Kolbermmors Tischtennisabteilungsleiter Michael Fuchs hofft „auf Patzer der Konkurrenz“

Kolbermoors Abteilungsleiter Michael Fuchs hat sich für die Rückrunde noch einiges vorgenommen. Erlich

Am vergangenen Wochenende endete für Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen die Vorrunde. Das heimische Quartett steht dabei mit zwölf Punkten auf Rang drei. Über den bisherigen Saisonverlauf und die Perspektiven für die Rückrunde hat sich die Sportredaktion mit Abteilungsleiter Michael Fuchs unterhalten.

Kolbermoor – Die Vorrunde wurde mit einem 6:0-Auswärtssieg bei der TTK Anröchte abgeschlossen. Wie fällt Ihr Fazit für die Hinrunde insgesamt aus?

Gemischt. Die Niederlage gegen den TuS Bad Driburg war mehr als bitter. Das war sicher ein schwarzer Spieltag für uns. Im Topspiel gegen Berlin haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt und meiner Meinung nach nur mit sehr viel Pech verloren. Letztendlich hilft uns das aber nichts und wir sind im Endergebnis nur auf dem dritten Platz, was nicht unser Anspruch vor der Saison war.

Sie haben mit Ihrer Mannschaft die sogenannten Pflichtspiele gewonnen. Gegen den TuS Bad Driburg gab es eine Niederlage. Ist der Tabellenzweite heuer so stark?

Bad Driburg ist für mich nicht viel stärker als letzte Saison. Alle unsere Spielerinnen hatten in den Einzelpartien gegen Bad Driburg einen schlechten Tag erwischt und die Bad Driburgerinnen haben das auch eiskalt ausgenutzt, leider. Wie auch gegen Berlin hätte es gut auch andersherum ausgehen können. Aber das ist eben Leistungssport. Eine schlechte Tagesform wird bestraft.

Mit Lily Zhang, Yaping Ding und Anastasia Bondareva konnten Sie zu Saisonbeginn drei neue Spielerinnen verpflichten. Wie sind Sie mit Ihnen bislang zufrieden?

Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Alle passen gut zusammen. Leistungsmäßig sind wir auch mit allen zufrieden – trotz der beiden „bitteren“ Mannschaftsniederlagen.

Sie haben heuer eine sehr starke Mannschaft zur Verfügung. Dennoch ist der ttc berlin eastside wieder das Maß aller Dinge. Worin liegt Ihrer Meinung nach der Hauptgrund?

Berlin hat diese Saison bisher sehr souverän gespielt, hat aber auch sechs europäische Topspielerinnen zur Verfügung, die im Prinzip fast alle höher gelistet sind als unsere Spielerinnen. Dennoch war Berlin gegen uns nicht besser, sondern nur glücklicher. Zusätzlich wollen wir mit Anastasia Bondareva ja auch regelmäßig eine Jugendspielerin einsetzen, die sich dadurch weiter entwickeln soll.

In der Zuschauergunst stehen Sie mit etwa 600 Besuchern an dritter Stelle. Vor Ihnen liegen der Aufsteiger aus Langstadt mit 885 Zuschauern und der SV Böblingen mit 635 Zuschauern. Worin liegt der Unterschied zu den beiden führenden Vereinen?

Böblingen hat ein Heimspiel als Event an einen anderen Verein „verkauft“, wodurch die Zahlen auch etwas verzerrt sind. Bei den normalen Heimspielen waren vermutlich im Schnitt in Böblingen weniger Zuschauer als bei uns. In Langstadt ist der Hype noch groß, so wie ich das mitbekommen habe. Sie sind erst seit einem Jahr in der ersten Bundesliga. Es ist ein kleiner Ort, der vermutlich komplett zu den Heimspielen kommt. Generell ist es aber auch kein Problem für mich, wenn jemand mehr Zuschauer als Kolbermoor hat. Ich denke aber, das wird sich in der Rückrunde auch noch ändern, da die interessanten Gegner wie Berlin oder Bad Driburg noch nach Kolbermoor kommen werden.

Was erwarten Sie sich von der Rückrunde?

Leider haben wir die Meisterschaft nicht mehr in der eigenen Hand und müssten hier auf Patzer von Berlin hoffen, was nicht sehr wahrscheinlich ist. Wir wollen trotzdem alle Spiele gewinnen, uns auf jeden Fall den Vizemeistertitel sichern und dann kann man immer noch schauen, ob Berlin genauso souverän wie in der Vorrunde spielt. Interview: Gerhard Erlich

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