Kaum einer ist kleiner als 2 Meter: Mühldorfs Volleyballer gastieren bei „Riesen“ aus Gotha

David Fecko (Nummer 4) in Aktion: Der Mühldorfer hatte gegen Grafing einige sehr gute Aktionen. Doch gegen Gotha geht er angeschlagen ins Spiel.
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David Fecko (Nummer 4) in Aktion: Der Mühldorfer hatte gegen Grafing einige sehr gute Aktionen. Doch gegen Gotha geht er angeschlagen ins Spiel.

Spannung pur in der 2. Volleyball-Bundesliga. Denn inzwischen sind es fünf Mannschaften, die sich um die Sonnenplätze streiten. Von Platz vier bis acht haben alle Mannschaften zehn Punkte auf dem Konto. Zwei dieser Mannschaften duellieren am Samstag, wollen sich mit einem Sieg nach oben absetzen.

Mühldorf – Der Aufsteiger und der Tabellensechste TSV Mühldorf trifft am Samstag in der 2. Volleyball-Bundesliga auf den punktgleichen VC Blue Volleys Gotha antreten. Schon die Anreise wird eine Herausforderung: 400 Kilometer müssen die Mannen von Mühldorfs Trainer Michi Mayer hinter sich lassen.

Trainer Mayer zählt die Gothaer zu den Top-Teams der Liga

Das Ziel: An die Leistung der vergangenen beiden Spiele anknüpfen. Gemessen an den sensationellen 3:0-Sieg gegen den SV Schwaig vor zwei Wochen, war zwar das 1:3 gegen den TSV Grafing etwas ernüchternd. Doch auch Trainer Mayer sagt: „Mehr war an diesem Tag eben nicht drin.“ Die Aufgabe im Bundesland Thüringen wird sich nicht einfacher. Denn neben Schwaig und Grafing zählt Mayer die Gothaer zu den Top-Teams der Liga. „Die spielen in einer anderen Liga!“, hebt Mayer die Spielstärke der Gothaer in andere Sphären.

Mittelblocker Felix Lesche: 2,13 Meter

Die Stärke der Gothaer macht Mayer in der Athletik und Größe der aktuell Achtplatzierten aus Thüringen fest. Kaum ein Spieler, der kleiner als zwei Meter ist. Und die verteilen sich mit Christoph Aßmann (2 Meter/Außenangriff), Yann Böhme (2,03 Meter/Diagonal), Erik Niederlücke (2,05 Meter) und Clayton Peter Couchman (2,03 Meter/Mittelblock) auf sämtliche Positionen am Netz. Ganz zu schweigen von Mittelblocker Felix Lesche, der mit seinen 2,13 Meter die richtige Blockgröße hat. „Groß und hoch sind sie“, weiß Trainer Mayer, „das ist schwer im Training zu simulieren, weil wir keine solchen Spieler haben“. Er setzt auf die „Wuseligkeit“ seiner Angreifer, die frech und clever am Netz agieren sollen, um die Gothaer unter Druck zu setzen. Allerdings fehlen dem Mühldorfer Trainer die Alternativen. Außenangreifer Fritz Vähning ist zwar nach seinem Einsatz beim Bundespokal, den der U16-Spieler mit der Bayernauswahl gegen die Thüringer Auswahl gewonnen hat, wieder mit dabei.

Charles Kahn musste wegen eines Jochbeinbruches operiert werden

Doch Charles Kahn wird in der Hinrunde nicht mehr zum Zug kommen. Wegen eines Jochbeinbruches musste der Mittelblocker operiert werden. Nico Philipeit, beruflich bei der Polizei ziemlich eingespannt, wird für die Herren I nicht mehr zur Verfügung stehen. Und Fabian Liemer muss sich nach sechswöchiger Verletzungspause erst einmal wieder rantasten. Der etatmäßige Mittelblocker der Mühldorfer, David Fecko, gilt ebenso als angeschlagen. Sprunggelenk und eine lädierte Hand machen dem 1,97-Meter-Mann zu schaffen.

Über die Außenpositionen freilich kann Mayer jedoch aus dem Vollen schöpfen. Routinier Zied Chalghmi, MVP des Spieles gegen Grafing, fiel zuletzt durch sehr überlegte Angriffe auf, 15 Punkte gingen gegen Grafing auf sein Konto. 14 Positiv-Punkte erreichte Thomas Brandstetter, hinter seinen Möglichkeiten zurück geblieben war Diagonalspieler Fabian Bartsch mit nur vier Punkten am Netz.

Duell im Finale der Deutschen Meisterschaft U20

Letzterer kennt einige Akteure aus der Jugend-Spielzeit. Einige der heutigen Bundesligaakteure beider Teams standen sich bei Meisterschaften am Netz gegenüber. In guter Erinnerung das Finale der Deutschen Meisterschaft der U20 im Jahr 2016, das der VC Gotha damals 2:1 gegen den TSV Mühldorf gewann. Dass der VC Gotha durchaus Respekt mitbringt, wenn die Oberbayern am Samstagabend in Thüringen aufschlagen, lassen sie schon im Vorfeld wissen. „Die Gothaer müssen mit einem beherzt und engagiert auftretenden Gegner rechnen, der mit Fabian Bartsch und Thomas Brandstetter über gefährliche Angreifer und mit Alex Brandstetter über einen spielstarken Zuspieler verfügt“, heißt es bei deren Ankündigung zum Spieltag in der Turnhalle der Gesamtschule Herzog Ernst.

Intensive Analyse per Videoaufnahmen

Wie man die Oberbayern dennoch packen kann, das haben sich die Gothaer im Spiel der Mühldorfer gegen Grafing abgeschaut: Mit viel Druck und guter Blockarbeit wollen auch sie die TSV-Spieler zu Fehlern zwingen. Die Videoaufnahmen hat sich Gothas Spielertrainer Jonas Kronseder intensiv angeschaut. Mit Kronseder treffen die Mühldorfer übrigens ebenfalls auf einen alten Bekannten. Zu Bayernliga-Zeiten stand der Vilsbiburger im Kader der damaligen Herrenmannschaf. Seit 2019 ist er nun Spielertrainer in Gotha.

Mühldorfs Coach Mayer vor der Partie: „Wenn wir einen Punkt mit nach Hause nehmen würden. Das wäre schon was!“ enk

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