Lebensversicherung Alexander Höller – „Lieblings-Ösi“ erzielte bereits neun Starbulls-Tore

Alexander Höller durfte in dieser Saison schon neunmal über seine Tore jubeln.
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Alexander Höller durfte in dieser Saison schon neunmal über seine Tore jubeln.

Nachdem Thomas Greilinger vergangenen Mittwoch mit seinem Gamewinner zum 5:4 die grandiose Rosenheimer Aufholjagd abgewürgt hatte, bezeichnete der Deggendorfer Sprade-TV-Kommentator ihn als „die Lebensversicherung des DSC“, und das zurecht. Aber auch die Starbulls haben eine solche Lebensversicherung – und die heißt Alexander Höller.

Rosenheim– Was Rosenheims „Lieblings-Ösi“ im bisherigen Saisonverlauf leistet, hat keine Parallele in der höherklassigen Starbulls-Historie. In den bisherigen fünf Spielen hat die Nummer 21 bereits neun Treffer erzielt und bei weiteren vieren assistiert, war also an fast zwei Dritteln der aus dem Spiel heraus erzielten 21 Tore (ohne den Shootout-Treffer in Garmisch) direkt beteiligt! Bisher hatten den Startrekord zwei Legionäre mit jeweils sechs Toren inne: Viteszlav Bilek lag letzte Saison bei sechs Toren nach fünf Partien (davon vier im Auftakt-Match gegen Memmingen), John Snowden kam 2007 auf ebenso viele Tore. Nicht von ungefähr belegen Höller und Greilinger derzeit die Ränge eins und zwei in der Scorerliste der Liga.

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Ohne die Paradereihe Tabellenletzter?

Noch spektakulärer wird es, wenn man die Beteiligungen seiner beiden Sturmpartner Michael Baindl und Kevin Slezak mitrechnet; erst vier Tore fielen bisher, an denen keiner der drei durch Torschuss oder Vorlage mitgewirkt hat! Krass ausgedrückt: Ohne die Paradereihe wären die Starbulls wohl Tabellenletzter!

Der beste Vorbereiter der Starbulls ist Josh Mitchell (hinten), hier mit einem tollen Querpasse vor dem 4:4-Ausgleich gegen Selb durch Michael Fröhlich. Ziegler

Aber auch für die anderen Oberliga-Teams war die erste „Englische Woche“ der neuen Saison eine turbulente, wurde das Tabellenbild doch an diesen drei Spieltagen kräftig durcheinandergewirbelt. Alle Klubs außer den noch ungeschlagenen Deggendorfern und den Schlusslichtern Lindau und Höchstadt (drei Punkte) sowie Sonthofen (fünf Punkte) liegen praktisch gleichauf. Zwischen dem Tabellenzweiten Riessersee und den Neunten Regensburg liegen nur zwei Punkte Differenz, und nicht weniger als fünf Teams sind punktgleich, Rosenheim, Selb und Peiting auch noch mit der gleichen Tordifferenz!

Natürlich ist rein zahlenmäßig im vergleichbaren Zeitraum in Rosenheim ein Rückschritt zu verzeichnen. In den vergangenen beiden Jahren verloren die Starbulls keins ihrer ersten fünf Spiele, diesmal schon zwei. Die Offensiv-Ausbeute blieb im Wesentlichen gleich (21, 22, 22), doch während man letztes Jahr nur drei Treffer kassiert hatte, sind es heuer schon deren 19! Aber Hand aufs Herz: Für einen neutralen Betrachter waren die beiden Partien in Deggendorf und gegen Selb, in denen die Starbulls von mitreißenden Aufholjagden bis zu vorübergehenden Komplett-Zusammenbrüchen (gegen Selb mit drei Gegentoren in 68 Sekunden, neuer Rekord seit 2004) alles boten, echte Leckerbissen

Überzahlspiel ist bisher ein „Leckerbissen“

.Ein Leckerbissen ist bisher auch das in den Kofler-Jahren zurecht viel gescholtene Powerplay. Während man seinerzeit meist im unteren Bereich der Tabelle lag (zeitweise sogar ganz hinten), konnten Höller & Co. heuer in gut 31 Minuten Überzahl bereits neunmal jubeln. Nur Memmingen erzielte gleichviele Powerplaytore, Aufsteiger Füssen hat mit 43,8 Prozent eine noch bessere Quote als die 40,9 Prozent der Starbulls. In Überzahl wird Höller (sechs Scorerpunkte) übrigens noch von Josh Mitchell übertroffen, der mit teilweise genialen Pässen bereits sieben Tore vorbereitete und eins selbst erzielte.

Eine wenig erfreuliche Woche hatte Torhüter Lukas Steinhauer. Zum Start noch mit einem Shutout gegen Weiden gefeiert, erlitt er zuletzt vier Spieldrittel zum Vergessen. Vier Gegentore aus zehn Schüssen in den ersten 20 Minuten in Deggendorf, dann sechs aus 21 gegen Selb, wobei man zu seiner Entschuldigung durchaus anfügen kann, dass die Selber Wölfe am Sonntag mit „Sonntagsschüssen“ und eiskalt verwandelten Alleingängen nicht gerade geizten. Und an Ian McDonald (zwölf Tore in elf Spielen) und Lanny Gare (15 Karrieretore gegen Rosenheim) haben sich schon andere Starbulls-Goalies die Zähne ausgebissen. Gut nur, dass Backup Luca Endres jederzeit bereit ist, erfolgreich einzuspringen!

Gefährliche Förderlizenz-Spieler beim Gegner

Was auch auffiel: Drei der Gegentore des Wochenendes fielen durch Förderlizenz-Spieler, Lukas Mühlbauer (Landshut) für Regensburg und den Bayreuther Tim Zimmermann (gleich zwei) für Selb. Und auch für Riessersee hatte München-Leihgabe Dennis Lobach schon doppelt getroffen. Da werden Erinnerungen wach an die tolle DEL2-Saison 2017/18 des bisher einzigen Förderlizenzlers in Rosenheimer Diensten, Stefan Loibl, den die Straubinger Tigers damals den Starbulls überlassen hatten und der fast 30 Scorerpunkte zur letzten halbwegs erfolgreichen Zweitliga-Saison beitrug. Von Manfred Eder

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