Starbulls Rosenheim verlieren nach einer 2:0-Führung in Bietigheim mit 2:5 - Am Mittwoch Heimspiel

Im letzten Drittel brachen alle Dämme

Fabian Zick ist hier vor dem Bietigheimer Marco Schütz an der Scheibe. Fotos Baumann
+
Fabian Zick ist hier vor dem Bietigheimer Marco Schütz an der Scheibe. Fotos Baumann

Bitter, Starbulls: Durch fünf Treffer im letzten Drittel besiegten die Bietigheim Steelers die Starbulls Rosenheim gestern Abend nach einem 0:2-Rückstand noch mit 5:2. Dadurch haben sie in der Play-off-Halbfinalserie der DEL 2 zum 1:1 ausgeglichen.

Im sechsten Vergleich mit den Starbulls in dieser DEL-2-Saison feierten die Bietigheim Steelers den ersten Sieg. Der Titelverteidiger aus dem Ellental gewann das zweite Play-off-Halbfinalduell gegen seinen bisherigen Angstgegner dank eines fulminanten Schlussdrittels. Spiel drei steigt am Mittwoch (19.30 Uhr) im Kathrein-Stadion.

Die Steelers traten zwei Tage nach dem 3:5 in der Auftaktbegegnung ohne Jochen Vollmer an. Eine Vorsichtsmaßnahme. Der 33-jährige Keeper, der in den Playoff-Duellen zuvor grandios gehalten hatte, laboriert an einer Muskelverhärtung und saß nicht einmal als Backup auf der Bank.

Vollmers Stellvertreter Frédéric Cloutier merkte man zunächst die fehlende Wettkampfpraxis an. Der Kanadie, wurde gleich eiskalt erwischt: Er ließ einen Schuss von Starbulls-Verteidiger Dominic Auger nach vorne abprallen und Norman Hauner staubte zum 0:1. Gerade einmal 39 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt absolviert. Die Rosenheimer spielten wie entfesselt auf, kombinierten flüssig und diktierten das Geschehen. Bietigheim kam dagegen überhaupt nicht in die Partie. Die logische Folge war das 0:2 in der fünften Minute. Die Steelers-Defensive griff Kim Staal nicht energisch genug an, so dass der formstarke Däne in zentraler Schussposition weitgehend ungehindert abziehen konnte - und der Puck schlug im langen Eck ein. Staals bereits siebter Treffer im siebten Play-of-Duell.

Erst jetzt wachten die Hausherren allmählich auf und setzten ihrerseits erste Nadelstiche. Die Spieler beider Teams schonten sich nicht und teilten ordentlich aus. Mit den Scharmützeln häuften sich auch die Strafminuten. Sogar Starbulls-Goalie Pasi Häkkinen kassierte eine Strafzeit, weil er Henry Martens im Liegen in die Seite geboxt hatte. Zuvor hatte der Bietigheimer Abwehrspieler den Finnen allerdings auch über den Haufen gefahren.

Nach dem verpatzten Start passten sich auch die Steelers im zweiten Durchgang an die Glanzform der Gäste an. Die zwei Mannschaften lieferten sich nun einen heißen Schlagabtausch. Dabei agierten sie wesentlich disziplinierter als noch in den ersten 20 Minuten, was sich auch an der nur einen Zwei-Minuten-Strafe für Rosenheims Robin Hanselko kurz vor Drittelende bemerkbar machte. Die Schwaben hatten zwar das Gros der Chancen, aber die Rosenheimer wie gewohnt mit Häkkinen einen bestens aufgelegten Torhüter sowie eine sehr aufmerksame Defensive. Hinzu kam die fehlende Präzision des Noch-Meisters im Abschluss. Doch auch die Gäste hatten mehrmals die Gelegenheit, den womöglich vorentscheidenden Treffer zu erzielen. Dass sie das nicht taten, sollte sich noch rächen.

Im Schlussdrittel mobilisierte Bietigheim die letzten Kraftreserven und spielte den Gegner mit Hochdruck an die Wand. Wieder einmal brachte ein Überzahltor den SCB in der 45. Minute zurück ins Spiel. Beim vierten Steelers-Powerplay fand Verteidiger Markus Gleich die Lücke und verkürzte auf 1:2. Alles war wieder offen. Jetzt verwandelte sich die Arena vollends in einen Hexenkessel. In der 50. Minute tankte sich Alexej Dmitriev durch und die Scheibe schlüpfte Häkkinen durch die Schoner ins Tor - 2:2.

Bei eigener Überzahl leisteten sich die Starbulls dann in der 55. Minute einen fatalen Fehler im Aufbauspiel. Beim Bietigheimer Konter hängte Dmitriev Verteidiger Robin Weihager ab und verlud Häkkinen - das 3:2. Nun brachen bei Rosenheim alle Dämme. Nach einem uneigennützigen Querpass von Heatley besorgte René Schoofs das 4:2 (56.). Den Schlusspunkt zum 5:2 setzte der überragende Dmitriev in Überzahl mit seinem dritten Treffer an diesem Abend (59.). Bei dem Gegentor verletzte sich Häkkinen und musste seinen Platz zwischen den Pfosten für Ersatzmann Timo Herden räumen. Mit zahlreichen Raufereien und Strafminuten endete schließlich eine denkwürdige Begegnung zweier Topmannschaften, die sich nichts schenkten. Die Play-off-Serie zwischen Bietigheim und Rosenheim - sie scheint heiß zu werden.

Statistik: Bietigheim Steelers - Starbulls Rosenheim 5:2 (0:2, 0:0, 5:0). Tore: 0:1 (1.) Hauner/Auger, Weller, 0:2 (5.) Staal/Strakhov, 1:2 (45.) Gleich/Squires, Heatley, 2:2 (50.) Dmitriev/McKnight, Wrigley, 3:2 (55.) Dmitriev/Gleich, 4:2 (56.) Schoofs/Heatley, Vogl, 5:2 (59.) Dmitriev/St. Jacques, Steingroß; Schiedsrichter: Krawinkel, Fischer; Strafminuten: Bietigheim 20, Rosenheim 25 plus 10 Disziplinar für Strakhov plus Spieldauer für Müller; Zuschauer: 2654. ae

Kommentare