ERSTER DEUTSCHER AM PODEST

Leon Vockensperger schreibt im Weltcup Geschichte

Einer der Sprünge, die Leon Vockensperger in der Schweiz zeigte.
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Einer der Sprünge, die Leon Vockensperger in der Schweiz zeigte.

Mit seinem zweiten Platz bei den Laax Open in der Schweiz hat der Flintsbacher Leon Vockensperger für Furore gesorgt – und für eine Bestmarke! Der 21-Jährige vom SC Rosenheim ist nämlich der erste Deutsche, der bei einem Weltcup der Snowboard-Freestyler aufs Stockerl kam.

Laax– Leon Vockensperger wollte vor allem seine Läufe genießen. Die Zeit bei den Laax Open nach eigener Aussage maximal auskosten. Mit diesem Ergebnis hatte der Flintsbacher vom SC Rosenheim aber nicht gerechnet: Der 21-Jährige stand als Zweiter auf dem Podest, feierte beim Freestyle-Highlight in der Schweiz sein erstes Weltcup-Podium. Er ist der erste deutsche Freestyle-Snowboarder, dem dieses Kunststück bei den Herren im Weltcup gelingt.

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Tricks mit höchster Schwierigkeit

Im Slopestyle-Finale hatte Vockensperger den Lauf seiner bisherigen Karriere abgeliefert und Tricks höchster Schwierigkeit – Switch back 1260° Melon, Back Triple Weddle – sauber in den Schnee gesetzt. „Ab dem Moment als ich eingedroppt bin, hatte ich Spaß. Es ist verrückt, seinen eigenen Namen neben denen seiner Idole zu lesen“, meinte der Flintsbacher nach dem Wettbewerb. Im Slopestyle wird ein Parcours durchfahren, in dem die Athleten diverse Tricks und Sprünge zeigen müssen.

Leon Vockensperger ist der erste Deutsche auf dem Stockerl im Slopestyle- Weltcup.

„Das hat so Bock gemacht“

Bereits im Halbfinale zeigte Vockensperger groß auf und lieferte die drittbeste Leistung aller Halbfinalisten ab. „Das hat so Bock gemacht. Ich kann immer noch spüren, wie es war, als ich in den Kurs gedroppt bin. Während meines Runs musste ich die ganze Zeit grinsen“, meinte der 21-Jährige hinterher.

Lange Leidenszeit nach Verletzung

Für Vockensperger ist damit eine lange Leidenszeit zu Ende gegangen, denn ein Riss des Syndesmodebandes mit anhaltenden Komplikationen in der Reha und einer Operation im Januar 2019 bremsten ihn aus. Mehr als ein Jahr war der Flintsbacher nicht mehr auf dem Brett gestanden, ehe er im Frühjahr 2020 in Schweden wieder „ein Gefühl für das Board“ bekommt, wie der 21-Jährige anmerkt. Nach dem Erfolg von Laax denkt er auch an diese Zeit zurück: „Das erste Mal, dass ich ein Weltcupfinale erreicht habe, war 2018. Gleich danach habe ich mich verletzt, bin eine Saison komplett ausgefallen. Diesen Winter kann ich endlich wieder angreifen. Jetzt bin ich Zweiter in Laax. Das ist der perfekte Zeitpunkt, um die Verletzung hinter mir zu lassen und nach vorne zu schauen.“

Trainer sagt: „Ich bin mega-stolz auf ihn“

Freestyle-Headcoach Michael Dammert von Snowboard Germany meint: „Leon konnte endlich zeigen, was er kann. Er hat in den vergangenen Wochen viel mental gearbeitet. Diese neu aufgebaute Nervenstärke hat er heute bewiesen. Wir sind mega happy, dass alles so aufgegangen ist.“ Und der deutsche Slopestyle-Coach Friedl May sagt: „Leon musste die vergangenen Jahre immer wieder Rückschläge einstecken, hat trotzdem nicht aufgegeben. Ich bin mega-stolz auf ihn und was er geleistet hat.“ re/tn

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