamt war es ein spannendes Jahr für mich“, sagt Bichlmann, der bei den Pushbikers auch als Roadkapitän agiert. „Ich durfte wieder viel Neues erleben“, sagt er.

Start in Burkina Faso kam überraschend

Der Zufall führte dabei Regie, dass der erfahrene Radprofi in Faso am Start gestanden ist. Mit Dominik Merseburg kontaktierte ihn Wochen vor dem Rennen ein befreundeter Radfahrer. Er erinnerte sich daran, dass Bichlmann schon einmal vor Jahren bei dieser Rundfahrt gestartet war und wollte wissen, ob es das Rennen wert sei, all die Strapazen auf sich zu nehmen.

Bichlmann musste nicht lange überlegen. Er wies Merseburg zwar darauf hin, dass es unter Umständen mit der Verpflegung und den Unterkünften in Westafrika nicht immer ganz so leicht sei. „Aber am Ende habe ich ihm gesagt: ‚Ich würde es auf jedenfalls machen‘.“ Weil beim Schweizer Team dann ein weiterer Fahrer kurzfristig passen musste, kam Daniel Bichlmann plötzlich selber ins Spiel – und er sagte spontan für die Rundfahrt zu, nachdem ihm die Puskbikers die Freigabe dafür sofort erteilt hatten.

„Super Vorbereitung“

Was dem Siegsdorfer, der jetzt in Salzburg wohnt, dabei zugutekam, war die Tatsache, dass er mit den Pushbikers im Herbst mehrere Rundfahrten bestritten hatte. „Ich hatte damit eine super Vorbereitung auf Faso“, sagt er.

Bei der zehntägigen Rundfahrt übernahm der Gastfahrer des Schweizer Teams schließlich auf der siebten Etappe die Gesamtführung – und die gab er bis zum Schluss nicht mehr ab. „Nur bei der letzten Etappe gab’s nochmals einen Großangriff auf uns“, berichtet er. „Körperlich ging’s bei mir deshalb dann bis zur völligen Erschöpfung.“

Der Plan ging auf

Doch Bichlmann teilte sich das Rennen perfekt ein und fuhr strategisch. „Ich habe bewusst einige Fahrer ziehen lassen, bei denen ich gewusst habe, dass sie mir nicht mehr gefährlich werden können.“ Er wollte auf jeden Fall auch direkte Duelle vermeiden, um einen Sturz unter allen Umständen verhindern zu können – auch dieser Plan ging auf.

Im Ziel war die Freude Bichlmanns riesig. Allerdings hatte er erst einmal vor allem eines: „Großen Durst.“ Denn seine Rivalen schafften es, dass ihm seine Betreuer an den Verpflegungsstellen keine neuen Trinkflaschen reichen konnten. „Die sind einfach jedes Mal auf meine Betreuer zugefahren, die mussten dann wegspringen und ich war wieder eine Runde auf dem Rundkurs ohne Wasser unterwegs.“ Doch Bichlmann hatte sich schnell von den Strapazen erholt und der Gesamtsieger wurde dann von einer Zeremonie zur nächsten gereicht. „Dort ist die Rundfahrt das Sportevent schlechthin und es waren auch jeden Tag Unmengen von Zuschauern vor Ort.“ Selbst der König schaute vorbei und gratulierte dem Sieger.

Pokal war zu groß für das normale Gepäck

In Faso dauerte es erst einmal, bis Bichlmann seinen Erfolg so richtig realisieren konnte. Als es in Richtung Flughafen ging, wurde ihm sein Husarenstück aber dann so richtig bewusst. „Die Trophäe hat nämlich nicht in den Koffer gepasst“, lacht er. Zehn Kilo schwer und einen halben Meter groß ist der Pokal, der nun eben auf Bichlmanns Kaminsockel Platz gefunden hat. Wie er den Pokal heimgebracht hat? „Ganz einfach: Er ging als Handgepäck durch.“

Für Daniel Bichlmann ist dieser Erfolg die Krönung seiner langen Karriere. „Das wird für immer bleiben“, betont er und dankt seinen Mitstreitern: „Es war eine coole Teamleistung.“

+++ Mehr Nachrichten aus dem Regionalsport finden Sie hier +++

Bichlmann machte sich nach seinem großen Triumph ernsthafte Gedanken darüber, wie es weitergehen wird. „Ich war körperlich und mental ausgebrannt“, gibt er zu. „Doch jetzt habe ich wieder Bock aufs Radfahren und freue mich auf die neue Saison.“

Für ihn selber wird sich in Zukunft einiges ändern. Er wird ab sofort auch Vollzeit als Kaminkehrer – sein zweites Standbein – arbeiten.

bst

Mehr zum Thema

Kommentare