Inn/Salzach-Derby im Liga-Pokal

Ein Kampf auf dem Platz – und am Mikro: 1860 Rosenheim besiegt Wacker Burghausen mit 3:2

Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Achitpol Keereerom (rechts), der für 1860 Rosenheim gegen Wacker Burghausen traf.
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Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Achitpol Keereerom (rechts), der für 1860 Rosenheim gegen Wacker Burghausen traf.
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
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  • Hans-Jürgen Ziegler
    Hans-Jürgen Ziegler
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Am Ende hat es bei kalten Temperaturen und einem eisigen Wind nicht nur auf dem Spielfeld geknistert. Auch bei der Analyse auf der Pressekonferenz nach dem Ligapokal-Inn/Salzach-Duell der beiden Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim und SV Wacker Burghausen – Endstand 3:2 für die Sechziger – wurde es nicklig.

Rosenheim – „Das Chancenverhältnis war klar auf unserer Seite. Rosenheim hat mit wenig sehr viel gemacht“, meinte Wacker-Coach Leo Haas, bemängelte eigene Fehler bei den drei Rosenheimer Treffern – und merkte an: „Da war nichts Herausgespieltes dabei.“ Eine Einladung zum Kontern für 1860-Trainer Thomas Kasparetti, der seine Ausführungen damit einleitete, das schon „anders gesehen“ zu haben. Und er kam auf seine Offensive zu sprechen: Man sei stets „brandgefährlich“ gewesen. Und: „Die drei Tore kamen ja nicht aus dem Nichts, da ist schon ein Plan dahinter.“

Beide Teams mit offenem Visier und kompromisslos in den Zweikämpfen

So wie sich die beiden Trainer im Nachklang duellierten, ging es auch auf dem Platz her. Da war nichts mit „langsam wieder reinkommen“, beide Teams agierten mit offenem Visier, intensiv und teilweise auch kompromisslos in den Zweikämpfen. Da ärgerte man sich nach Schiedsrichter-Entscheidungen, bis es Gelb gab, da wurde abseits des Geschehens ein Duell handgreiflich fortgesetzt und auch das ein oder andere Mal die offene Sohle drübergehalten – das war schon ganz Liga-Modus. Schiri Matthias Zacher hatte einiges zu tun und verteilte insgesamt sieben gelbe Karten.

Rosenheim mit Alin Goia im Tor

Burghausens Coach Haas ließ Keeper Egon Weber, Stürmer Sammy Ammari und Lukas Mazagg gegenüber dem 4:2-Sieg gegen Buchbach auf der Bank, verletzt fehlte Christopher Schulz, während Neuzugang Stefan Wächter noch nicht mit dabei war. Bei den Rosenheimern fehlten gegen über der Niederlage in Schalding-Heining Julian Höllen und der gesperrte Louis Zimmerschied. Weil auch Moritz Moser (eingeklemmter Nerv), Lucas Markert (offene Wunde am Fuß, die genäht wurde) und Sam Zander (Innenbandverletzung) fehlten, war der Kader arg ausgedünnt. Dazu gesellt sich nun auch Dominik Bacher, der in der 75. Minute ins Spiel kam und nur acht Minuten später humpelnd wieder raus musste – die Haching-Leihgabe war umgeknickt.

Kurz vor dem 1:1-Ausgleich: Achitpol Keereerom setzt sich gegen Burghausens Torhüter Herzig und einen Abwehrspieler durch und schiebt den Ball ins leere Tor.

Burghauser Führung durch Helmbrecht

Die erste Chance hatte Laurin Demolli, dessen Flachschuss sich aber Wacker-Tormann Marius Herzig krallte (6.). Nach einer Viertelstunde prüfte Wacker-Kapitän Felix Bachschmid 1860-Tormann Alin Goia, der den Schuss zur Ecke abwehrte. Bei Goia merkte man übrigens, dass er nach der Corona-Pause in der Rosenheimer Mannschaft angekommen ist. Der Rumäne dirigerte immer wieder lautstark seine Vorderleute – ganz anders als im vergangenen Herbst.

Sprachlos war Goia allerdings beim Führungstreffer der Salzachstädter durch Nicholas Helmbrecht, der aus der Drehung erfolgreich war – der Schuss wurde noch abgefälscht. Dieser Treffer hatte sich angedeutet, da Burghausen in dieser Phase das Mittelfeldzentrum für sich hatte und auch über außen Druck machte. Vielleicht war der Offensivgeist des Guten zu viel, denn fünf Minuten später wurden die Gäste ausgekontert. Laurin Demolli zog nach einem Burghauser Ballverlust los, passte dann in die Mitte, wo Wacker-Goalie Herzig zögerte und die Kugel passieren ließ – der mitgelaufene Achitpol Keereerom netzte mühelos ein. „Wir hätten uns dann früher belohnen müssen“, sagte Kasparetti und meinte wohl zwei Szenen vor der Pause: Einmal rauschte eine Demolli-Hereingabe knapp vor dem einköpfbereiten Keereerom vorbei, einmal bediente Korbinian Linner mit herausragender Übersicht Markus Sattelberger im Sechzehner, der die Kugel dann aber nicht aufs Tor brachte.

Belohnung für den Rosenheimer Kampfgeist nach dem Wechsel

Die Belohnung für den Rosenheimer Kampfgeist folgte nach dem Wechsel: In der 56. Minute brachte Mathias Heiß einen hohen Ball fast von der Grundlinie vors Tor, wo Christoph Fenninger parat stand und einnetzte. Zwei Minuten später passte Fenninger in die Mitte und Burghausens Maxi Drum beförderte die Kugel ins eigene Tor. In dieser Phase hatte man die Qualitäten des Rosenheimer Sturm-Neuzugangs gesehen: Laufstark, nie aufgebend und ein Mannschaftsspieler!

Anschlusstreffer durch Andrija Bosnjak

Doch auch Burghausen kämpfte. Andrija Bosnjak beförderte den Ball im zweiten Versuch mit einem satten Schuss zum Anschlusstreffer ins lange Eck. Weil Fenninger zehn Minuten vor Schluss alleine vor dem Wacker-Tormann an Herzig scheiterte, war für die Gäste noch alles möglich. Im Dauer-Druck gab es noch etliche Strafraumszenen. „Rosenheim hat sich bis zum Schluss dagegen geschmissen“, musste Haas anerkennen, „für uns war es eine absolut unnötige Niederlage“. Sein Fazit: „Für die Zuschauer war es ein interessantes Spiel.“ Und das Nachspiel bei der Pressekonferenz war nicht minder.

Chance für Christoph Fenninger, Neuzugang beim TSV 1860 Rosenheim im Liga-Pokalspiel gegen Wacker Burghausen.

TSV 1860 Rosenheim: Goia, Heiß, Wallner, Sattelberger, Linner, Shabani, Merdan, Keereerom (ab 75. Bacher, aber 83. Knauff), Demolli, Majdancevic, Fenninger.

SV Wacker Burghausen: Herzig, Agbaje (ab 71. Nicklas), Hingerl, Walter, Läubli (ab 59. Ammari), Drum, Maier (ab 46. Ade), Spanoudakis, Bachschmid (ab 71. Leipold), Helmbrecht, Bosnjak.

Schiedsrichter: Zacher (SV Nußdorf/Inn).

Zuschauer: 200.

Tore: 0:1 Helmbrecht (24.), 1:1 Keereerom (29.), 2:1 Fenninger (56.), 3:1 Drum (58., Eigentor), 3:2 Bosnjak (62.).

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