Löwen besiegen Dorfen mit 6:1

Die Löwen konntensechs Treffer im Derby gegen Dorfen feiern. del Grosso

Waldkraiburg – Waldkraiburg wurde ein Derby versprochen, Waldkraiburg bekam ein Derby – und was für eins.

1002 Zuschauer wollten sich das Eishockeyspiel zwischen dem EHC Waldkraiburg und dem ESC Dorfen nicht entgehen lassen. 1002 Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Es war ordentlich Feuer in der Partie und das spürte man auf dem Eis und hörte man von den Rängen.

Die Löwen begannen im ersten Drittel dort, wo sie am Freitagabend aufgehört haben, im Drittel des Gegners. Auch wenn Dorfen ein wenig mehr Gegenwehr zeigte, als es die Wölfe am Freitag konnten, hatte Waldkraiburg doch die Vorteile auf seiner Seite. Nach toll herausgespielten und vergebenen Torchancen vom Rousek-Straka-Duo, Nico Vogl oder Lukas Wagner, war es jedoch der ESC Dorfen, der das erste Tor des Abends erzielen durfte. Waldkraiburg war durch eine Strafzeit von Chris Hradek gerade ein Mann weniger, da fasste sich der Ex-Waldkraiburger Tomas Vrba ein Herz und sprintete samt Puck durch die Waldkraiburger Reihen, ließ zwei Spieler aussteigen und schlenzte das Ding in den Kasten von Kevin Yeingst. Dies sollte der einzige Treffer für die Piraten aus dem Nachbarkreis bleiben. Die Löwen zeigten sich allerdings keineswegs geschockt vom Gegentor, ebenso wenig wie die Zuschauer auf den Rängen, ist es doch schon gute Tradition, erst einmal mit einem Gegentor zu beginnen. Mit einem Rückstand wollte Waldkraiburg jedoch nicht in die Kabine gehen. In der 19. Spielminute war es Josef Straka, der in Waldkraiburger Überzahl nach gutem Passspiel aller Anwesenden auf Zuspiel von Tomas Rousek eiskalt vollendete. Mit diesem 1:1 ging es auch in die Pause.

Das zweite Drittel, das darf man ruhig vorwegnehmen, war das Drittel des EHC Waldkraiburg und auch das des Nico Vogl. Ohne die Passgeber Fabian Kanzelsberger und Hradek in den Schatten zu stellen, muss man anmerken, dass das 2:1 mindestens zu 90 Prozent auf die Kappe von Nico Vogl geht. Dieser lief mit einem Affenzahn an der Bande entlang und gerade als es aussah, dass er mit dem Puck hinter dem Tor verschwindet, zog er vor das Tor und schob die Scheibe ins lange Eck. Ganze 34 Sekunden nach diesem Tor erneut ein Treffer und erneut war es Nico Vogl. Nach gewonnenem Bully im eigenen Drittel war es Leon Decker, der sich die Scheibe schnappte und auf den alleingelassenen Nico Vogl passte. Dieser lief auf das Tor, entschied sich gegen den erneuten Pass und dafür, die Scheibe im Tor unterzubringen. Dieses zweite Drittel zeigte, angetrieben vom Derby-Fieber, ganz gut, zu was diese Waldkraiburger Mannschaft fähig ist. Dorfen ging völlig unter in den Waldkraiburger Angriffsbemühungen und hätte sich nicht beschweren dürfen, wären sie nach dem zweiten Durchgang mit mindestens acht Toren zurückgelegen. Aber zurück zur Chronik. Nicht einmal drei Minuten mussten die Fans warten, um das nächste Tor der Löwen bejubeln zu dürfen. Wieder beteiligt Nico Vogl, dieses Mal allerdings nicht als Torschütze, sondern neben Leon Decker als Passgeber für Christof Hradek. Der agierte von der rechten Seite eiskalt und netzte mit Gewalt in das Tor der Eispiraten. Fünf Minuten Verschnaufpause gönnte man sich auf dem Eis. Wobei, von verschnaufen kann man nicht sprechen, wenn man stets das Dorfener Tor unter Beschuss nimmt. In der 30. Minute war es dann – Nico Vogl. Erneut war er es, der den Waldkraiburger Torjubel auslöste. Nach gewonnenem Bully von Christof Hradek und einem Pass von Fabian Kanzelsberger konnte er aus der Mitteldistanz den Puck im Tor der Eispiraten unterbringen. Ein weiteres Tor gab es in diesem Durchgang zu bejubeln. Überraschenderweise ganz ohne Beteiligung von Nico Vogl, war es Tomas Rousek, der auf Zuspiel von Mathias Jeske, nach gewonnenem Bully von Josef Straka, humorlos fast von der blauen Linie flach ins Tor traf und das halbe Dutzend somit voll machte.

Der dritte Spielabschnitt blieb torlos. Dies bedeutet jedoch nicht, dass er langweilig war. Man merkte den Dorfener Spielern an, dass sie in der Kabine entweder eine stramme Rede ihres Trainers Randy Neil gehört hatten oder sich allein entschlossen, aus dem Winterschlaf zu erwachen. Immer wieder kam es zu vielversprechenden Vorstößen, was die Partie in den ersten zehn Minuten ausgeglichener gestaltete. Auch die Löwen kamen immer wieder vielversprechend vor das Tor, zweimal hörte man sogar das vertraute Geräusch von Hartgummi auf Metall, hinein wollte die Scheibe jedoch nicht. Nicht einmal, als Patrick Zimmermann in Unterzahl einen Penalty für Waldkraiburg herausholte, den er im Anschluss allerdings bei Dorfens Andreas Marek, dem Torhüter, ablieferte.

So gewann der EHC Waldkraiburg dieses Derby ohne weiteres Tor mit 6:1 und bleibt an der Tabellenspitze der Eishockey Bayernliga. Den vom Trainer Alex Piskunov, stellvertretend für die Mannschaft, in den höchsten Tönen gelobten Fans war es egal, sie bejubelten ihre Mannschaft ausgiebig und diese jubelte in aller Form zurück. Ein rundum gelungener Eishockey-Abend in Waldkraiburg ging damit zu Ende.

Das nächste Heimspiel der Löwen findet am 22. November statt. Dann empfangen sie die Mammuts von der EA Schongau um 20 Uhr in der Raiffeisen-Arena.

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