162 Kilometer in 16 Stunden gerudert

Auf dem Rhein am Start:Dean Didion und Roland Schlesier vom Postsportverein Mühldorf, Mirko Gebert, Felix von Werder und Paul Geisenhofer vom Rudersport-Club Rosenheim (von links).

Karlsruhe – An einem Wettkampf der besonderen Art haben Sportler des Ruder-sport-Clubs Rosenheim und des Postsportvereins Mühldorf auf dem Rhein teilgenommen.

„All-you-can-row“ ist eine Ultra-Langstreckenregatta, die nun schon zum neunten Mal vom Karlsruher Rheinclub Alemannia veranstaltet wurde.

Das Reglement ist denkbar einfach: Die Vierer mit Steuermann starten bei Sonnenaufgang in Karlsruhe rheinabwärts und das Rennen endet rund 16 Stunden später bei Sonnenuntergang. Sieger ist, wer bis dahin die längste Strecke zurückgelegt hat. Um 5.20 Uhr fiel der Startschuss und bunt gemischte Mannschaften, Jung und Alt, Frauen und Männer aus 33 Vereinen gingen auf die Strecke. Auf den ersten 20 Kilometern hatten die Boote mit erheblichem Seegang, verursacht durch den starken Schiffsverkehr auf dem Rhein, zu kämpfen – und schon bald war das Feld auseinandergezogen. „Im Grunde rudert man beim all-you-can-row nicht gegen die Konkurrenz, sondern gegen sich selbst, man testet die eigenen Grenzen und die der Mannschaft aus“, erzählt Mirko Gebert vom RSC Rosenheim, und Roland Schlesier von PSV Mühldorf ergänzt schmunzelnd: „Nach zehn oder zwölf Stunden stellt sich dann bei den meisten die Frage, wo die größte Schwachstelle des Körpers ist – die Blasen an den Händen oder das Gesäß? Am wichtigsten ist aber, dass man als Mannschaft harmoniert und sich immer wieder gegenseitig aufbaut. Einzelkämpfer haben beim Rudern keine Chance.“

Kurz nach 21 Uhr legten die Rosenheimer und Mühldorfer mit ihrem Vierer dann unterhalb von Mainz in Ingelheim erschöpft, aber glücklich an. Mit 162 Kilometern landeten die Bayern im Mittelfeld, übertrafen aber ihre Vorjahresleistung um 16 Kilometer. „Mit den Profis vom Rhein können wir halt noch nicht mithalten“, bedauert Felix von Werder, mit 18 Jahren der Jüngste im Team. Eine Bonner Mannschaft war 229 Kilometer bis nach Lahnstein gefahren. „Dabeisein ist alles,“ meinte Paul Geisenhofer, mit 63 Jahren der Senior im Boot. „Wir kommen bestimmt wieder.“ re

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