Keine Adventsfeier

Im Hinspielging es zwischen 1860 und Schweinfurt in der ein oder anderen Szene hoch her. Ziegler

Rosenheim – Zum letzten Regionalliga-Spiel des Jahres 2019 reist der TSV 1860 Rosenheim zum FC Schweinfurt 05 – einem Top-Team der Liga.

Gegen den ambitionierten Viertligisten werden die Rosenheimer am heutigen Samstag alles in die Waagschale werfen müssen, um bestehen zu können. Anpfiff im Willy-Sachs-Stadion ist 14 Uhr.

360 Kilometer sind es von Rosenheim bis nach Schweinfurt. Die Knotenpunkte rund um Nürnberg sind dabei für viele Autofahrer besonders ärgerlich – Staus und ein langsames, schleppendes Fortbewegen an der Tagesordnung. Ein Zustand, der ebenfalls auf den TSV 1860 Rosenheim zutreffen könnte. Auch die Sechziger mussten sich nach einem langen Relegationssommer in eine Saison kämpfen, die nicht immer wie in einem Fluss ablief: Abgänge von Leistungsträgern mussten kompensiert, unglückliche Niederlagen abgehakt werden. Diese schwierigen Phasen hatten jedoch auch immer wieder Lichtblicke, wie die Siege gegen Burghausen oder jüngst gegen Illertissen verdeutlichen. 1860-Coach Thomas Kasparetti will in diesem letzten Aufgalopp noch einmal an die Schmerzgrenze gehen: „Wollen wir in Schweinfurt irgendwas mitnehmen, müssen wir alles raushauen, was sich noch in unserem Tank befindet.“

Die Schnüdel sind gegen Ende der ersten Saisonhälfte noch einmal richtig ins Rollen gekommen – hatten „freie Fahrt“. Lediglich die Tatsache, dass Spitzenreiter Türkgücü München mit der Souveränität eines designierten Meisters durch die Regionalliga fegt, trübt die Euphorie im Willy-Sachs-Stadion derzeit. Der Aufschwung hängt auch mit der Verpflichtung von Rosenheims Ex-Trainer Tobias Strobl zusammen, der seine hochkarätig besetzte Mannschaft taktisch etwas angepasst hat: „Schweinfurt spielt mittlerweile einen etwas offensiveren Fußball, was sich in Toren und letztlich auch Punkten widerspiegelt“, analysiert Kasparetti kurz und knapp.

Dass das letzte Spiel im Fußballjahr 2019 zu einer Schneiderfahrt verkümmern könnte, weist Sechzigs Trainer weit weg: „Wir werden sicherlich nicht 360 Kilometer fahren, um mit den Schweinfurtern bedächtig den ersten Advent zu feiern. Wir wollen zum Abschluss noch einmal alles geben und uns mit einem guten Gefühl in die Winterpause verabschieden.“

Bis auf die verletzten Alexis Fambo, Christoph Wallner und Danijel Majdancevic scheinen dafür auch beinahe alle Spieler mit an Bord zu sein. Linor Shabani ist jedenfalls nach seiner Gelbsperre wieder einsatzbereit. Offen ist noch, wer zwischen den Pfosten steht: Stammkeeper Alin Goia oder Niklas Pfister, der zuletzt ohne Gegentor blieb. mpo

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