20 Jahre Starbulls Rosenheim: Ein Blick zurück mit großem Stolz

Männer der ersten Stunde:Zum 20-jährigen Bestehen der Starbulls Rosenheim trafen sich Richard Diebald, Ingo Dieckmann, Andreas Peters, Mondi Hilger, Siegfried Bernegger, Josef Schlosser, Karl Aicher, Peter Grubauer und Wilhelm Graue (von links). Ruprecht
  • Thomas Neumeier
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Am 23. Mai 2000 machten sich zwölf Männer auf, um die Starbulls Rosenheim ins Leben zu rufen. Herausgekommen ist eine Erfolgsgeschichte im deutschen Eishockey.

Rosenheim– „Heute, am 23. Mai 2000 erschienen in Rosenheim die Herren Raimond Hilger, Richard Diebald, Thomas Seidl, Peter Grubauer, Andreas Peters, Josef Schlosser, Wilhelm Graue, Siegfried Bernegger, Maximilian Gaar, Ingo Dieckmann, Heinz Pohl und Günther Hanselko. Die vorgenannten Personen erklären, einen Verein gründen zu wollen.“ Das war der Beginn einer neuen Zeit im Rosenheimer Eishockey. Wilhelm Graue, der damals zum 1. Vorsitzenden der Starbulls gewählt wurde, hatte beim Wiedersehen der Gründungsmitglieder zum Jubiläum das handgeschriebene Protokoll der Gründungsversammlung mit dabei. Fast auf den Tag genau 20 Jahre später trommelte Peter Grubauer seine damaligen Kollegen zusammen, um daran zu erinnern. Man traf sich im Sparkassen-Hochhaus, wo damals alles begann – und blickte mit Stolz zurück.

„Da sind mir die Tränen gekommen“

In den 20 Jahren ist viel passiert. Die Starbulls haben in ihrer ersten Saison Rekorde in der Bezirksliga aufgestellt – über 3000 Zuschauer beim Auftaktspiel gegen Berchtesgaden – und sind binnen vier Jahren wieder bis in die dritthöchste Spielklasse geklettert. 2010 folgten die Oberliga-Meisterschaft und der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zu den größten Erfolgen zählten der Sieg im DEB-Pokal und das Erreichen des Play-off-Finales. Die Starbulls sind aber mehr: „Wir haben den Verein damals aufgemacht, dass es irgendwie mit Eishockey in Rosenheim weitergeht. Und dann sitzt man 2018 vor dem Fernseher und sieht, wie Spieler aus deinem Nachwuchs im Olympia-Finale um Gold spielen. Da sind mir die Tränen gekommen“, erzählt Diebald.

Dem Nachwuchs fühlten sich alle Gründungsmitglieder damals verpflichtet. „Das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben“, so Diebald weiter, „und dann haben wir halt mit der ersten Mannschaft in der Bezirksliga gespielt und die Junioren waren in Deutschland erstklassig in der DNL – so etwas hat es noch nie gegeben. Und davon sind dann einige Spieler rausgekommen.“ Dass mit Philipp Grubauer ein Ur-Rosenheimer in der nordamerikanischen Profiliga NHL die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt gewonnen hat, dass Sinan Akdag und Patrick Hager mit Olympia-Silber dekoriert wurden und zahlreiche Akteure zu Nationalspielern wurden oder in den beiden höchsten deutschen Ligen spielten – all das wurde nur durch die Vereinsgründung vor 20 Jahren möglich!

„Einige schlaflose Nächte“ wegen dem Verband

Alleine dieser Blick zurück versöhnt auch für schwierige Zeiten. „Das waren ja nicht nur immer tolle Jahre, sondern da waren auch harte dabei“, weiß Diebald, „da haben wir schon viel Druck aushalten müssen“. Andreas Peters und Karl Aicher bekennen „einige schlaflose Nächte“, die sich vor allem aus Rechtsstreitigkeiten mit den Verbänden ergaben. „Eine ganz harte Sache war damals der Übertritt von der 2. Bundesliga in die DEL2. Damals hatte uns der Bayerische Eissport-Verband gedroht, den Verein zu sperren. Und dann sind uns eine Woche vor dem Saisonbeginn die Spielerpässe zugeschickt worden – kommentarlos, einfach so.“

Und Peters erinnert an die Anfänge im Frühjahr 2000. „Damals ist die Lizenz über Nacht nach Iserlohn verkauft worden. Das haben wir aus der Zeitung erfahren. Ich war Eishockey-Abteilungsleiter beim Sportbund DJK, der aber keine erste Mannschaft mehr wollte. Dann mussten wir den neuen Verein gründen.“ Der Gründungsversammlung folgten die Verhandlungen mit dem Verband bezüglich der Ligen-Einteilung. Aus der geplanten Oberliga wurde die Bezirksliga. „Das hat richtig geschmerzt, wie uns der BEV da runtergemacht hat“, verrät er.

„Du kannst dem Verein etwas zurückgeben“

Dann also ganz unten. Mit der Leitfigur Mondi Hilger, der auch die erste Mannschaft aus ehemaligen Meisterspielern und frisch aus den Junioren hochgekommenen Jungspunden zusammenstellte. „Wir hatten Spaß“, erinnert sich Hilger – und erklärt: „Jeder der Spieler hat dasselbe gefühlt wie ich: Du kannst dem Verein etwas zurückgeben, was er dir gegeben hat.“ 20 Jahre später ist er zufrieden mit dem Erreichten: „Man kann schon stolz darauf sein, dass sich der Verein nach dieser Zeit so präsentiert.“

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