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„Ich war gefühlt bei 100 verschiedenen Ärzten”

Nach 848 Tagen: Ofenmacher feiert nach langer Leidenszeit Comeback beim SB Rosenheim

Thomas Ofenmacher kehrte nach langer Krankheit wieder für den Sportbund Rosenheim auf den Fußballplatz zurück.
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Thomas Ofenmacher kehrte nach langer Krankheit wieder für den Sportbund Rosenheim auf den Fußballplatz zurück.
  • Markus Altmann
    VonMarkus Altmann
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Vom April 2020 an war Thomas Ofenmacher eineinhalb Jahre lang krankgeschrieben und konnte in dieser Zeit kaum aus dem Bett steigen. Auch die Ärzte waren lange ratlos, bis sie im Juli 2021 endlich die Ursachen für sein Leiden herausfanden. Nun kehrte der Abwehrspieler auch auf den Platz zurück und feierte für Sportbund Rosenheim nach 848 Tagen sein Comeback.

Rosenheim - Am 23. November 2019 spielte Thomas Ofenmacher wie gewohnt in der Abwehr beim Sportbund Rosenheim, die Partie gegen Passau ging damals mit 0:3 verloren. Dass es für Ofenmacher das vorerst letzte Spiel für über zwei Jahre sein werde, wusste der 23-Jährige zu diesem Zeitpunkt selber nicht.

Ofenmacher: „Es gab viele Theorien, aber keine wirklichen Hinweise.“

„Was dann passierte, war eine Horrorgeschichte für mich”, erzählt Ofenmacher im Gespräch mit beinschuss.de. “Ich war ab April 2020 krank.” Woran das lag, konnten ihm die Ärzte allerdings nicht sagen. „Es gab viele Theorien, aber keine wirklichen Hinweise, was ich hatte”, sagt Ofenmacher. 

Der Fußballer des Sportbunds Rosenheims fühlte sich in dieser Zeit häufig sehr schlapp. „Nach dem Treppensteigen war es, als ob ich 40 Grad Fieber hätte und ich konnte kaum aus dem Bett steigen”, erzählt der 23-Jährige und fügt hinzu: “Ich war gefühlt bei 100 verschiedenen Ärzten, aber niemand war in der Lage mir zu helfen und so zog sich das eineinhalb Jahre hin.”

Ofenmacher wusste nicht, ob je die Ursache für seine Symptome gefunden werden

In dieser Zeit verließ Ofenmacher nicht allzu oft das Haus und konnte auch seiner Arbeit als Schreiner nicht nachgehen. „Wegen der Corona-Pandemie habe ich nicht viel verpasst”, sagt der 23-Jährige und fügt lachend hinzu: “Netflix lief rauf und runter und ich habe viel gezockt.”

Irgendwann habe aber auch er sich Gedanken gemacht, ob das je wieder in Ordnung kommt oder er jetzt mit diesen Symptomen leben müsse. „Da geht es einem vom Kopf her wirklich nicht gut”, so Ofenmacher gegenüber beinschuss.de weiter, der vielen Menschen deshalb sehr dankbar ist. „Ich habe großes Glück mit meinen Eltern, die sich sehr um mich gekümmert und mich immer zu den Ärzten gefahren haben. Aber auch der Kontakt zu meinen Freunden ist nie abgerissen. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben.” 

„Ich konnte langsam wieder in ein normales Leben zurückkehren“

Und auch der Sportbund Rosenheim hat Ofenmacher in dieser Zeit nicht vergessen. „Sie haben sich oft bei mir gemeldet und mir gesagt, dass ich immer einen Platz im Team haben werde.” Als im September 2021 der Restart im Amateurfußball stattfand, konnte er dies nur aus Ferne verfolgen. “Da lernt man es zu schätzen, was man davor hatte”, sagt er.

Im Juli 2021 schließlich bekam Ofenmacher die Nachricht, auf die er so lange gewartet hatte. Denn die Ursache für seine Krankheit konnte gefunden werden. „Ich war beim Heilpraktiker und der empfahl mir, einen 3D-Ausdruck von meinem Kiefer machen zu lassen”, sagt Ofenmacher. “Schließlich kam dabei heraus, dass ich eine große Entzündung hinter meinen Weisheitszähnen hatte.”

Nachdem diese operativ entfernt wurden, ging es ihm von Tag zu Tag besser. „Ich konnte langsam wieder in ein normales Leben zurückkehren”, sagt Ofenmacher, doch dabei lag auch viel Arbeit vor dem 23-Jährigen. „Ich habe in den eineinhalb Jahren 15 Kilogramm abgenommen. Deshalb musste ich erstmal Reha und Krafttraining absolvieren, um wirklich wieder fit zu werden.”

Gegen Töging feierte der 23-Jährige sein Comeback - „Ein wunderschönes Gefühl.“

Während Ofenmacher im September des vergangenen Jahres wieder als Schreiner arbeiten konnte, ging er sein Comeback auf dem Trainingsplatz ruhig an. „Erstmal musste ich mich daran gewöhnen, acht Stunden am Tag zu arbeiten”, sagt der 23-Jährige. “Danach wollte ich aber unbedingt wieder mit Fußball anfangen.”

Deshalb ging er zunächst selbstständig laufen und im November des vergangenen Jahres nahm er dann erstmal zum Spaß am Mannschaftstraining teil. „Da waren meine Mannschaftskameraden erstmal richtig überrascht”, erzählt Ofenmacher.” Nach der Winterpause bin ich dann wieder voll eingestiegen.”

Sein Comeback nach 848 Tagen feiert er gegen den FC Töging vor gut zwei Wochen, als er zehn Minuten vor dem Ende eingewechselt wurde. „Das war ein wunderschönes Gefühl. Meine Mitspieler hatten auch ein breites Grinsen im Gesicht, weil sich alle für mich gefreut haben.”

Auch wenn Ofenmacher noch merkt, dass er noch nicht auf Landesliga-Niveau ist und noch einige Zeit braucht, um wieder seine alte Form zu finden, will er ab der neuen Saison wieder zum Stammpersonal zählen. „Wenn ich eines gelernt habe, dann dass man niemals aufgeben darf”, sagt der Abwehrspieler und fügt hinzu: “Man sollte jede Sekunde im Leben genießen und hoffen, dass man gesund ist.”

ma

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