Bei Kickbox-Fight Night im Rosenheimer Ballhaus: „Vier Titelkämpfe – da knallt es richtig“

Veranstalter, Kämpfer und Trainer: Mario (links) und Nino Kornhass sind bei der Fight Night für fast alles verantwortlich.
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Veranstalter, Kämpfer und Trainer: Mario (links) und Nino Kornhass sind bei der Fight Night für fast alles verantwortlich.
  • Thomas Neumeier
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Harte Schläge, heiße aber immer fair geführte Kämpfe in einer außergewöhnlichen Location – die 2. Fight Night von Kampfsport Kornhass findet am Samstag, 7. Dezember, ab 17 Uhr, im Ballhaus Rosenheim statt. In einem Interview mit der OVB-Sportredaktion kündigen Mario und Nino Kornhass heiße Kämpfe an.

Rosenheim – Den Kampfsportfans werden bei der Fight Night von Kampfsport Kornhass am Samstag, 7. Dezember, ab 17 Uhr, Im Rosenheimer Ballhaus unter anderem zwei Europameisterschaftskämpfe mit den Lokalmatadoren Ramona Raps und Mario Kornhass präsentiert.

Kornhass fordert dabei den amtierenden Titelträger Albin Limani heraus. Warum sich die Rosenheimer Kickboxfans auf eine weitere Topveranstaltung freuen können, erklärten Mario Kornhass und sein Bruder und Trainer Nino Kornhass in einem Gespräch mit der OVB-Sportredaktion.

Im Vorjahr waren die Zuschauer von der Fight Night begeistert. Auf was dürfen sich die Kickboxfans am 7. Dezember freuen?

Nino Kornhass: Es gibt zwei Kämpfe um die deutsche Meisterschaft und zwei um die Europameisterschaft. An allen Fights sind Kickboxer von Kampfsport Kornhass beteiligt. Die Gegner bei den deutschen Titelkämpfen kommen vom bekannten Stekos Gym aus München.

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Die Stekos haben in der Kampfsportszene einen guten Ruf und bieten starke Kämpfer auf.

„Je länger der Kampf dauert, desto größer sind meine Chancen“, sagt Mario Kornhass.

Mario Kornhass: Das sind richtig harte Leute. Im Kampf der Gewichtsklasse bis 83 Kilogramm knallt es richtig und der Gegner in der Gewichtsklasse bis 63,5 Kilogramm ist eine richtige K.o.-Maschine. Der Steko-Mann ist der Titelträger und kommt zu uns, um seinen Titel zu verteidigen. Herausforderer ist Hamid Heydari und bis 83 kg kämpft Ben März um den deutschen Titel.

Bringen die Stekos auch Fans mit?

Nino Kornhass: Mit Sicherheit. Die Stimmung im Ballhaus wird gigantisch, denn die Stekos haben eine riesige Fan-Base. Das wird richtig heiß.

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Das sind aber nicht die einigen zwei Höhepunkte. Es gibt auch noch zwei Hauptkämpfe.

Da geht es jeweils um den Europameistertitel. Ramona Raps kämpft bei den Frauen bis 65 kg um den Titel gegen eine Schweizerin, die als sehr harte Kämpferin gilt. Und zum absoluten Höhepunkt kommt es, wenn Mario um den Titel kämpft. Da sind wir schon gespannt, was der amtierende Europameister aus der Schweiz zu bieten hat.

Sie haben vorher von einer K.o.-Maschine gesprochen. Ist Mario Kornhass auch eine solche Maschine?

Mario Kornhass:Es macht schon Spaß den anderen auf die Bretter zu schicken. Das wollen die Fans auch sehen. So wie im Vorjahr, als ich zweimal mit dem Knie und einmal mit einer Geraden am Kopf getroffen habe. Das hat meinen Gegner damals einen Zahn gekostet, was mir natürlich leidtut, aber so ist nun einmal der Kampfsport.

Also doch eine K.o.-Maschine...

Eigentlich bin ich nicht der K.o.-Schläger, sondern ich habe sehr schnelle Bewegungen, ein sehr gutes Auge und arbeite über die Zeit in die Lücken rein, die mir der Gegner anbietet. Je länger der Kampf dauert, desto besser sind meine Chancen – auch auf einen K.o.

„Lücken erkennen und gezielt zuschlagen“ Wie beurteilen Sie ihre Siegchancen?

Ich denke gut, denn der Europameisterschaftskampf geht über 5 × 3 Minuten und in dieser Zeit kann ich meine Stärke total ausspielen – das Lesen des Gegners. Danach drehe ich von Runde zu Runde mehr auf, kann die Lücken erkennen und die Schläge gezielt abschießen.

Sie brauchen also viel Geduld.

Definitiv. So einen Kampf kann man auch mit einem Schachspiel vergleichen. Man schaut sich die Kämpfe vorher im Internet an, man überlegt welche Taktik würde gegen diesen Kämpfer am besten passen. Beide Kämpfer kennen sich und es ist immer eine Überraschung, welche Taktik letztendlich aufgeht. Natürlich ist da auch Nino als mein Coach gefragt.

Dann fragen wir den Coach, wie er Einfluss nehmen kann.

Nino Kornhass: „Die Stimmung im Ballhaus wird gigantisch“.

Nino Kornhass: Als Trainer sieht man den Kampf natürlich ganz anders als der Kämpfer. Der hat seinen Tunnelblick. Ich kann dem Mario Tipps geben, ihm einzelne Schläge sagen, ihn pushen – vor allen Dingen natürlich in den Ringpausen. Wir sind ein eingespieltes Team und ich kenne natürlich Marios Stärken.

Und die wären?

Marios gefährlichste Waffe ist die Defensive auch wenn er es selbst nicht so sagen würde. Seine Doppeldeckung ist wie ein Panzer. Da verzweifeln seine Gegner. Die schlagen 50mal mit voller Wucht, Mario nimmt die Hände runter und grinst. Der Gegner ist verzweifelt und denkt sich: ‚Ich habe ihn nicht mal ein bisschen wehgetan.‘ Mario ist einfach so stabil. Das hat schon viele Gegner zur Verzweiflung getrieben. Damit macht er den Gegner konditionell und vom Kopf her mürbe.

Und wie sieht sich Mario Kornhass selbst?

Mario Kornhass: Ich bin ein Allrounder, wobei ich schon mehr beim Boxen heimisch bin.

Warum das?

Das begann vor sechs oder sieben Jahren mit einer Verletzung. Ich hatte einen dreifachen Bandscheibenvorfall, habe das zu spät realisiert und wegen den Schmerzen konnte ich mein linkes Bein nicht mehr als 5 bis 10 Zentimeter geben, aber das Boxen ging immer noch.

Die Beinarbeit beziehungsweise die Lowkicks sind aber schon wichtig.

Auf alle Fälle, denn um gut zu Boxen braucht man eine starke Beinarbeit, weil man immer den Winkel verändern und dann schlagen und treffen kann. Natürlich sind auch die Lowkicks für einen kompletten Kämpfer wichtig, weil mit perfekten Lowkicks ist es möglich einen guten Boxer auszuschalten.

Das funktioniert wie?

Mit permanenten Schlägen auf den Oberschenkel. Irgendwann macht sein Muskel zu und er kann sich nicht mehr bewegen.

Boxen, Lowkicks und alles andere was zum Kickboxen gehört hat auch Nino Kornhass als mehrfacher deutscher Profimeister beherrscht. Jetzt sind sie „nur“ noch Trainer. Warum?

Nino Kornhass: Das hat bei mir persönliche Gründe. Ich habe drei Kinder und die Zeit ist bei uns sehr knapp bemessen. Da muss man sich jede Stunde abzwacken, vor allen Dingen in der Wettkampfvorbereitung.

Bei der Fight Night sind sie als Organisator, aber vor allem als Trainer ein viel beschäftigter und gefragter Mann.

Das stimmt allerdings, denn ich bin bei dieser Veranstaltung der einzige Coach von Kampfsport Kornhass. Und wir haben einige Kämpfer am Start. Letztes Jahr waren wir noch zu zweit, aber dieses Mal kämpft Ben März selbst um den deutschen Titel.

Bei wie vielen Kämpfen müssen Sie am Ring stehen?

Es werden elf Kämpfer sein, die ich betreue. Dieses Jahr kann ich praktisch die ganze Zeit am Ring stehen bleiben. So wie es aussieht wird es nur einen Kampf geben an dem keiner unserer Leute beteiligt ist.

Und das nach der ganzen Organisation im Vorfeld. Wie kam es eigentlich zu dieser Idee, ein solches Event zu veranstalten?

Den Plan gab es schon seit vielen Jahren. Möglich geworden ist es, als wir in unserem zweiten Studio in Kolbermoor einen Ring hatten. So konnten wir ein gutes Team mit guten Leuten, die auch im Ring kämpfen können, aufbauen. So eine Veranstaltung macht nur Sinn, wenn du eigene Kämpfer in den Ring schicken kannst.

Das hat ja vor einem Jahr hervorragend geklappt.

Da konnten wir das optimal umsetzen. Es war die erste Veranstaltung und es waren alle Kämpfer, Coaches und Zuschauer, die noch nie ein Kampfsport-Event gesehen haben, sehr zufrieden. Sogar die Verantwortlichen der WKO waren begeistert, weil es optisch gepasst hat und alles schön aufgebaut war.

Deshalb auch der Stucksaal im Ballhaus als Veranstaltungsort und nicht irgendeine Sporthalle?

Genau aus diesem Grund, denn es soll eine edle Veranstaltung sein. Die muss auch zu uns passen und da würde eine Sporthalle nicht das richtige Ambiente hergeben. Uns ist es wichtig, dass die Stimmung gut ist und dass auch ein gewisser Charme bei der ganzen Sache dabei ist.

Bekommt man dieses edle und schöne Ambiente als Kämpfer mit?

Mario Kornhass: Für einen Kämpfer macht es einen Riesenunterschied, ob er durch eine Sporthalle, in der ein paar 100 Leute sind und die einfach leer aussieht, zum Ring geht oder durch das brechend volle Ballhaus, das ausverkauft war. Dann ist oben noch eine Riesen-Leinwand. Das ist für einen Kämpfer einfach der Hammer. Das ist so, als würdest du auf einer Weltbühne kämpfen.

Auf der Weltbühne hat ihr im Mai verstorbener Vater Nico Kornhass oft gekämpft. Letzte Jahr saß er noch am Ring. Was ist das jetzt für ein Gefühl ohne ihn?

Das ist ähnlich wie bei der letzten Weltmeisterschaft. Unser Vater ist immer noch allgegenwärtig und präsent. Er ist immer noch mit dabei. In einer anderen Energieform zwar, aber er ist immer noch so nah, dass er für uns nicht wirklich weg ist.

Er ist also immer noch im Team?

Genauso schaut es aus. Und auch für ihn wie für alle unsere Kämpfer gilt weiter unser Leitsatz: Ein Team, unser Sieg.

Kartenvorverkauf

Der Kartenvorverkauf für die Fight Night am 7. Dezember ist bereits gestartet. Karten können unter info@kampfsport-kornhass.de reserviert werden.

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