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Traumlauf bei Titelkämpfen in den USA

„Flotter Vierer“: Das sagt die Töginger Sprinterin Alexandra Burghard zu WM-Bronze

Bronze für die Tögingerin Alexandra Burghardt und die deutsche Staffel bei der WM in der 4x100 Meter-Staffel der Frauen: Von links: Tatjana Pinto Alexandra Burghardt, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase
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Bronze für die Tögingerin Alexandra Burghardt und die deutsche Staffel bei der WM in der 4x100 Meter-Staffel der Frauen: Von links: Tatjana Pinto Alexandra Burghardt, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase

Die deutschen Sprinterinnen schlugen nach den vielen deutschen Enttäuschungen immer wieder ungläubig die Hände vor die Gesichter und lagen sich freudetrunken in den Armen. Dann flossen die Tränen.

Töging/Burghausen – 2022 könnte das Jahr von der Tögingerin Alexandra Burghardt werden: Im Februar hat sie bei den Olympischen Winterspielen in Peking die Silbermedaille im Zweierbob als Anschieberin von Mariama Jamanka aus Berlin gewonnen, am 4. April hat sie ihren langjährigen Lebensgefährten Philipp Altenbuchner (jetzt Burghardt) geheiratet und nun flog die Sprinterin von der LG Gendorf Wacker Burghausen bei der Leichtathletik-WM in Eugene zusammen mit Tatjana Pinto (LC Paderborn), Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) mit der 4x100-Meter-Staffel überraschend zu Bronze.

Bei der Heim-EM vom 15. bis 21. August in München könnte der Lauf der Tögingerin, die in Altötting lebt, sogar weitergehen. „Jetzt fehlt noch Gold“, sagt die 28-Jährige, die bei den kontinentalen Titelkämpfen über 200 Meter sowie erneut mit dem Sprintquartett antreten wird.

Als Dritte des Vorlauflaufs ins Finale

Nach ihrem Kurzauftritt bei der WM im US-Bundesstaat Oregon im Einzelrennen über 100 Meter, wo sie – durch eine schlechte Vorbereitung mit Verletzungen und Krankheit gehandicapt – mit 11,29 Sekunden als Sechste ihres Vorlaufs sang- und klanglos ausgeschieden war, startete Burghardt mit der Staffel durch. Gemeinsam mit Pinto, Lückenkemper und Haase sprang zunächst im Vorlauf mit 42,44 Sekunden der dritten Platz hinter Großbritannien (41,99) und Jamaika (42,37) heraus.

„Wir müssen mehr Risiko gehen“

„Wir müssen mehr Risiko gehen, aber es ist nicht ganz leicht mit den Windbedingungen, da müssen wir vielleicht doch ein bisschen intuitiver rangehen. Wir hatten Gegenwind, dann kam wieder Rückenwind. Da müssen wir auf die Erfahrung vertrauen“, erklärte die gebürtige Mühldorferin die Marschroute fürs Finale.

Dann zündete Haase den Turbo

Und die wurde dann auch eingehalten: Der „flotte Vierer“ legte einen Traumlauf hin und beendete damit die trost- und medaillenlose Zeit von Team Deutschland bei diesen Titelkämpfen. Den Erfolg leitete Pinto als Startläuferin auf Bahn 7 ein. Sie fand gut ins Rennen und wechselte problemlos auf die groß gewachsene Burghardt, die mit langen Schritten die gute Ausgangsposition auf der Gegengerade hielt und an Lückenkemper übergab. Haase zündete dann den Turbo und verteidigte den Vorsprung auf das nigerianische Team an Position 4 auf den letzten Metern.

Am Ende rauschte das DLV-Quartett mit 42,03 Sekunden zu Bronze hinter den USA (41,14) und Jamaika (41,18) – und schrie im Ziel mit der deutschen Fahne über den Köpfen mit einem lauten „Jaahh!“ die überschäumende Freude erleichtert heraus. Die Sprinterinnen schlugen nach den vielen deutschen Enttäuschungen immer wieder ungläubig die Hände vor die Gesichter und lagen sich freudetrunken in den Armen. Tränen flossen.

Bei der Siegerehrung strahlte die gut harmonierende Mannschaft auf dem Podest und präsentierte stolz die Medaillen. „Wir haben im Vorfeld die ganze Zeit vom Glück der Tüchtigen gesprochen und heute war es endlich mal mit uns“, sagte Deutschlands aktuell beste Sprinterin Gina Lückenkemper. „Endlich, endlich“, fügte die EM-Zweite von 2018 geradezu beschwörend an. „Wir haben es uns so oft gewünscht und nun haben wir es einfach mal gemacht und hatten auch ein bissl Glück. Das braucht man einfach“, kommentierte Alexandra Burghardt den Erfolg. Schlussläuferin Rebekka Haase hatte Platz drei auf der Zielgeraden abgesichert und war danach besonders emotional: „Wir sind unfassbar stolz. Wir haben sieben Jahre zusammen für diese Medaille gekämpft.“

Das erste Edelmetall seit 2009

Für eine deutsche 4x100-Meter-Staffel war es das erste Edelmetall seit Bronze bei der WM 2009 in Berlin. Vor einem Jahr hatte es bei den Olympischen Spielen in Tokio in der gleichen Besetzung immerhin zum fünften Platz gereicht. „Wir wussten, dass, wenn alles passt, die Medaille drin ist. Jeder hat seinen Job gemacht, jeder war konzentriert. Wir waren einfach im Flow. Und wir haben uns belohnt. Wir sind so oft Vierte und Fünfte geworden. Es ist ein Traum, dass das so ausgegangen ist“, jubelte Burghardt.

Schwierige letzte Wochen für Burghardt

Dabei blickte sie aber auch noch einmal auf ihre schwierigen letzten Wochen zurück: „Es war in der Vergangenheit nicht einfach, für mich verlief der Weg nach Eugene nicht ohne Probleme. Deswegen bin ich umso dankbarer, dass das Team und die Trainer das Vertrauen in mich gesteckt haben und dass ich mit den Mädels eine Medaille holen konnte.“

Dieser Coup sollte der Olympia-Elften von Tokio 2021 über die 100 Meter auch Flügel verleihen für die Heim-EM im Münchner Olympiastadion, bei der sie sich der lautstarken Unterstützung von Freunden und Familie auf den Rängen sicher sein kann. Kollegin Lückenkemper sagt der Konkurrenz schon mal den Kampf an: „Mit dieser Staffel ist alles möglich.“fa/dpa

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