Trotz Finalniederlage

Abteilungsleiter lobt Kolbermoorer Bundesliga-Tischtennis-Damen: „Können jedes Doppel gewinnen“

Kolbermoors stellvertretender Abteilungsleiter war mit der Silbermedaille beim Final Four Endrundenturnier zufrieden.
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Kolbermoors stellvertretender Abteilungsleiter war mit der Silbermedaille beim Final Four Endrundenturnier zufrieden.

Kolbermoor/Berlin – Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen haben am vergangenen Wochenende beim Final-Four-Turnier das Endspiel erreicht, mussten dem Gastgeber TTC Berlin aber den Vortritt lassen. Die OVB-Sportredaktion hat danach bei Kolbermoors stellvertretenden Abteilungsleiter Günther Lodes nachgefragt.

Wie ärgerlich ist das, wenn man mit dem Gegner mithalten kann und dann doch der letzte Tick fehlt?

Günther Lodes: Keiner verliert gerne ein Endspiel. Wenn man so weit kommt, will man den Pokal. Hier kommt es auf die aktuelle Tagesform der Spielerinnen an. Die Siegchancen liegen bei einem solchen Spiel bei 50 Prozent. Leider konnten wir die Chancen, die wir hatten, nicht nutzen.

Wie bewerten Sie die Leistung der Mannschaft allgemein?

Lodes: Grundsätzlich sind wir zufrieden. Auch die Silbermedaille ist top. Wir sind der einzige Verein in Deutschland, der mit Berlin mithalten kann. Gegen Schwabhausen ist natürlich auch Glück dabei gewesen.

Leistungsstand war wegen der aktuellen Situation schwierig einzuschätzen

Kam die Niederlage von Fu Yu in der Auftaktbegegnung gegen Schwabhausens Mateja Jeger überraschend?

Lodes: Überrascht sind wir von der Auftaktniederlage von Fu Yu gewesen. Das war so nicht eingeplant. Allerdings ist uns auch nicht ganz klar gewesen, wie sich der Trainings- und Leistungsstand bei ihr durch die Covid-Einschränkungen darstellt.

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Fu Yu startete schlecht, steigerte sich aber konstant

Wie hat Ihnen Fu Yu, die erstmals zum Einsatz kam, gefallen?

Lodes: Man hat deutlich die Anfangsschwierigkeiten von Fu Yu im Halbfinale gesehen. Sie konnte sich aber zum Endspiel hin permanent steigern und ihre Extraklasse zeigen. So werden wir sie hoffentlich auch im Kampf um die Meisterschaft sehen.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Fu Yu im Entscheidungssatz gegen Sabine Winter mit 4:10 im Rückstand lag und dann doch noch gewonnen hat?

Lodes: Zuerst habe ich gedacht, es ist aus. Dann ist Entspannung hinzugekommen.

„Es ist pure Erleichterung gewesen“

Was war es für ein Gefühl, das Endspiel nach dem knappen 3:2-Sieg gegen Schwabhausen zu erreichen?

Lodes: Es ist pure Erleichterung gewesen. Und dann habe ich mir gedacht: Jetzt gewinnen wir den Pokal.

War das erste Einzel im Finale gegen Berlin zwischen Kristin Lang und Britt Eerland eine Art Schlüsselspiel?

Lodes: Für uns ist klar gewesen, dass Kristin Lang den Break-Punkt machen muss. Dann haben wir eine große Chance. Bisher sind die Begegnungen zwischen den beiden Spielerinnen immer sehr wechselhaft ausgegangen.

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„Lang und Wan können gegen jedes Doppel gewinnen“

Als es 2:2 stand und zum Abschlussdoppel kam, haben Sie damit geliebäugelt, dass auch diese Begegnung gewonnen werden könnte?

Lodes: Natürlich haben wir daran geglaubt. Wir haben uns auch entsprechend schon auf ein mögliches Doppel vorbereitet. Kristin Lang und Yuan Wan können gegen jedes Doppel gewinnen. Mittelham/Shan sind allerdings auch ein sehr starkes und sehr gut eingespieltes Doppel.

Wie hat die Mannschaft es aufgenommen, dass es im Endspiel um Haaresbreite nicht zum Titelgewinn gereicht hat?

Lodes: Zuerst ist die Enttäuschung natürlich groß gewesen, weil wir uns sehr gute Chancen durch dieses Spielsystem ausgerechnet hatten. Wir haben trotzdem gezeigt, dass wir auf Augenhöhe mit dem Champions League Sieger stehen. Wir schauen jetzt auf das nächste Ziel, nämlich die Mannschaftsmeisterschaft.

Interview: Gerhard Erlich

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