Inn/Salzach-Duell in Traunstein

Comeback möglich: Tobias Sandner könnte den Traunsteiner Defensivverbund verstärken. Weitz
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Comeback möglich: Tobias Sandner könnte den Traunsteiner Defensivverbund verstärken. Weitz

Traunstein/Rosenheim – Die heimischen Teams in der Fußball-Landesliga Südost sind allesamt bereits am heutigen Freitag gefordert.

Um 19 Uhr erwartet der SB Chiemgau Traunstein den TSV Ampfing zum Inn/Salzach-Duell, um 19.30 Uhr hat der FC Töging zu einem weiteren Kreis-Derby den TSV Kastl zu Gast und der SB/DJK Rosenheim muss seinen aktuellen Lauf beim SE Freising unter Beweis stellen.

Elfinger möchte eine Reaktion sehen

Der SB Chiemgau Traunstein ist zu Hause wieder eine Macht! Vier der sechs Heimspiele gewann die Elf von Trainer Rainer Elfinger in dieser Saison bereits – und dabei mussten auch schon einige Spitzenmannschaften der Landesliga Südost Federn im Jakob-Schaumaier-Sportpark lassen. So kann es natürlich gern weitergehen – doch der Gegner am heutigen Freitagabend (19 Uhr) ist nicht zu unterschätzen. Zu Gast im Jakob-Schaumaier-Sportpark ist Aufsteiger TSV Ampfing.

SBC-Trainer Rainer Elfinger möchte aber so oder so „eine Reaktion meiner Mannschaft sehen, nach diesem sehr exklusiven Auftritt beim letzten Mal“. Elfinger spielte dabei nochmals auf die 2:6-Klatsche beim SB DJK Rosenheim am vergangenen Spieltag an. Auch deshalb warnt der Übungsleiter auch nochmals eindringlich vor dem heutigen Rivalen. „Das wird heute ein schweres Spiel werden und der Gegner ist nicht so schlecht, wie es die Tabelle im Moment gerade aussagt. Die sind gerade unterbewertet.“

Aufsteiger TSV Ampfing steht in der Tabelle auf Platz 16 und damit noch mitten in der Abstiegszone. Der SBC ist aktuell Zehnter und hat auf den TSV schon satte neun Punkte Vorsprung. Doch auf dem ersten Abstiegsrelegationsplatz sind es eben nur fünf Zähler. „In diese Situation haben wir uns ja selber gebracht, deshalb wollen und müssen wir heute auch wieder etwas holen“, fordert Elfinger. Personell schaut’s bei den Traunsteinern nicht schlecht aus. Innenverteidiger Dragisa Topic fällt zwar weiterhin aus, dafür könnte der zuletzt so schmerzlich vermisste Defensivmann Tobias Sandner, der ja lange verletzt ausgefallen war, sein Comeback geben. Robert Schiller (Muskelfaserriss) muss hingegen passen und auch Philipp Matz ist noch kein Thema. „Es ist absehbar, dass wir irgendwann wieder in Bestbesetzung spielen können, bis dahin müssen wir uns weiter durchwurschteln“, sagt Elfinger, der ja – wie Ampfings Klaus Seidel – während der Saison gekommen ist.

Die Bilanz von Seidel von vier Punkten aus drei Spielen, also ein Schnitt von 1,33 Punkten pro Partie, wäre grundsätzlich über 34 Spieltage gesehen auch für den Klassenerhalt ausreichend, aber der Ampfinger Coach hat die Mannschaft ja nach neun Runden mit nur sechs Punkten übernommen und weiß deswegen: „Mit dem Schnitt wird es verdammt eng werden. Wir müssten schon mal ein paar Spiele am Stück gewinnen. Sonst wird es im Frühjahr abenteuerlich.“ Grundsätzlich sieht Seidel sein Team in der großen Kreisstadt nicht chancenlos: „Traunstein hat schon vier oder fünf sehr gute Leute, die ein Spiel entscheiden können. Aber wir müssen kämpfen und laufen, wir müssen an die Grenzen der Physis gehen und Vollgas geben.“ Große Sprünge in Sachen Fitness erwartet Seidel allerdings auch in den nächsten Wochen nicht: „Aufgrund der vielen Freitagsspiele sind die Trainingswochen oft kurz, aber die Fitness können wir uns nur über die Anzahl der Einheiten holen. Mitten in der Saison kann man nicht so hart trainieren, um das aufzuholen, was im Sommer versäumt wurde.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Grippewelle weiterhin einen nach dem anderen zumindest für ein paar Tage aus dem Trainingsbetrieb kickt. Aktuell hat es Nadil Buljubasic, Mevlut Sherifi und Berat Uzun erwischt. Die nächsten Wochen sicherlich nicht dabei ist der Ex-Traunsteiner Jonas Frisch, der sich bei 1:6-Niederlage am Montag im Testspiel bei Wacker Burghausen die Schulter ausgekugelt hat.

Sportbund fährt zum Spitzenspiel

Das hätte zu Anfang der Saison wohl niemand erwartet, dass der Sportbund DJK Rosenheim am 13. Spieltag nach Freising nicht als krasser Außenseiter, sondern zum Spitzenspiel, fährt. Anpfiff ist heute um 19.30 Uhr.

Wenn man die letzten Ergebnisse gegeneinander betrachtet, dann lässt sich der Stempel „Außenseiter“ für den Sportbund nicht ganz von der Hand weisen. In acht Landesliga-Aufeinandertreffen gelangen dem Sportbund nur zwei Unentschieden bei sechs Niederlagen. In der letzten Saison gewann Freising mit 2:1 und 4:1, obwohl man in beiden Spielen beim Stand von 1:1 nach Gelb-Roten Karten mit einem Spieler weniger auf dem Platz stand. Mit jeweils zwei Treffern in beiden Spielen war Andreas Hohlenburger, mit 34 Toren unangefochten Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit, der Freisinger Matchwinner. Doch in dieser Saison stottert die Tormaschine Hohlenburger. Erst drei Tore in elf Spielen liegen deutlich unter seinem Toreschnitt.

Der Sportbund weist nach den beiden letzten Siegen in Waldkirchen und gegen den SBC Traunstein mit 30 Treffern den besten Sturm der Liga auf. Man kann also selbstbewusst die Reise zum Vorjahresvierten antreten, zumal mit Dominik Reichmacher und Torwart Raphael Krause zwei Stammkräfte, welche im letzten Spiel nicht zur Verfügung standen, wieder in den Kader rutschen.

Töging vor dem Derby favorisiert

Wenn der Tabellenvierte, der zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen hat, einen abstiegsbedrohten 14. empfängt, dann ist die Rollenverteilung eigentlich klar. Nicht so beim Fußball-Landesliga-Spiel des TSV Kastl beim FC Töging heute Abend (19.30 Uhr). Zumindest sieht es der FC-Trainer Mario Reichenberger so: „Das ist ein Lokalderby. Da steht es 50: 50.“

Trotzdem kommt der FC Töging nicht um die Favoritenrolle. Immerhin hat die Truppe von Mario Reichenberger zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen, ist damit derzeit das stärkste Team der Liga und mit 23 Punkten nur zwei Punkte hinter den Aufstiegsplätzen, während der Vorsprung auf die Abstiegsrelegation bereits zehn Punkte beträgt. Das ist auch der Vorsprung auf den TSV Kastl, der in den jüngsten sechs Spielen daheim drei Siege holte, aber dreimal auswärts verlor. Kastl ist überhaupt extrem schwach auf fremden Plätzen. Der TSV holte nur zu Saisonbeginn in Traunstein den einzigen Auswärtssieg. Seitdem verlor die Truppe von Jürgen Gal alle Auswärtsspiele. bst/mb/ben/esc

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