Den Liga-Pokal gibt es auch bei den Fußballern im Kreis Inn/Salzach

Die große Frage bleibt wohl noch ein paar Wochen unbeantwortet: Wann darf in Bayern wieder richtig gekickt werden? Wenn alles klappt, soll es Anfang September weitergehen mit der Saison 2019/20 – und mit einem Liga-Pokal. Die Vorbereitungen für den Neustart laufen auch im Kreis Inn/Salzach auf Hochtouren.

Rosenheim/Mühldorf– „Viele Vereine brennen darauf, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt Kreisspielleiter Hans Mayer (Petting), der die Pläne den Vereinen corona-gemäß in einer Video-Konferenz vorstellte. In Österreich ist „normaler“ Fußball schon seit dieser Woche wieder erlaubt, die ersten Teams haben prompt Freundschaftsspiele jenseits der Salzach ausgemacht, wie Mayer berichtet. Der oberbayerische Bezirksvorsitzende des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), Robert Schraudner, macht den Kickern Hoffnung: Wenn die Corona-Fallzahlen so niedrig blieben, gehe er davon aus, dass auch in Bayern um den 22. Juli herum wieder ein Trainings- und Spielbetrieb mit Körperkontakt erlaubt sein werde. „Aber diese Entscheidung trifft nicht der BFV.“

Punktspielstart für Anfang September geplant

Für das erste September-Wochenende (5./6.9.) hat Mayer die ersten Punktspiele angesetzt, in den meisten Spielklassen stehen dann erst einmal Nachholspiele auf dem Programm. Als erstes sind aber die Halbfinal-Spiele im unterbrochenen Toto-Pokal angesetzt, die am 1./2. September ausgetragen werden sollen, das Finale dann am 12./13. September. Bis Anfang Oktober soll jeder Verein vier bis fünf Punktspiele bestreiten.

Danach geht es los mit dem neuen Liga-Pokal. Der heißt so, weil alle Mannschaften einer Liga-Ebene (Kreisliga, Kreisklasse, A-, B- und C-Klasse) mitspielen, unabhängig von der Spielgruppe. Und damit der Wettbewerb nicht zum reinen Lückenfüller wird, geht es um zusätzliche Aufstiegsplätze: einen für die 29 Kreisligisten, jeweils einen bis zwei für alle anderen. Alle können daran teilnehmen – auch zweite Mannschaften, aber nur, wenn auch die erste mitspielt. Die Teilnahme ist freiwillig, bis 20. Juli läuft die Anmeldefrist. „Ich gehe davon aus, dass alle mitmachen“, wirbt Mayer. „Je mehr dabei sind, desto schöner wird es für alle.“ Sogar für den Fall, dass ein Absteiger den Liga-Pokal gewinnt, hat sich der BFV Gedanken gemacht: Der „gewinnt“ in dem Fall den Klassenerhalt. Wird der Liga-Pokalsieger gleichzeitig Meister, dann rückt der Zweite nach.

Pokal-Vorrunde wie eine kleine Liga

Die Vorrunde im Liga-Pokal sieht aus wie eine kleine Liga: fünf oder sechs Mannschaften, die von Mitte Oktober bis Mitte November einmal gegeneinander antreten – zwei- bis dreimal zuhause, zwei- bis dreimal auswärts. Die Gruppen werden so eingeteilt, dass es möglichst viele Lokalderbys gibt. Nach der Winterpause geht es, voraussichtlich im Pokalmodus, weiter, die Endspiele sind um Ostern angesetzt. Danach stehen die restlichen sechs bis sieben Liga-Spieltage an, die bis 15./16. Mai angesetzt sind – die Saison im Kreis ist damit zwei Wochen kürzer als gewohnt. Bis Pfingsten (23./24. Mai) soll auch die Relegation absolviert sein, um die Pfingstferien für den ersten ersehnten „Nach-Corona-Urlaub“ freizuhalten.

Apropos Corona: Sollte die befürchtete „zweite Welle“ des Virus im Herbst doch noch kommen, wäre der Liga-Pokal das erste, was ihm wieder zum Opfer fiele. „Die Liga hat absoluten Vorrang“, betont Mayer. Ein späterer Starttermin ließe sich dagegen noch verkraften, solange es noch im September losgehen kann.

Skepsis ist nicht zu überhören

Skeptische Stimmen sind zurzeit in der Minderzahl, doch sie sind nicht zu überhören: Ob man nicht alle Punktspiele erst im Frühjahr 2021 austragen könne, fragte Erika Pohlner, Abteilungsleiterin beim SC Inzell, in der Konferenz. Einigen ihrer Spieler hätten die Arbeitgeber das Fußballspielen praktisch verboten, der Ansteckungsgefahr wegen.

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