Liga-Bestwert für die Rosenheimer Eishockeyspieler: Starbulls bereits fünfmal „zu Null“

Blieb das erste Mal in dieser Saison ohne Gegentor:Starbulls-Keeper Luca Endres beim 4:0-Sieg gegen Regensburg, Ziegler

Dezember ist nicht gleich Dezember, wie nicht nur Meteorologen oder Skilift-Betreiber aus eigener Erfahrung wissen. Im Eishockey ist eins aber jeden Dezember gleich: eine Menge Spiele, mehr als in „normalen“ Monaten, um die vielen freien Tage der Fans auszunutzen und in klingende Münze zu verwandeln.

Rosenheim – Im Vergleich zum soeben zu Ende gegangenen Dezember der Starbulls-Eishockeyspieler mit dem des letzten Jahres, in dem exakt die gleiche Anzahl Punktspiele (zehn), auf dem Terminplan standen, war der abgelaufene Monat deutlich besser

Dezember: Kein Vergleich zum Vorjahr

Zu Beginn des Dezembers 2018 hatte Manuel Koflers Team den zweiten Platz hinter Peiting inne und gewann auch noch die ersten beiden Matches (in Sonthofen und gegen Weiden). Dann aber war erstmal Sense mit den Erfolgserlebnissen. Bis zum Jahresende folgten sieben Niederlagen, drei davon in Overtime oder Penalty-Schießen, nur unterbrochen von einem weiteren Sieg gegen Sonthofen. Bilanz des Dezembers 2018: Drei Siege, sieben Niederlagen, nur zwölf von dreißig möglichen Punkten. Es folgten noch zwei weitere Schlappen nach dem Jahreswechsel, ehe ein 7:1 gegen Memmingen (!) wieder ein Erfolgserlebnis brachte.

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Zu Beginn in unangenehmer Distanz zu Platz acht

Diesmal verlief der finale Monat des Jahres anders und aus Rosenheimer Sicht wesentlich erfreulicher. Vor dem ersten Dezembermatch standen Sicinskis Jungs auf Platz fünf, und das in unangenehm knapper Distanz zu Rang acht. Zwar begann der Dezember wieder mit einem Sieg, doch nach zwei Niederlagen (gegen Sonthofen und Memmingen) und dem Abrutschen auf Rang sechs schien es schon wieder ein Dezember für Pessimisten zu werden. Mit dem 6:4 in Selb (nach 0:2-Rückstand) begann aber dann ein Höhenflug, in dem die Starbulls fünf von sechs Begegnungen glatt gewannen und auch mit der einzigen Niederlage (nach Penalty-Schießen in Regensburg) noch punkten konnten. Fünf Drei-Punkte-Siege in Folge: Eine solche Serie hatte es zuletzt vor über einem Jahr, im November 2019 gegeben. Und derzeit ist ja auch noch die Serie von sieben Partien ohne Null-Punkte-Spiel am Laufen, auch eine solche liegt über ein Jahr zurück, damals gleich neun Spiele.

Die letzten drei Partien der Starbulls hatten es ja wirklich in sich. Im Gegensatz zum Doppel-Match gegen Höchstadt warteten diesmal mit Zweitliga-Absteiger Deggendorf (allerdings ersatzgeschwächt) und dem „heißesten Team der letzten Wochen“, Regensburg mit zuletzt 28 von 30 möglichen Punkten, auf Kapitän Baindl und seine Kameraden. Und die verstanden auf die verschiedenste Art und Weise zu siegen oder zumindest zu punkten. Weder durch zwischenzeitliche Rückschläge (1:3-Rückstand in Regensburg) oder kurzzeitige Gegentorfluten (gegen Deggendorf drei Gegentreffer in zweieinhalb Minuten) ließ man sich entscheidend aus dem Konzept bringen, und im abschließenden Match des Jahres schloss sich mit einem 4:0 gegen Regensburg der Kreis zum Beginn des Monats, als man gegen Höchstadt mit dem gleichen Ergebnis gewann. Dabei konnte Luca Endres endlich seinen ersten Shutout in der Liga feiern. Lukas Steinhauer hat heuer bereits deren vier auf dem Konto. Kein anderes Team hielt heuer bereits fünfmal das „Zu Null“ wie die Starbulls. Deggendorf und Memmingen, die beiden Konkurrenten an der Spitze, schafften dies viermal.

Mit Memmingen das beste Heimteam

Gerade auf eigenem Eis haben die Starbulls ihre Fans in den letzten Wochen ganz schön verwöhnt und sind derzeit, weil die bisher gnadenlos heimstarken Füssener ein bisschen schwächeln, neben Memmingen die Besten in eigener Halle, auch weil man die auswärts überragenden Deggendorfer (vor dem Gastspiel in Rosenheim mit 30 von 39 möglichen Auswärtspunkten!) bezwingen konnte. Zu bedauern waren die Deggendorfer Torhüter: David Zabolotny musste bereits nach elf Sekunden den Puck aus dem Netz holen, und für seinen Nachfolger Henning Schroth dauerte es nach seiner Einwechslung Mitte des Spieles genau so lang (oder so kurz) bis zum ersten Gegentor!

Kumeliauskas wie einst Tyler McNeely

Eine absolute Gala lieferte in diesem Spiel wieder Tadas Kumeliauskas ab, der nicht nur seinen ersten Hattrick im Starbulls-Dress feiern durfte, sondern auch mit seinem Kurvenlauf zum 7:4 ein Tor erzielte, wie man es seit Tyler McNeely an der Mangfall nicht mehr bejubeln konnte.

„Wildes Drittel“

Starker Bestandteil des Erfolgs der letzten Wochen sind auch die Special Teams. In den letzten sechs Partien ließen die Starbulls weder gegen die Powerplay-Mächte Deggendorf und Regensburg noch gegen Weiden einen Überzahltreffer zu; das einzige Gegentor in den letzten 38 Minuten Unterzahl gelang ausgerechnet dem Schlusslicht in dieser Rubrik, den Alligators aus Höchstadt. Bei eigener Überzahl punkten Fröhlich, Höller, Draxinger & Co. dagegen regelmäßig: In den letzten sieben Begegnungen wurde irgendwann eine gegnerische Strafzeit auch bestraft, wobei in 40 Minuten Überzahl insgesamt acht Tore gelangen.

Am spektakulärsten war sicherlich das „wilde Drittel“ am Weihnachtstag, als binnen zwölfeinhalb Minuten sieben Treffer fielen, darunter der erwähnte Blitz-Dreierpack für die Gäste. Sieben Tore in einem Drittel, das hatte es heuer noch nie gegeben; selbst als die Selber Wölfe den Starbulls bei ihrem Sieg in Rosenheim einen ähnlichen Dreifach-Schlag bescherten, waren es, wie bei zwei anderen Gelegenheiten, nur deren sechs gewesen.

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