Mehr Hirnwurst, bitte!

Kennen Sie eigentlich auch die Unsitte, sein Essen zu fotografieren und ins Netz zu stellen?

Haben Sie auch solche Freunde, die – in dem Moment, wenn der ganze Tisch im Restaurant zum Besteck greift und sich die eigene Bauchfalte schon längst vor Mordshunger zusammengezogen hat – erst noch ein Foto mit dem Handy schießen müssen? Aber vielleicht ist das ja „in“ und ich, der das Bestellte eigentlich nur dem Magen zuführen möchte, bin „out“?

Erst kürzlich sind Fotos aufgetaucht, wie ein französischer Spieler des FC Bayern München in einem Lokal ein Goldsteak schnabuliert. Ist ja nix Neues: Nach Franck Ribery und Corentin Tolisso nun also Kingsley Coman – und da heißt es ja eigentlich, dass die französische Küche eine für edle Geschmäcker ist! Aber das Coman-Steak kam ja auch auf Mykonos und nicht in Frankreich auf den Tisch.

In jedem Fall ist es eine gelungene Werbeaktion des Gastwirts. Chapeau! Ein paar dekadente Bilder in den Gazetten und im Netz – und schon kommen sie alle! Jetzt vielleicht nicht unbedingt die Instagram-Follower Comans, die sich womöglich auch keinen von oben gesalzenen gülden eingewickelten 900-Euro-Fleischbatzen leisten wollen. Aber die nächsten Fußballprofis, die gerade in diesen Zeiten den Schlag nicht gehört haben, rücken ganz bestimmt an. Der nächste Protz-Anfall ist sicher.

Vielleicht muss ich mich deshalb damit abfinden, dass Fußballprofis im Urlaub ihr Essen durch das Netz posten. Also, liebe Kicker-Elite, ihr seid in der Pflicht! Wir warten auf weitere Spieler des FC Bayern mit Goldsteaks, den Ur-Bochumer Leon Goretzka mit Currywurst und „Pommes Schranke“, Manuel Neuer neuerdings mit einem Teller Cevapcici und Thomas Müller vor einem gemischten Presssack sauer (der Presssack, nicht der Müller!). Von Sascha Mölders mit einer saftigen Haxn ganz zu schweigen... Aber irgendwann wundert einen eh nix mehr. Es kommt dann lediglich der Gedanke, ob‘s nicht besser statt einem Goldsteak ein paar Scheiben Hirnwurst getan hätten...

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