Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


2. VOLLEYBALL-BUNDESLIGA

Mainz gewinnt den Fünfsatz-Krimi in Mühldorf mit dem Mute der Verzweiflung

Tim Aust spielte eine sehr gute Partie, beschleunigte das Spiel mit seinem Zuspiel, mit dem er vor allem den an diesem Tag hervorragend aufgelegten Tobi Besenböck bediente.
+
Tim Aust spielte eine sehr gute Partie, beschleunigte das Spiel mit seinem Zuspiel, mit dem er vor allem den an diesem Tag hervorragend aufgelegten Tobi Besenböck bediente.

Auf dem Papier war das Mühldorfer Heimspiel in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd gegen den Abstiegskandidaten Mainz-Gonsenheim eine Pflichtaufgabe für die Hausherren. Die Gäste wehrten sich jedoch prächtig und durften am Ende nach einem Krimi in fünf Sätzen jubeln. An der starken Mühldorfer Saison ändert dies aber nichts.

Mühldorf– Showdown in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd gegen einen Abstiegskandidaten. Was auf dem Papier wie eine leichte Aufgabe aussah, entwickelte sich für die Volleyballer des TSV Mühldorf letztlich aber harte Nuss, die nicht zu knacken war. In einem spannenden Fünfsatz-Spiel gegen den Drittletzten von der TGM Mainz-Gonsenheim wanderte der Matchball am Ende hin und her, erst nach dem sechsten folgte der Aufschrei: Die Mainzer holten den fünften Satz mit 20:18 und brachen anschließend in grenzenlosen Jubel aus, weil sie damit dem Klassenerhalt einen großen Schritt näher gerückt waren. Mühldorf hatte Satz eins gewonnen (25:21), die beiden nächsten Durchgänge waren an Mainz gegangen (23:25 und 24:26). Nachdem sich Mühldorf den vierten Abschnitt sichern konnte (26:24) musste die Entscheidung im fünften Satz fallen.

„Die kommen mit dem Mut der Verzweiflung“, orakelte Mühldorfs Trainer Michi Mayer schon im Vorfeld der Partie. Mit dieser Einschätzung sollte der Chefcoach recht behalten. Das Team aus Mainz wusste, dass ein Sieg her musste, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.

Ferch übernahm für Nennhuber

Die Voraussetzungen für die Partie waren nicht die Besten: Mühldorfs etatmäßiger Libero Kilian Nennhuber hatte sich am Donnerstag im Training eine Kapselverletzung an einem Finger der rechten Hand zugezogen, ein Einsatz war ausgeschlossen. Hauke Ferch musste in das Trikot des Hauptannahmespielers schlüpfen und erfüllte diese Aufgabe hervorragend. Tim Aust war ebenfalls nicht die erste Option, er war nach einer Impfung gegen Covid-19 die komplette Woche nicht im Training. Dafür war der „Capitano“ wieder zurück: Dreieinhalb Wochen nach seinem Bänderriss am linken Fuß war Tom Brandstetter wieder fit und brannte darauf, zum Saisonausklang noch einmal unterstützend ins Spielgeschehen einzugreifen.

Starker Mühldorfer Beginn

Das war zunächst nicht erforderlich. Denn Mühldorf begann stark, hatte sich bis zur ersten technischen Auszeit schon ein gutes Polster herausgespielt (8:4). Doch Mainz hielt dagegen, nicht zuletzt, weil der fast zwei Meter große Zuspieler Lennart Heinz Fuchs nicht nur sehr gut zuspielte, sondern auch unglaublich gut servierte. Tatsächlich schien sich das Spiel zu drehen (12:13), als Fabian Bartsch wieder die Führung zurückholte (15:13). Doch vor allem im Mittelblock waren die Mainzer an diesem Tag top aufgestellt. Spielertrainer Manuel Lohmann zeigte, warum er schon mehrere Male zum MVP gekürt wurde. Zusammen mit seinem Mitspieler Mark Gumenjuk tat er alles, um die Angriffe von Fabian Bartsch zunichte zu machen. Alexander Brandstetters knallharter Aufschlag knackte in der Crunch-Time die Annahme der Mainzer, Mühldorf holte sich Satz eins (25:21).

Zu viele Aufschlagfehler

In Durchgang zwei waren es zu viele Aufschlagfehler der Mühldorfer und bei den Mainzern griff allmählich die Taktik mit den beiden Liberos Hendrik Diwersy und Dominik Groß, die sich die Aufgaben in Annahme und Abwehr teilten. Selbst härteste Angriffe der Mühldorfer fischten sie aus dem Feld. Nachdem Mühldorf bereits mit 10:6 in Führung gelegen war, wendete sich das Blatt, als Fuchs zum Aufschlag kam und plötzlich Mainz das Heft des Handelns in die Hand nahm (12:14). Trainer Mayer versuchte, mit Tim Aust für Alex Brandstetter neuen Schwung ins Team zu bringen, Mühldorf hielt auch bis zum Schluss mit, doch der Satzverlust war nicht mehr abzuwenden (23:25).

Wie schon in Satz zwei ließ Trainer Mayer auch im dritten Durchgang Luis Großmann für Flo Gschwendtner beginnen, um damit die Reichweite des Mühldorfer Blocks zu vergrößern. Großmann brillierte mit einigen Hammerblocks, Tobi Besenböck griff beherzt an und schraubte seine Erfolgsquote kontinuierlich nach oben, nachdem die Mühldorfer bereits mit 7:11 im Hintertreffen gelegen waren. Der Lohn war die Führung für die Mühldorfer (18:16), auch weil Aufschläger Charles Kahn als Joker stach. Dann gab es wieder eine Serie für Mainz (18:19), bevor Mühldorf am Zug war (21:19). Es folgte das Comeback von Tom Brandstetter, der die Angriffe der Mühldorfer verstärken sollte. Letztlich jubelte aber Mainz (24:26).

Starker Auftritt von Tim Aust

Mayer stellte um, vertraute nun Aust im Zuspiel – und der zeigte, dass ihm die Trainingspause nicht geschadet hat. Schnelle Angeriffe gab es nun zu sehen, die vor allem Besenböck in die Hände spielten. Er griff klug an, schlug einige Male über den Mainzer Block und hatte großen Anteil daran, dass der deutliche Vorsprung, den sich die Mühldorfer gleich zu Beginn des vierten Satzes erarbeitet hatten, bis zum 17:13 hielt. Doch wieder glich Mainz aus (20:20), warf sich in der Abwehr gegen jeden Ball der Mühldorfer. Beim 22:23 standen die Mainzer plötzlich kurz vor dem Sieg. Doch Mühldorf gab nicht klein bei, setzte bei den Angriffen alles auf eine Karte und holte den Durchgang (26:24).

Fuchs servierte geschickt

Topmotiviert ging es in Durchgang Nummer fünf, in welchem die Mühldorfer zunächst auf 3:0 davonzogen. Dann gab es die Auszeit von Mainz, dem der 3:3-Ausgleich folgte. Immer lagen die Vorteile beim TSV Mühldorf, der mit 9:7 und 12:10 dem Sieg näher war als Mainz. Unstimmigkeiten im Mühldorfer Team und Annahmeschwächen kompensierte Tim Aust damit, dass er bisweilen selbst angriff. Dass er am Ende zum MVP gekürt wurde, war der logische Lohn für seine Mühen. Die Gäste waren aber in der Abwehr immer einen Tick besser als Mühldorf, sie kämpften sich mit großer Leidenschaft heran (12:12) und wehrten sogar zwei Matchbälle ab (15:14 und 18:17). Dann war wieder Lennart Heinz Fuchs am Aufschlag, servierte geschickt und war damit Wegbereiter des 20:18-Erfolges.

Noch ein Spiel gegen Leipzig

Mühldorf ließ nach dem Spiel die Köpfe hängen. Doch großen Schaden hat die Niederlage nicht hinterlassen. Vor der letzten Partie der Saison gegen die L. E. Volleys aus Leipzig, die corona-bedingt abgesagt worden war und für die es noch keinen Ersatztermin gibt, haben die Mühldorfer 39 Punkte auf dem Konto. Der achte Platz ist ihnen nicht mehr zu nehmen, aber auch Leipzig auf Rang sieben mit 43 Zählern ist nicht mehr einzuholen. (enk)

Mehr zum Thema

Kommentare