Der Matchplan zählt nicht

Schlägt heute seine Stunde?Torwart Niklas Pfister steht bei 1860 bereit. Ruprecht

Rosenheim – Noch zwei Begegnungen stehen für den TSV 1860 Rosenheim in der Regionalliga Bayern vor der Winterpause auf dem Spielplan.

Zwei Spiele, in denen die Sechziger auch im Hinblick auf die angespannte Tabellensituation nochmals punkten möchten. Am heutigen Samstag (Anpfiff im Jahnstadion ist um 14 Uhr) empfängt die Elf von Thomas Kasparetti den FV Illertissen – ein Spiel, das wohl nur über Mentalität entschieden werden kann.

„Gegen Illertissen wird es primär nicht auf die Taktik oder die Spielausrichtung ankommen – auch wenn diese natürlich nicht unwichtig ist. Viel entscheidender wird am heutigen Spieltag jedoch sein, dass sich jeder Spieler mit Leidenschaft, Willen und Entschlossenheit reinhaut.“ Damit will Rosenheims Coach zwar keinen Zerstör-Fußball suggerieren, die Marschroute scheint jedoch klar zu sein: Zunächst den Kampf annehmen, dann das Gefecht diktieren. Diese Vorgabe scheint sowohl logisch als auch sinnvoll zu sein. Die Plätze, selbst im gehobenen Amateurbereich, sind Ende November nämlich per se in einem „schwer zu bespielendem“ Zustand. Das Risiko, dass hier und da ein Ball verspringt oder eine Ballannahme misslingt, ist deutlich erhöht. Und geschenkte Tore kann man sich derzeit an der Jahnstraße – in Anbetracht der Wichtigkeit dieser Begegnung ob der Tabellensituation – wohl kaum leisten.

Heiß, Moser und Kollegen rangieren derzeit auf dem 17. Tabellenplatz – am Ende der Spielzeit gleichbedeutend mit dem Abstieg. Da das Teilnehmerfeld der Regionalliga Bayern im unteren Tabellendrittel bis auf wenige Punkte zusammenhängt, muss man zwar nicht zwangsläufig in Panik verfallen, vor dem Winter zu punkten wäre für die Innstädter gleichwohl doppelt wichtig: für die Tabellensituation und für die Moral. Personell fallen Alexis Fambo und Christoph Wallner sicher aus. Hinter Alin Goia steht indes noch ein kleines Fragezeichen. Für Thomas Kasparetti wäre der Ausfall seines Torhüters zwar ärgerlich, aber längst kein Beinbruch: „Wir müssen abwarten, ob es bei ihm geht. Falls nicht, haben wir mit Niklas Pfister einen jungen Torhüter, der ebenfalls über die Qualitäten verfügt, die gegen Illertissen wichtig sind. Das hat er in den bisherigen Testspielen sowie im Training unter Beweis gestellt.“

Der FV Illertissen belegt aktuell den elften Platz im Regionalliga-Tableau und konnte sich ein kleines Polster vor der Relegationszone schaffen. Das Team von Ex-Profi Marco Küntzel spielt mittlerweile seine achte Saison in Deutschlands vierthöchster Fußballliga, ist somit Gründungsmitglied und war bisher in keiner Spielzeit akut vom Abstieg bedroht. Reichlich Erfahrung also bei den Schwaben, was auch die Rosenheimer im Hinspiel schmerzlich erfahren mussten. Dieses ging mit 3:5 verloren – gefährliche Standardsituation, ein schnelles Umschaltspiel und eine disziplinierte Spielausrichtung waren damals Illertissens Sieggaranten. Damit es für die Rothosen dieses Mal besser ausgeht, braucht es laut Kasparetti mehr als einen perfekten Matchplan: „Positiv die Situation annehmen, alles raushauen und über die Schmerzgrenze gehen.“ mpo

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