Inzeller Eisspeedway-Pilot selbstkritisch: Luca Bauer bei EM nicht zufrieden

Luca Bauer ist skeptisch, was den Verlauf der weiteren Saison im Eisspeedway angeht.
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Luca Bauer ist skeptisch, was den Verlauf der weiteren Saison im Eisspeedway angeht.

Im dritten Anlauf hat es geklappt: Die Eisspeedway-Europameisterschaft konnte nun endlich im polnischen Tomaszow Mazowiecki ausgetragen werden.

Tomaszow Mazowiecki – Im Frühjahr war dieEisspeedway-Europameisterschaft wegen der Corona-Pandemie ebenso abgesagt worden wie im August, als sie ursprünglich nachgeholt werden sollte.

Fünf Punkte für den Reit im Winkler

Diesmal aber konnten die Titelkämpfe ausgetragen werden, und an der Spitze lagen erwartungsgemäß die Fahrer aus Russland. Den Titel holte sich Dimitri Soljannikow vor seinen Landsmännern Konstantin Kolenkin und Nikita Toloknow.

Für Luca Bauer (Reit im Winkl) gab es den elften Platz. Der 22-Jährige holte insgesamt fünf Punkte – zufrieden war er aber nicht. „Das Training war super. Aber im Rennen war es teilweise katastrophal“, übte er deutliche Selbstkritik. „Das war einfach schon vom Start weg schlecht.“ Dabei will er es auch nicht als Ausrede gelten lassen, dass er heuer noch kein Eistraining hinter sich gebracht hatte. Es sei wohl eher wieder eine Kopfsache gewesen, mutmaßt Bauer.

Wie es für ihn in diesem Winter weitergeht, ist noch völlig offen. „Wenn es in Schweden kalt genug wird, will ich dort schon noch einmal zum Training hinfahren. Aber es muss sich halt auch lohnen“, verdeutlicht er, dass der Aufwand nur dann sinnvoll ist, wenn er in Schweden lange genug bei guten Bedingungen trainieren kann.

Weitere Wettkämpfe fraglich

Ob’s für ihn in dieser Saison auch noch einen Wettkampf geben wird, ist ohnehin fraglich. Denn die für 16. Januar in Örnsköldsvik (Schweden) WM-Qualifikation – da hätte er als mit italienischer Lizenz fahrender Pilot wohl einen Startplatz bekommen – ist ja bereits abgesagt. Ob der Grand Prix in Togliatti (Russland) tatsächlich stattfinden kann, ist in Zeiten der Corona-Pandemie äußerst unsicher.

Beim Grand Prix in Berlin (6./7. März 2021) wird es ebenfalls nicht leicht sein, einen Startplatz zu ergattern. Da der Weltverband FIM angesichts der ausgefallenen Qualifikation die WM-Teilnehmer setzen wird, ist nicht absehbar, ob für den Reit im Winkler auch ein Platz zur Verfügung steht. Die Hoffnung auf eine Deutsche Meisterschaft am 4. März im Horst-Dohm-Stadion haben die Berliner ebenfalls noch nicht aufgegeben – doch ob im Freiluftstadion in Berlin-Wilmersdorf tatsächlich Rennen stattfinden können, wird von der dann herrschenden Corona-Situation abhängen.

In Tomaszow Mazowiecki jedenfalls durfte gefahren werden. Die zwei Punktbesten erreichten direkt das Finale, die Fahrer auf den Plätzen drei bis sechs trugen eine Art „Halbfinale“ aus – die besten zwei davon durften ebenfalls in den Endlauf. In diesem Halbfinale war auch der Schlierseer Hans Weber dabei. Doch der 36-Jährige ist gestürzt, so war der Weg frei für ein Finale mit den drei Russen plus dem schwedischen „Altmeister“ Stefan Svensson. Der 62-Jährige musste sich in diesem Lauf mit Rang vier begnügen. Die weiteren Platzierungen ergaben sich rein aus der Punktzahl.

Der Endstand:1. Dimitri Soljannikow, 15 Punkte + 3 (Sieg im Finale); 2. Konstantin Kolenkin 13 + 2; 3. Nikita Toloknow, alle Russland 13 + 1; 4. Stefan Svensson 10 + 0; 5. Ove Ledström, beide Schweden 11; 6. Hans Weber, Schliersee 11; 7. Franz Zorn, Österreich 9; 8. Andrej Divis, Tschechien 7; 9. Jasper Iwema, Niederlande 6; 10. Aki-Ala Riihimäki, Finnland 5; 11. Luca Bauer, Reit im Winkl 5; 12. Jiri Wildt, Tschechien 4; 13. Michal Knapp, Polen 4; 14. Benedikt Monn, Miesbach 3; 15. Lukas Hutla, Tschechien 2; 16. Atte Soulammi, Finnland 1. who

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