Wenige Sekunden...

In der Overtime kann es oft schnell gehen: Ein unvergessenes Blitztor der Starbulls

Ein Rosenheimer gegen fünf Weidener und trotzdem findet die Scheibe den Weg ins Tor: Kyle Gibbons (links), der schon fünfmal den ersten Rosenheimer Treffer erzielte, traf zum 1:1.
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Ein Rosenheimer gegen fünf Weidener und trotzdem findet die Scheibe den Weg ins Tor: Kyle Gibbons (links), der schon fünfmal den ersten Rosenheimer Treffer erzielte, traf zum 1:1.

Nur 14 Sekunden dauerte die Overtime bei der 2:3-Niederlage der Starbulls in Höchstadt. Es war das schnellste Gegentor in der Verlängerung, das Rosenheim seit der Neugründung kassiert hat. Es gab aber auch einen Treffer nach 32 Sekunden für die Starbulls, der unvergessen bleibt.

Die vergangene Woche war wieder eine ganz normale Woche für die Starbulls Rosenheim, sprich: eine Woche im Dienstag-/Freitag-/Sonntag-Rhythmus. Die Ergebnisse dagegen waren – statistisch gesehen – nur zu zwei Dritteln normal. Heimsiege gegen Memmingen und Weiden sind seit dem Abstieg 2017 praktisch Alltag, nur die Freitag-Niederlage in Höchstadt passt da nicht so ganz ins Bild.

Memmingen ist ein gern gesehener Gast

Von sieben Gastspielen an der Mangfall konnten die Memminger Indians gerade mal ein einziges gewinnen (3:2 in Overtime), ansonsten setzte es stets Niederlagen mit mindesten fünf Gegentreffern; Gesamttorverhältnis aus Indians-Sicht: 14:37. Noch hoffnungsloser präsentierten sich in diesem Zeitraum die Weidener, die bei einem Torverhältnis von 12:41 von acht Besuchen überhaupt keinen Zähler mit nach Hause nehmen konnten. Ähnlich sähe es in Rosenheim für die Höchstadt Alligators aus, aber die trafen ja in eigener Halle auf Baindl & Co. und konnten dabei ein bisher einmaliges Erfolgserlebnis feiern: Den ersten Sieg in zehn Spielen (wenn auch nur in Overtime), nachdem sie in den vorangegangenen neun Partien gerade mal einen Punkt aus einer Overtime-Heimniederlage verbuchen konnten.

Jared Mudryk brauchte sechs Sekunden länger

Und die Overtime am Freitag hatte es in sich! Mit nur 14 Sekunden Dauer war es die kürzeste Verlängerung, an denen die Starbulls seit ihrer Gründung im Jahre 2000 beteiligt waren. Am 18. Februar 2018 hatte der Selber Jared Mudryk sechs Sekunden länger gebraucht, um den Rosenheimern den Zusatzpunkt zu entreißen.

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Das schnellste Starbulls-Overtimetor erzielte Mondi Hilger

Der flotteste Starbulls-Overtime-Treffer geht auf keinen Geringeren als Mondi Hilger zurück, der am 20. Januar 2006 gegen Ravensburg nach 28 Sekunden die Zusatzschicht beendete. Weitere illustre Namen im Zusammenhang mit Rosenheimer Toren in der ersten Verlängerungs-Minute: Robin Weihager, C.J. Stretch, Patrick Asselin, Matthias Bergmann, Patrick Hager und Dominic Auger. Das unvergessenste Overtime-Blitztor für Rosenheim fiel aber am 17. April 2012, als Corey Quirk das Zweitliga-Playoff-Finalspiel in Landshut nach torlosen 60 Minuten (!) mit einem Solo bei 60:32 entschied.

Trotz der Lieblingsgegner, auf die man in dieser Woche traf, waren die Spiele beileibe keine Selbstläufer, wofür ein Blick in die Spielerprotokolle eine Erklärung liefert. Nach nur elf Spielen gibt es außer den Torhütern nur noch ganze sieben Spieler, die alle Matches mitmachen konnten! Schon gegen Memmingen und in Höchstadt fehlten Coach Sicinski vier Stammspieler, am Sonntag gegen Weiden war es gleich ein halbes Dutzend: Schütt, Steinmann, Stanik, Slezak, Henriquez und Vollmayer, wobei die letzteren drei zweifellos zu den wichtigsten Spielern zählen.

Leinweber und Gibbons scoren konstant

Nur gut, dass da einige andere bisher eine bewundernswerte Konstanz an den Tag legen! Curtis Leinweber scorte in zehn von elf Partien, sein Legionärskollege Kyle Gibbons in neun von elf, der derzeitige Top-Assistent Dominik Daxlberger in sieben von acht. Tobias Meier ging zwar in vier von elf Begegnungen leer aus, konnte aber bereits in drei Spielen jeweils mehr als einen Treffer erzielen. Und was besonders erfreulich ist: Nach Benedikt Dietrich, Yannick Bauer, Florian Maierhofer und Kilian Steinmann konnten in dieser Woche mit Marc Bosecker und Michael Gottwald die Youngster Nummer Fünf und Sechs ihre ersten Scorerpunkte erzielen.

Gibbons erzielte bereits fünfmal den ersten Rosenheimer Treffer

Dabei kommt es natürlich sehr auf die „Leitwölfe“ an, die von Anfang an für den richtigen Ton sorgen, zum Beispiel Kyle Gibbons. In fünf der elf Begegnungen schoss er den ersten Treffer für die Starbulls, dreimal davon auf Vorarbeit von Curtis Leinweber. In Höchstadt aber reichte der Auftakttreffer von Gibbons nicht. Zum ersten Mal verloren die Starbulls ein Match, in dem sie mit 1:0 in Führung gegangen waren. Zum Ausgleich siegten sie zwei Tage später gegen Weiden, obwohl die Blue Devils ihnen (nach 58 Sekunden) den frühesten Gegentreffer der laufenden Saison beigebracht hatten. Dies war eine kuriose und umgekehrte Parallele zur letzten Saison. Da hatte Fabian Zick in Weiden bereits nach 26 Sekunden eingenetzt, aber sein Team verlor schließlich mit 2:5.

Aktuelle Schwächen im Powerplay

Wenn man überhaupt einen Aspekt momentan kritisieren kann, dann ist es das Powerplay. An den ersten beiden Wochenenden kamen die Starbulls in Überzahl mit fünf Toren in siebzehn Powerplays auf über 30 Prozent Erfolgsquote und lagen damit an der Spitze. In den weiteren sieben Spielen gelang nur noch ein einziges Überzahltor in 22 Powerplays (und das gegen die schwachen Landsberger), wodurch sich die Effizienz auf 15 Prozent halbiert hat und nunmehr den viertschwächsten Wert der Liga darstellt. Ganz kurios: In dieser Zeit haben Tobias Meier & Co. bei gegnerischer Überzahl viermal so viel Tore erzielt!

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