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Markus Schätzl vom SV Oberbergkirchen verteidigt seinen EM-Titel

Markus Schätzlverteidigte seinen Europameistertitel.  Kamhuber
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Markus Schätzlverteidigte seinen Europameistertitel. Kamhuber

Südtirol. – Während die Damen und Herren bei der Europameisterschaft im Wei-tenwettbewerb in Südtirol schwarz-rot-goldene Glanzlichter setzten, musste der Nachwuchs des Deutschen Eisstock-Verbandes (DESV) bei strahlendem Wetter wieder Österreich das Strahlen überlassen.

Von den sechs in den Klassen U16, U19 und U23 zu vergebenden Titeln konnte der DESV-Tross auf dem Eisring der Arena Ritten in Klobenstein nur Gold im Teamwettbewerb der Jugend U16 gewinnen. Dagegen überließen die deutschen Damen und Herren dem Erzrivalen nur drei von acht Medaillen, wobei Gold sowohl im Einzel als auch der Nationenwertung immer für Deutschland glänzte. Bei den erstmals ausgetragenen kontinentalen Titelkämpfen der Damen feierten Annalena Leitner (SV Unterneukirchen), Antonia Kachelmann (ESC Uehlfeld) und Birgit Wagner (ESV Mitterskirchen) einen fantastischen Dreifacherfolg. Nicht minder triumphal war der Doppel-Sieg von Titelverteidiger Markus Schätzl (SV Oberbergkirchen) und Peter Rottmoser (SV Schechen) bei den Herren.

Obwohl Annalena Leitner vom SV Unterneukirchen bei den Damen als überlegene bayerische und deutsche Meisterin zu den absoluten Topfavoriten der Premieren-EM zählte, wusste niemand, vor allem auch sie selbst nicht, wo sie im internationalen Vergleich steht. Zudem hatte sie bisher noch keine Erfahrung auf Eis gesammelt. Und siehe da, die Postbotin aus dem Landkreis Altötting brauchte tatsächlich die ersten zwei Durchgänge, um Betriebstemperatur aufzunehmen. Beim ersten fehlte der technische Feinschliff, beim zweiten haperte es an einer sauberen Auflage. Dann aber gelang der 22-jährigen Oberbayerin ein guter Versuch und sie ging mit 117,59 Metern in Führung, die beim nächsten Auftritt auf die souveräne Siegweite von 121,04 ausgebaut wurde. Im letzten der fünf Durchgänge verdrängte Antonia Kachelmann (ESC Uehlfeld) ihre Nationalmannschaftskameradin Birgit Wagner (ESV Mitterskirchen) noch vom zweiten Platz. Gerade mal elf Zentimeter – 118,19 zu 118,08 – bescherten der Mittelfränkin Silber vor der Niederbayerin aus dem Rottal. Durch die schwarz-rot-goldene Übermacht war EM-Gold in der Nationenwertung Formsache. Mit ihren Vorrundenweiten fixierten Leitner (88,29), Wagner (86,44) und Kachelmann (83,58) zusammen mit Elisabeth Reiter (83,20) vom TSV Hartpenning auch den zweiten Premerien-Titel. Deutschland gewann mit 258,31 Metern klar vor Österreich (242,58) und Italien (225,91).

Ähnlich triumphal waren die Herren. Unterm Strich überließ man nur Einzelbronze dem Österreicher Philip Baumgartner (115,65). Markus Schätzl vom SV Oberbergkirchen verteidigte mit 129,90 Metern souverän den EM-Titel vor seinem DESV-Kameraden Peter Rottmoser (120,79) vom SV Schechen. Jedoch hing die Titelverteidigung zwischenzeitlich am seidenen Faden. Denn im Finale der besten zwölf Vorrundenathleten musste der 23-Jährige bis zum letzten Versuch zittern, um mit auf der Gesamtlänge von 148 Metern durchschossener Bahn Baumgartner, Rottmoser und dem zweiten Österreicher Bernhard Hutter ins Stechen zu folgen. Dann machte das 1,93 große Kraftpaket aber gleich im ersten Versuch (126,39) reinen Tisch. Da Schätzl und Rottmoser auch in der Vorrunde Hutter und Bischof das Wasser abgruben und Daniel Ulreich vom SV Geisenried nur elf Zentimeter hinter Baumgartner blieb, konnte Deutschland mit 372,94 Metern seinen Mannschaftstitel ebenfalls souverän vor Österreich (320,81) und Italien (263,38) verteidigen. Vierter im Bunde war Michael Späth vom FC Altrandsberg. Bernhard Patschg aus St. Johann im Pongau hat seine Karriere mittlerweile beendet. Der „Brocken aus Salzburg“ ist mit fünf WM- und zahlrei-chen EM-Titeln im Einzel absoluter Rekordhalter auf internationalem Terrain.

So grandios die EM für Damen und Herren verlief, so ernüchternd war das Abschneiden der Jugend und Junioren. Lediglich die U16 konnte dem rot-weiß-roten Erzrivalen das Wasser reichen. Nachdem das komplette DESV-Quartett den Einzug ins Finale der besten Sechs schaffte, konnten Dominik Wittmann, Johannes Michl (beide SV Pocking), Simon Gottsmich (SV Hagenhill) und Stefan Schmied (TSV Niederviehbach) mit riesigem Vorsprung von fast 27 Metern – 297,27 zu 270,51 – Österreich den EM-Titel abluchsen. Während Wittmann im Verlauf der Vorrunde noch Schlagdistanz zu Sebastian Sommerer (103,73 zu 102,63) hatte, schoss der Österreicher im Finale seine Konkurrenz in Grund und Boden. Am Ende triumphierte er mit 133,69 Metern vor Wittmann (118,34), Schmied (108,63) und Gottsmich (101,49).

So gut wie gar nichts zu holen gab’s für die Jugend U19. Nach den Vorrundenleistungen hatten Marcel Menacher (EC Oberhausen), Bastian Simon (SV Hagenhill), Lukas Michl (SV Pocking) und Jannik Purucker (VER Selb) in der Nationenwertung über 55 Meter Rückstand auf Titelverteidiger Österreich – 410,34 zu 353,43. Zwar zogen drei DESV-Schützlinge ins Finale ein, doch musste der komplette Medaillensatz den Österreichern Peter Neubauer, Bernhard Haberler und Sebastian Sommerer überlassen werden.

Zumindest zweimal Silber konnten die U23-Junioren erkämpfen. In der Nationenwertung mussten Michael Späth (FC Altrandsberg), Alexander Anzinger (EC Ebing), Bastian Simon (SV Hagenhill) und Max Vaitl (EC Außernzell) mit 399,66 Metern und deutlichem Rückstand den zuletzt gewonnenen Titel wieder an Österreich (406,46) abtreten.

Mindestens zwei Schritte ist der Österreicher Peter Neubauer der internationalen Weitenkonkurrenz aktuell voraus. Nachdem der Südoststeirer aus Glojach bereits die Klasse U19 mit fast acht Metern Vorsprung dominierte, schoss er eine Klasse höher wie von einem anderen Stern. Nicht nur mit seiner Triumphweite von 147,87 Metern, sondern auch mit zwei weiteren jenseits der 140er-Marke gemessenen Versuchen hätte er sein viertes EM-Gold gewonnen. Aus nationaler Sicht besonders bitter: der 110-Kilo-Pfundskerl ist erst 16 Jahre alt. Da blieb nicht nur dem deutschen Aushängeschild Michael Späth (135,01) vom FC Altrandsberg, sondern auch dem Bundestrainer-Dreigestirn Reinhold Beyerlein (FC Kaltenbrunn), Christian Englbrecht und Thomas Englmaier (beide SV Oberbergkirchen) nur ungläubiges Staunen. Für die DESV-Funktionäre absolut unerwartet war das Vorrundenaus von Jannik Purucker (VER Selb) bei der U19 und Max Vaitl (EC Außernzell) bei den U23-Junioren.

EM Weitenwettbewerb Damen: 1. Annalena Leitner (SV Unterneukirchen) 121,04; 2. Antonia Kachelmann (ESC Uehlfeld) 118,19; 3. Birgit Wagner (ESV Mitterskirchen) 118,08;

Jugend U16: 1. Sebastian Sommerer (AUT) 133,69; 2. Dominik Wittmann (SV Pocking) 118,34; 3. Stefan Schmied (TSV Niederviehbach) 108,63;

Jugend U19:1. Peter Neubauer (AUT) 144,24; 2. Bernhard Haberler (AUT) 136,42; 3. Sebastian Sommerer (AUT) 127,81.

Junioren U23: 1. Peter Neubauer (AUT) 147,87; 2. Michael Späth (FC Altrandsberg) 135,01; 3. Damian Denicolo (ITA) 129,11.

Herren Finaleder besten 12 von 20: 1. Philipp Baumgartner (AUT) 148,00; 2. Peter Rottmoser (SV Schechen) 148,00; 3. Bernhard Hutter (AUT) 148,00; 4. Markus Schätzl (SV Oberbergkirchen) 148,00.

Stechen: 1. Markus Schätzl (SV Oberbergkirchen) 129,90; 2. Peter Rottmoser (SV Schechen) 120,79; 3. Philipp Baumgartner (AUT) 115,65; 4. Bernhard Hutter (AUT) 113,61.

Nationenwertung: 1. Deutschland 327;94; 2. Österreich 320,81; 3. Italien 263,88. kam

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