Lange Trainingspause, lange Anreise: Den Volleyballern fehlt diesmal die Präzision

Da konnten sich die Mühldorfer noch so strecken: Gegen Leipzig war am Samstag kein Kraut gewachsen. Das Trainingsdefizit wirkte sich auf die Präzision des Mühldorfer Aufschlag- und Angriffsspiel aus. Von links Zied Chalgmi, Alex Brandstetter, Kilian Nennhuber und Florian Gschwendtner.
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Da konnten sich die Mühldorfer noch so strecken: Gegen Leipzig war am Samstag kein Kraut gewachsen. Das Trainingsdefizit wirkte sich auf die Präzision des Mühldorfer Aufschlag- und Angriffsspiel aus. Von links Zied Chalgmi, Alex Brandstetter, Kilian Nennhuber und Florian Gschwendtner.

2. Volleyball-Bundesliga: Eklatantes Trainingsdefizit macht sich auch im Spiel der Mühldorfer bemerkbar – TSV Mühldorf unterliegt bei Gastgeber Leipzig mit 1:3

Von Josef Enzinger

Mühldorf – Immer wieder Julius Karoos, der aus allen Lagen eine perfekte Annahme zu Zuspieler Martin Burgartz schiebt, der wiederum einen effektiven Angriff aufbauen kann. Nein, es war nicht der Tag der Mühldorfer, die am Samstag bei den L. E. Volleys aus Leipzig zu bestehen hatten, dabei aber mit 1:3 unter die Räder kamen. Besonders bitter: Satz vier, den Leipzig mit 25:9 gewann. Trainer Michi Mayers Fazit: „Uns fehlte die Präzision bei den Aufschlägen, die wir nicht haben können, wenn wir nicht trainieren können!“

Damit war eigentlich alles gesagt in Bezug auf die Partie zwischen den Oberbayern und den Sachsen, die zur Folge hat, dass die Leipziger mit nun drei Punkten mehr auf dem Konto mit Mühldorfer die Plätze tauscht, nach dem Samstagsspiel auf sieben hochkletterte, während Mühldorf auf Rang acht abrutscht.

Mit 14 Spielern nach Sachsen angereist

Mit einem Kader von 14 Spielern war Mühldorf nach Leipzig gereist und mit seiner Stammformation um Kapitän Thomas Brandstetter vielversprechend ins Spiel gestartet. Leipzig führte zur ersten technischen Auszeit nur mit 8:7, alles war bis dato offen. Zwei Serien sollten den Mühldorfern in diesem Satz dann aber den Garaus machen. „Und die fängt man sich eben ein, wenn es ein Trainingsdefizit gibt, wie wir es wegen der Corona-Quarantäne hinnehmen mussten“, analysiert Trainer Mayer die rasanten Punktverluste, die zunächst zu einer 11:8-Führung der Gastgeber geführt hatte. Da war Mühldorf noch in der Lage zu kontern (11:12), doch in der Schlussphase entglitt den Mühldorfer die Partie erneut, drei Punkte in Folge brachte Leipzig in die bessere Ausgangslage (22:17). „Auch wenn die Leipziger ähnlich wenig trainieren konnten: Sie verfügen dann aber zumindest über die nötige Routine, um den Satz zuzumachen“, kommentiert Mayer den 21:25-Satzverlust, den auch Tim Aust nicht mehr abwenden konnte. Der Youngster war in der Schlussphase für Alex Brandstetter als Zuspieler eingewechselt worden.

Zwei Dreierserieen gleich zu Beginn

Es waren wieder zwei Dreierserien – zum 3:0 und zum 6:2, die Leipzig auch in Durchgang zwei davonziehen ließen. Beim 8:10 reagierte Mayer, brachte Hauke Ferch für Zied Chalgmi im Außenangriff und tatsächlich kämpften sich die Mühldorfer heran (13:13). Auch weil sie es ganz gut schafften die Mittelblocker auf Leipziger Seite – Jerome Ptock und Henrik Kamphausen zu blocken. Wiederum reichte dann eine kurze Schwächephase, damit die Leipziger auf 19:14 davon ziehen konnten – zuviel, um noch einmal ranzukommen (18:25).

Fabian Bartsch lässt es im dritten Satz krachen

Im dritten Durchgang wollten es die Mühldorfer dann aber wissen. Schnell hatten sich die Innstädter mit Aufschläger Fabian Bartsch eine komfortable 4:0-Führung herausgespielt, als die Gastgeber zum ersten Mal wechselten, zunächst auf 8:10 verkürzten und sogar mit 11:10 in Führung gingen. Mühldorf erkämpfte sich nun Punkt für Punkt, konnte sich dank der aggressiven Angriffe von Tom Brandstetter dann auch die Führung zurückholen. Flo Gschwendtner machte am Aufschlag aus einem 21:20 ein 24:20, wenig später war der 25:21-Erfolg unter Dach und Fach.

Der Absturz folgte in Durchgang vier

Wer glaubte, dass es so weitergehen würde, konnte in Abschnitt vier kaum seinen Augen trauen. Erst 0:3, dann 1:5 – Trainer Michi Mayer musste die erste Auszeit nehmen, beim 1:9 dann hatte er sein Auszeiten-Kontingent auch schon ausgereizt. Auf Mühldorfer Seite lief gar nichts mehr. „Wir so viel schieflaufen konnte. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, zeigte sich Diagonalspieler Fabian Bartsch nach der Partie etwas enttäuscht darüber, dass der vierte Satz so klar an Leipzig gegangen war. Denn mehr als neun Punkte waren beim 9:25 aus Sicht der Mühldorfer nicht drin. „Wir haben auf der Trainerbank relativ schnell gesehen, dass es da nichts mehr zu holen gibt und haben zumindest den jungen Spielern Spielzeit gegönnt.“

Michi Mayer gab den Youngsters eine Chance

Zunächst setzte Mayer auf einen Doppelwechsel: Fritz Vähning kam für Alex Brandstetter, Tim Aust für Fabian Bartsch. Und Hauke Ferch sollte Thomas Brandstetter im Außenangriff ersetzen. Vorher schon hatte Mayer seinen Libero ausgetauscht, anstelle von Kilian Nennhuber sollte Xander Mühlbauer die Annahmen zum Zuspieler bringen. „Sie haben ihre Sache ordentlich gemacht. Aber wenn auf der anderen Seite mit Julius Karoos ein Libero auf dem Feld steht, der 105 Prozent bringt, dann tut man sich schwer. Er hat überragend gespielt“, so Mayer über den Annahmespieler, der am Ende auch zum wertvollsten Spieler gekürt worden ist. Auf Mühldorfer Seite nahm diese Auszeichnung diesmal der Kapitän selbst, Tom Brandstetter entgegen.

Am Samstag geht es gegen den Zweiten aus Mimmenhausen

Michi Mayer will die Niederlage nicht überbewerten, blickt nun auf das Spiel am kommenden Samstag, wenn der Tabellenzweite aus Mimmenhausen um 19 Uhr zu Gast in Mühldorf ist. „Da nehmen wir eine Außenseiterrolle an. Wichtiger wäre ein Sieg gegen Friedrichshafen“, die stehen einen Tag später am Sonntag um 16 Uhr in der Mittelschulturnhalle.

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