Auf Kevin Yeingst war Verlass

Hielt im zweiten Drittel alles,was es zu halten gab: EHC-Schlussmann Kevin Yeingst (rechts), der zurecht zum „Man of the Match“ gewählt wurde. Del Grosso

Waldkraiburg – Keine Galavorstellung, sondern puren Kampf durften die Zuschauer am Freitag in der Waldkraiburger Raiffeisen-Arena drei Drittel lang sehen.

Kampf, Wille, Entschlossenheit und das nötige Quäntchen Glück – dies waren die Faktoren, die das Bayernliga-Spiel mit 3:2 zugunsten des EHC Waldkraiburg entschieden haben.

Ein bisschen zu leichtfüßig startete der EHC Waldkraiburg an diesem Abend in die Partei gegen die River Rats aus Geretsried. Ob es an der Tabellenführung lag oder an der überschaubaren Tabellensituation der Geretsrieder Mannschaft lässt sich nicht sagen.

Jedoch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Löwen dieses Spiel offensichtlich zu sehr auf die leichte Schulter genommen haben. Da wunderte es auch nicht, dass die River Rats im ersten Drittel ordentlich aufspielten. Zum einen, weil man auch in Geretsried weiß wie man Eishockey spielt. Zum anderen, weil die Löwen die Geretsrieder immer wieder abschließen ließen.

Aber auch vor dem gegnerischen Tor schien es so, als hätten die Löwen die Kaltschnäuzigkeit in der Kabine gelassen. So schaffte es Lukas Wagner beispielsweise in der zehnten Minute nicht, den freiliegenden Puck über die Linie zu bringen.

Nach knapp zwölf gespielten Minuten kam es dann wie es kommen musste: Geretsried ging, nach einem hervorragend abgeschlossenen Konter, mit ebenso glänzender Vorbereitung durch Josef Reiter, durch einen Treffer von Florian Strobl in Führung. Dieses Zwischenergebnis markierte auch den Pausenstand.

Trainer Alex Piskunov schimpfte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zurecht: „Wenn man ein solches Spiel anfängt zu locker zu nehmen, dann kommt man nur schwer aus diesem Denken wieder raus!“ Ähnlich gestalteten sich nämlich auch große Teile des zweiten Drittels.

Geretsried durfte streckenweise weiterhin zu guten Chancen kommen, doch selbst kam der EHC nicht am hervorragend haltenden David Albanese auf der Seite der River Rats vorbei. Doch auch EHC-Schlussmann Kevin Yeingst brauchte sich nicht zu verstecken. Er hielt im zweiten Durchgang alles, was er halten musste. Beinahe fanden sich die Zuschauer schon mit dem torlosen Durchgang ab, bis Nico Vogl, auf Zuspiel von Patrick Zimmermann und Philipp Seifert, alleine vor dem Tor auftauchte und abzog. Bezeichnend dabei, dass auch an diesem Schuss der Geretsrieder Schlussmann noch dran war, die Scheibe aber unglücklich von seinem Fanghandschuh abprallte und im steilen Bogen in seinem Tor einschlug.

In Durchgang Nummer drei startete die Waldkraiburger Mannschaft besser in das Spiel und wirkte nun auch entschlossener, es zu gewinnen. So dauerte es gerade mal 3:52 Minuten, bis der Puck zum 2:1 im Netz der River Rats zappelte. Tomas Rousek war es, der einen zuvor bereits geblockten Schuss als Rebound, auf Zuspiel von Josef Straka und Lukas Wagner im Tor unterbrachte.

Nicht einmal fünf Minuten später, Waldkraiburgs Mathias Jeske saß gerade eine zweiminütige Strafe ab, da brach Josef Straka bei der Verteidigung des eigenen Tores der Stock. Nachdem er versuchte, mit den kümmerlichen Überresten seines Schlägers in der Hand den Puck noch zu klären, schickte ihn der Schiedsrichter ebenfalls auf die Strafbank, Grund: unkorrekte Ausrüstung.

Diese 5-zu-3-Überzahl nutzten die River Rats um einen Schuss, den Kevin Yeingst nicht gänzlich unter Kontrolle bringen konnte, im Nachschuss zum Ausgleich einzuschieben.

In der 55. Minute dann dieser eine spitzbübische Moment, der das Spiel letztlich entschied: Lukas Wagner schafft es im Drittel der Geretsrieder Mannschaft die Scheibe zu erobern. Es folgte ein schneller Pass auf den heranstürmenden Nico Vogl, der das Spielgerät fachgerecht im Tor platzierte.

Waldkraiburg gewinnt dieses kampfbetonte Spiel gegen eine starke Geretsrieder Mannschaft mit 3:2 und erhält zum richtigen Zeitpunkt eine wichtige Lektion: Kein Gegner ist in der Bayernliga ein leichter Gegner. „Men of the Match“ wurden, verdientermaßen, die beiden Torhüter David Albanese und Kevin Yeingst. del

Kommentare