Keine Mannschaftskämpfe für TVT-Ringer in diesem Jahr

Auf Spannung auf der Ringermatte müssen die Traunsteiner Zuschauer in diesem Jahr verzichten. Coronabedingt sagt der TVT die diesjährigen Mannschaftskämpfe ab. Im Bild links Traunsteins Weltergewichtler Andreas Dik.
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Auf Spannung auf der Ringermatte müssen die Traunsteiner Zuschauer in diesem Jahr verzichten. Coronabedingt sagt der TVT die diesjährigen Mannschaftskämpfe ab. Im Bild links Traunsteins Weltergewichtler Andreas Dik.

Schwere Monate haben die Traunsteiner Ringer hinter sich: Traf die coronabedingte Trainings- und Wettkampfsperre ab März den TVT mitten in den Einzelmeisterschaften. Besonders bitter: Die drei bayerischen Meister Justin Flemmer, Valentino Prelic und Maximilian Minchev waren gerade auf dem Sprung zu den Deutschen Meisterschaften im Jugendbereich, die dann ersatzlos gestrichen wurden.

Traunstein– Und auch das Mattentraining war ab dem Zeitpunkt der Anordnungen der Bundesregierung und der Bayerischen Staatsregierung tabu, der Ringerraum geschlossen. Zwar hielten sich die Ringer nach den ersten Lockerungen individuell fit, das Mattentraining im nicht benutzbaren Ringerraum in der AKG-Turnhalle war aber nun über rund dreieinhalb Monate nicht möglich.

„Das ist keine einfache Zeit für unseren Sport im Ganzen und natürlich für uns als Verein“, blickt Abteilungsleiter Hartmut Hille zurück und freut sich gleichzeitig, dass die Bayerische Staatsregierung nach einem Kabinettsbeschluss nun in dieser Woche Training mit Körperkontakt unter Auflagen und strengen Hygienevorschriften zugelassen hat. „Für uns Ringer eine unbedingte Voraussetzung. Ringen ohne Körperkontakt ist undenkbar.“

Keine TVT-Beteiligung an Wettbewerben

Dennoch hat man sich beim TVT entschlossen, in diesem Jahr die Beteiligung an allen Mannschaftskämpfen und eventuellen Einzelwettbewerben auszusetzen. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Dennoch sind wir überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist. Die Gesundheit unserer Sportler, Helfer und natürlich auch unserer Zuschauer geht vor“, betont der Abteilungschef, der sich in der Entscheidung auf ein einstimmiges Votum aller Verantwortlichen bei den TVT-Ringern stützt. Und auch aus dem Lager der Ringer und der Eltern der Nachwuchsringer kam ein klares Befürworten des Wettkampfverzichts in diesem Jahr.

Eine Rolle bei der Entscheidung hat auch die deutlich verkürzte Vorbereitungszeit gespielt, wenngleich der sonst übliche Start im September ohnehin nicht mehr zur Debatte steht. „Neben den Risiken durch den Coronavirus ist natürlich die Verletzungsgefahr bei einer deutlich verkürzten und mit immer noch bestehenden Einschränkungen verbundenen Vorbereitungszeit mit ein Ausschlag für die getroffene Entscheidung“, steht auch Chefcoach Petar Stefanov voll hinter dem Beschluss.

„Die Saison ist für uns nicht durchführbar“

So wird es in diesem Jahr keine Beteiligung des TVT an der an sich in diesem Jahr sehr attraktiven Landesliga Süd für die Männer und der Grenzlandliga für die Nachwuchsringer geben. „Bitter für uns, bitter für unsere Zuschauer und unsere Sponsoren. Aber auch für mich gilt: Die Gesundheit geht vor“, stellt sich Fördervereins-Vorsitzender Christian Einsiedler hinter die gemeinsame Entscheidung und ergänzt: „Jede auftretende, ansteckende Krankheit wie beispielsweise der Ringerpilz bei den Sportlern wird sofort mit einer Wettkampfsperre versehen. Umso mehr gilt für uns: Keinerlei Risiken in Sachen des Coronavirus eingehen, die Saison ist für uns nicht durchführbar!“

Dem Entschluss vorangegangen waren intensive Gespräche mit den Verantwortlichen des Bayerischen Ringer-Verbandes, die dem TVT und anderen Vereinen zusicherten, auch im kommenden Jahr in der bisher erkämpften Liga weiter starten zu können und derzeit gerade eruieren ob, wann und in welcher Form der Ligabetrieb überhaupt durchgeführt werden kann – in diesem Jahr aber in jedem Fall ohne Traunsteiner Beteiligung. Der TVT hatte sich ja als souveräner Landesligameister des vergangenen Jahres entschlossen, auch in diesem Jahr in der Landesliga Süd zu verbleiben, um damit auch weiterhin jungen Eigengewächsen die Chance zu geben, in den rauen Ligabetrieb der Männerwettbewerbe hineinzuwachsen. „Diese Strategie bleibt auch weiterhin unsere Devise, wird halt jetzt um ein Jahr verschoben“, hält Hille an dem eingeschlagenen Weg fest. wz

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