Die Karten auf den Tisch legen

Joel Dufter will trotz einer Erkältung in Inzell an den Start gehen.
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Joel Dufter will trotz einer Erkältung in Inzell an den Start gehen.

Inzell – Eine Premiere gibt es ab Freitag in der Inzeller Max-Aicher-Arena.

Dort gehen die deutschen Meisterschaften der Eisschnellläufer über die Bühne, zum ersten Mal mit internationaler Beteiligung. „Damit wollen wir mehr Paarungen auf den einzelnen Strecken für die Zuschauer bieten und auch die Konkurrenz wird dadurch stärker“, so der Vorsitzende des DEC Inzell, Pino Dufter, zum Hintergrund.

Sportlich sind die nationalen Meisterschaften nicht nur eine erste Standortbestimmung, sondern auch die Qualifikation für den Weltcup. „Da muss jeder seine Karten nach der langen Vorbereitung auf den Tisch legen“, so Sprint-Bundestrainer Danny Leger, Trainer am Stützpunkt Inzell. Leger hat erst kürzlich einen dementsprechenden Vertrag bei der DESG unterschrieben.

Während Leger für die Sprinter zuständig ist, betreut Eric Bouwman die Langstreckler. Damit ist Bouwman auch für Roxanne Dufter verantwortlich, während Leger Joel Dufter unter seinen Fittichen hat. „Für mich war es eine logische Konsequenz, dass es in diese Richtung geht und ich mich in diesem Bereich orientiere“, so Leger. Vor den Titelkämpfen bereiten ihm ausgerechnet die beiden Inzeller Sportler Sorgen. Roxanne Dufter hatte vergangene Woche einen heftigen Sturz auf dem Eis und sich die Rippen geprellt. „Ich bin dennoch guter Dinge, dass sie bis zu den Wettkämpfen ihre Leistung abliefern kann“, hofft Leger. Mehr Sorgen macht er sich um Joel Dufter, er hat sich binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal eine Erkältung zugezogen und im Training zuletzt pausiert. „Der Körper ist keine Maschine. Mal schauen, wie der Rest der Woche verläuft.“

Der 24-jährige ist aber zuversichtlich, dass er rechtzeitig die Kurve bekommt. Vor allem am Samstag will er auf seiner Paradestrecke über 1000 Meter wenn möglich seinen vierten Titel in Folge holen. „Bisher ist die Vorbereitung außer den Erkältungen gut verlaufen“, gibt sich der deutsche Rekordhalter über die 1000 Meter zuversichtlich. Immerhin hat er auch den Titel über 500 Meter zu verteidigen, den er vergangenes Jahr zeitgleich mit Nico Ihle eroberte. Ihle wird wohl der Hauptkonkurrent des Inzellers über die beiden Sprintstrecken sein.

Roxanne Dufter muss derzeit kräftig die Zähne zusammenbeißen. Die Nachwirkungen ihres Sturzes sind noch sehr schmerzhaft. „Beim Laufen geht es ganz gut ohne große Schmerzen, danach tut es aber richtig weh“, beschreibt die 27-Jährige ihren Zustand und fügt hinzu: „Bis zur Meisterschaft wird das schon was.“ Über 1500- und 3000 Meter wird Dufter versuchen, gute Leistungen zu zeigen. „Stress mach ich mir keinen, ich schau auf mich selber und will mein Programm abspulen. In Inzell ist es immer schön, zu laufen, die Familie und Freunde sind da. Ich freu mich auf das Wochenende.“

Roxanne Dufter findet es schön, dass die Meisterschaft mit internationaler Beteiligung stattfindet. „In Deutschland haben wir nicht so viele Frauen, jetzt gibt es größere Starterfelder und die Konkurrenz ist auch stärker.“ Rund 130 Teilnehmer werden an den drei Tagen von Freitag bis Sonntag erwartet.

Neben den Deutschen kommen die Eisschnellläufer aus der Schweiz, Finnland, Belgien, Neuseeland und Österreich. Da wird auch die frischgebackene Sportlerin des Jahres und die aktuelle Weltmeisterin über 500 Meter, Vanessa Herzog, dabei sein. „Für uns Trainer ist das schon auch ein Vorteil, wenn wir so ein großes Feld mit guten Läufern aus dem Ausland haben. shu

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