Nummer 52 der Welt spielt für  60er-Tennisspieler: Mit Sonego in die stärkste Liga der Welt

Lorenzo Sonegoist der erste Top-Neuzugang der Sechziger-Tennisspieler für die kommende Bundesliga-Saison. dpa
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Lorenzo Sonegoist der erste Top-Neuzugang der Sechziger-Tennisspieler für die kommende Bundesliga-Saison. dpa

Dass die Tennisspieler von 1860 Rosenheim künftig in der 1. Bundesliga aufschlagen werden, hat sich schon Ende September entschieden. Nun ist die spannende Phase. Jetzt muss der Zweitliga-Meister die Voraussetzungen für die erste Saison im Oberhaus schaffen.

Rosenheim – Um bestens gerüstet in ihre erste Saison in der 1. Tennis-Bundesliga zu gehen, werkeln die beiden Vorstände Wolf-Dieter Dörfler und Carina Stiglauer, der für Sponsoring zuständige Thomas Detterbeck und Teammanager Bernhard Gleißner rund um die Uhr. „Wir machen das ehrenamtlich, sind Verrückte, die einen Riesenspaß daran haben“, erzählt Gleißner beim Besuch in der OVB-Sportredaktion. Er, Dörfler und Detterbeck erzählen über die Herausforderung, die 1. Bundesliga zu stemmen, und präsentieren den ersten Kracher für den neuen Mannschaftskader.

Thema Budget: In der 1. Bundesliga braucht man doppelt soviel Was war notwendig, um die 1. Liga klarzumachen?

Dörfler: Es ist ja kein Geheimnis, dass man in der Bundesliga das doppelte Budget braucht. Thomas Detterbeck hat hier super Arbeit geleistet und deshalb können wir das stemmen.

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Detterbeck: Aus heutiger Sicht haben wir 70 bis 75 Prozent beisammen und jetzt noch ein halbes Jahr Zeit, um die restlichen Prozente vollzumachen. Ich möchte mich bei den bestehenden Sponsoren bedanken, die uns in den letzten Jahren schon unterstützt haben. Ohne die wäre dieser Profisport hier nicht möglich. Wir bieten absolutes Weltklasse-Tennis an, in der Bundesliga spielen 40 Spieler, die unter den Top-100 der Weltrangliste stehen – und das geht halt nicht ohne Geld.

Wir werden in jedes Spiel stark aufgestellt reingehen Herr Gleißner, Sie waren ja auch schon mit Bruckmühl-Feldkirchen in der 1. Liga. Ist der Budgetsprung deutlich größer als damals?

Gleißner: Ein Stück weit ja. In Bruckmühl hatten wir aber auch keinen Thomas Detterbeck, wir mussten uns deshalb auf zwei, drei Spiele fokussieren, die wir gewinnen konnten. Das wird diesmal anders laufen, wir werden in jedes Spiel stark aufgestellt reingehen – nur so funktioniert es.

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Welche Lehren können Sie aus dieser Zeit ziehen?

Gleißner: Ich war ja damals verantwortlich für den Kader, wir sind zweimal aufgestiegen. Das erste Mal hatten wir Lehrgeld bezahlt, denn wir sind mit der Aufstiegsmannschaft in die Bundesliga und dann auch sauber wieder abgestiegen. Die Mannschaft, die aufgestiegen ist, wird nicht weiterspielen können, wenn man die Klasse halten will. Das ist einfach ein gewaltiger Unterschied. Die 1. Bundesliga in Deutschland ist im Tennis die stärkste Liga der Welt. Wer da alles spielt!

Thema Kader: Italiens Nummer drei verpflichtet Ist die Mannschaft schon komplett?

Gleißner: Es sind noch ein paar Sachen offen, die Verträge schon verschickt, aber noch nicht unterschrieben zurück. Wenn das alles so klappt, und diese Spieler auch zur Verfügung stehen, dann werden wir uns in der Bundesliga halten. Das ist das Ziel.

Neue Spieler kommen hinzu: Wie schwer fällt es, einem bewährten Spieler zu sagen: „Es reicht nicht mehr“?

Dörfler: Das bleibt dann leider an mir hängen, ich muss die unangenehmen Aufgaben erledigen. Allerdings wollen wir unseren Spielerstamm schon halten. Lukas Jastraunig beispielsweise wird unser Mannschaftskapitän, Matteo Viola spielt weiter, Riccardo Bellotti kann an Position vier spielen, wenn er gut drauf ist. Wir werden einige Spieler der Aufstiegsmannschaft einbauen können. Mit Federico Coria verhandeln wir noch, Mario Vilella-Martinez wird uns hingegen verlassen, er ist von Gladbach verpflichtet worden.

Welche Spieler kommen neu?

Gleißner: Einen können wir schon nennen: Lorenzo Sonego wird künftig an Position eins oder zwei spielen. Ein junger Italiener, die Nummer drei in seinem Land. Von ihm erwarten wir viel, er hat mit 24 Jahren bereits ein sehr gutes Niveau und kann noch weiter raufgehen.

Beschreiben Sie Ihn doch bitte!

Gleißner: Er ist ein Sandplatzwühler, spielt von hinten heraus – aber mit richtig Zug. So einen Spieler dieser Güte hatten wir in Rosenheim noch nie. Wir hoffen, dass wir ihn am Anfang für zwei, drei Spiele haben, bevor die Olympischen Spiele beginnen.

Dörfler: Wir haben schon eine gute Mischung beisammen, auch mit Grundlinienspezialisten. Wir schauen auch noch nach zwei Doppelspezialisten, weil die Doppel in der Bundesliga noch entscheidender sind.

1860 ist an weiteren Weltklassespielern dran

Detterbeck: Wir sind noch an zwei, drei anderen Spielern dran, die auch schon unter den Top-30 gestanden sind.

Dörfler: Und ich glaube, dass wir noch einen richtigen Kracher liefern.

Detterbeck: Wir können da noch nichts sagen, aber wenn wir den bekommen, dann ist das ein Glücksschuss für uns.

Bis wann steht der Kader fest?

Detterbeck: Also bis Ende des Jahres sollten 90 Prozent des Kaders stehen. Wir lassen uns dann noch ein paar Plätze offen, denn das Transferfenster hat bis Ende März geöffnet.

Gleißner: Wir sind auf einem guten Weg und hoffen dann noch auf ein Schnäppchen oder eben einen namhaften Spieler.

Thema Heimspiele: „Wir brauchen einen Tribüne“ Was ist für die 1. Bundesliga am Sportgelände noch zu machen?

Dörfler: Es ist klar, dass wir eine Tribüne brauchen.

Detterbeck: Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt. Die Zuschauerzahl wird sich hoffentlich deutlich erhöhen. Wir brauchen eine mobile Tribüne, die Logistik wird anders sein. Was ein Riesenproblem ist: Parkplätze. Da müssen wir frühzeitig Gespräche mit der Stadt führen.

1000 Zuschauer im Schnitt erwartet Wieviele Zuschauer erwarten Sie?

Detterbeck: Wir glauben schon, dass wir die Zuschauerzahl verdoppeln können. Spiele gegen Großhesselohe, den deutschen Meister Mannheim oder den Rochusclub Düsseldorf sind schon sehr attraktiv.

Gleißner: Auf 1000 Zuschauer pro Heimspiel müssen wir vorbereitet sein. Es gibt so viele Tennis-Vereine in der Umgebung, deren Spieler sollten sich auch mal ein Bundesliga-Spiel anschauen. Das war bislang noch nicht so der Fall. Wenn uns das aber gelingt, dann haben wir die 1000.

Dörfler: Du hast in jedem Spiel einige Top-Spieler dabei, da kommt Weltklasse nach Rosenheim. Und wenn Großhesselohe zum Derby mit Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer aufkreuzt, dann geht es ohne eine große Tribüne nicht. Interview: Neumeier/Ziegler

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