Mayer wünscht sich mehr Schnellangriffe

Der Lange und der Präzise, ein gutes Team:Alex Brandstetters (links im Block) gutes Händchen hat in der noch jungen Saison schon viel gute Angriffe der Mühldorfer eingeleitet. Bei Iven Ferch (rechts im Block) hingegen beißen sich die Gegner am Block die Zähne aus. Enzinger

Mühldorf. – 436 Kilometer sind es. Einfache Wegstrecke.

Für die Spieler des VSV Jena bedeutet das, dass sie mindestens vier Stunden im Auto sitzen werden, wenn sie zu den Spieltagen der 3. Volleyball-Liga die Fahrt in Richtung Bayern antreten. Sie werden dabei zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn am Samstag schlagen sie in der Turnhalle des MTV München auf, am Sonntag dann dürfen sie die Mittelschulturnhalle bei den Volleyballern des TSV Mühldorf kennenlernen. „Die werden wahrscheinlich übernachten und werden dann auch entsprechend ausgeruht gegen uns zu Werke gehen können. So ein gemeinsames Wochenende schweißt zusammen, stärkt das Mannschaftsgefüge“, weiß Mühldorfs Trainer Michi Mayer. Dass den Gästen aus Thüringen das Samstagsspiel gegen den Sechsten vom MTV München noch in den Gliedern stecken könnte, glaubt Mayer indes nicht. „Volleyball ist eine schnellkräftige Sportart, nichts im anaeroben Bereich, da übersäuert man nicht so schnell.“ Das heißt also: Kein Vorteil zu erwarten durch einen Muskelkater bei Jena-Spielern.

Vom achten Tabellenplatz des Sonntagsgegners, der um 16 Uhr einlaufen wird, lässt sich Mayer nicht täuschen. Gerade in der vergangenen Woche habe sich gezeigt, dass die vermeintlichen Mitfavoriten um den Aufstieg verletzbar sind. Der TSV Eibelstadt verliert gegen den ASV Dachau mit 2:3, Friedberg kommt in Dresden mit 0:3 unter die Räder. „Wie momentan die Tabelle aussieht, das ist nur wenig aussagekräftig“, meint Mayer, der jedoch vor Selbstvertrauen nur so strotzt, wenn es um die aktuelle Platzierung seines TSV Mühldorf geht. Seine Spieler haben sich in der vergangenen Woche beim 3:1-Sieg gegen den TSV Deggendorf die Tabellenführung erobert. Und die will Mayer so schnell nicht mehr hergeben. Gegen Jena werde es darauf ankommen, wie sehr die Mühldorfer dazu in der Lage sein werden, deren Diagonalspieler zu binden. „Den müssen wir stoppen!“ Das haben vor Mühldorf schon andere Mannschaften geschafft. Das belegen auch die bisherigen Ergebnisse der Thüringer, die in vier Spielen bislang nur vier Punkte holen konnten. 1:3 gegen Friedberg, 2:3 gegen Eibelstadt, 3:2 gegen den Letzten aus Niederviehbach und ein 2:3 gegen Zirndorf – die Ergebnisse zeigen aber, dass Jena bisher kaum ein Spiel den Gegnern kampflos überlassen hat.

Mayer hat sich natürlich Tipps von Michi Hänsel eingeholt, dem Trainer des letzten Gegners aus Zirndorf. Doch ohnehin stimmt er das Spiel nicht allzu sehr auf den Gegner ab. Mühldorf soll seine bisher gezeigte Dominanz mindestens konservieren, im besten Fall noch effektiver angreifen. Unumstritten sorgen aktuell Tom Brandstetter und Fabian Bartsch über die Außenpositionen sowie Nelson als Diagonalangreifer für die Punkte im Mühldorfer Team; ein Alex Brandstetter gewinnt immer mehr Routine im Zuspiel. Doch Mayer will mehr, fordert von seinen Spielern präzisere Annahmen. „Die einfachen Bälle müssen punktgenau zum Zuspieler kommen. Damit der wiederum seine Schnellangreifer in der Mitte besser einsetzen kann!“

Dort scheinen dem Mühldorfer Trainer wieder alle Optionen zur Verfügung zu stehen. Iven Ferch gilt als gesetzt, Nico Philipeit und Flo Gschwendtner werden um Platz zwei buhlen. Aber auch Charles Kahn ist wieder eine Option. Er kehrte am Mittwoch nach seiner Verletzungspause (Bänderdehnung) wieder ins Training zurück. Mayer schätzt die Frohnatur gerade wegen seiner starken Aufschläge. Ob er am Wochenende schon einsatzbereit ist, werde sich in den Trainingseinheiten zeigen. je

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