Und immer wieder dröhnt es vor 230 Zuschauern aus den Boxen: „Bartschi, Bartschi, tambo!“

Brachte ab dem dritten Satz Stabilität in die Annahme:Fabian Bartsch (Mitte), dahinter Libero Xander Mühlbauer. Enzinger
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Brachte ab dem dritten Satz Stabilität in die Annahme:Fabian Bartsch (Mitte), dahinter Libero Xander Mühlbauer. Enzinger

Mühldorfer Drittliga-Volleyballer tun sich am Sonntag schwer gegen den Tabellenletzten aus Niederviehbach. Riskoreiche Aufschläge prägen das letzte Heimspiel der Mühldorfer in diesem Jahr. Die Tabellenführer aus der Innstadt können den Vorsprung gegenüber Verfolger Eibelstadt weiter ausbauen.

Mühldorf – Da muss Hallensprecher und DJ Florian Holland nicht lange suchen. Wann immer Fabian Bartsch einen Ball „tot“ gemacht hat, also einen direkten Punkt, dröhnt der Hit der Band „Carrapicho“ durch die Boxen in der Mittelschulturnhalle: „Bachi, Bachi, Tambo!“ schalle es dann aus den Boxen, die Zuschauer klatschen begeistert im Takt. Etwa ein Dutzend mal darf Holland das Knöpfchen drücken, um die Angriffsbemühungen des Mühldorfer Außenannahmespielers zu würdigen, der damit in der Schlussphase der Partie gegen den TSV Niederviehbach die Kohlen aus dem Feuer holt. Denn die Partie des Erstplatzierten aus Mühldorf gegen die Niederbayern steht auf Messers Schneide, in fünf Sätzen ringen die Mühldorfer den Niederviehbachern dann noch zwei Punkte ab. Am Ende der Drittliga-Partie heißt es 3:2 (25:21, 21:25, 25:14, 20:25, 15:11).

Annahmeschwächen prägen das Spiel

Der Erste gegen den Letzten: Wann, wenn nicht in so einer Partie, konnte Trainer Michi Mayer sonst seine Ergänzungsspieler einsetzen, um ihnen Spielzeit zu gönnen? Tatsächlich ließ der Mühldorfer Trainer seine Leistungsträger Iven Ferch und Fabian Bartsch diesmal auf der Bank sitzen, brachte Hauke Ferch als Außenangreifer, der gut trainiert hatte, und ließ über die Mitte Nico Philipeit und Florian Gschwentner gewähren.

Vor 230 Zuschauern präsentierten sich die Niederviehbacher aber auf Augenhöhe. Beide Teams servierten risikoreich, lange gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Die Gäste führten zwischenzeitlich sogar (17:19), und so kam es gerade Recht, dass Nico Philipeit ziemlich druckvoll zur 22:20-Führung aufschlug und damit die Basis für den späteren Satzgewinn legte (25:21).

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Schon in Durchgang eins hatten sich die Annahmeschwächen bei den Mühldorfern bemerkbar gemacht. Ungewohnt unpräzise agierten Xander Mühlbauer und Hauke Ferch, so dass Zuspieler Alex Brandstetter gefordert war, um zumindest seine Außenangreifer mit Pässen zu bedienen. Die Mittelblocker blieben fast komplett außen vor. Das baute die Niederviehbacher auf, die mit 9:5 davonzogen. Ein Doppelwechsel – Lars Rommel und Fabian Liemer für Nelson und Alex Brandstetter – vermochte nichts zu ändern. Im Gegenteil: Niederviehbach baute seine Führung aus (13:8), hatte mit Netzrollern auch noch das nötige Quentchen Glück beim Aufschlag, um weiter davon zu ziehen (17:9). Nach dem Rückwechsel kam Alex Brandstetter mit seinem Aufschlag noch auf 16:19 ran, doch zwei starke Blocks der Niederbayern machte den Mühldorfern mit 25:21 den Garaus in diesem Abschnitt.

Nun schritt Mayer ein, ließ die Stammformation auflaufen, indem er Iven Ferch und Fabian Bartsch brachte. Tatsächlich waren die Annahmen nun besser, die Mühldorfer waren spielbestimmend. 6:1, 18:10, 21:14. Vier sensationell platzierte Flatteraufschläge von Youngster Jonas Zusann sorgten für den Satzgewinn zum 2:1 (25:14).

Niederviehbach will nicht aufgeben

Doch aufgeben wollten die Niederviehbacher noch nicht: Sie nutzten in Durchgang vier eine erneute Schwächephase in der Annahme der Mühldorfer schamlos aus, standen in der Feldabwehr um einen annahmestarken Libero Hannes Blattenberger sicher und erspielten sich erst eine 7:3- und eine 12:6-Führung. Nelson hatte seine Probleme auf der Diagonalposition, Mühldorfs Angriff biss sich am Block um Mittelblocker Moritz Engelmann die Zähne aus, während Niederviehbachs Diagonalspieler Luis Großmann ein ums andere Mal punktete. „Egal, was wir versucht haben. Luis Großmann haben wir heute einfach nicht in den Griff bekommen“, ärgerte sich nach dem Spiel Mühldorfs Trainer Michi Mayer. Starke Aufschläge von Tom Brandstetter, der nach dem Spiel zum wertvollsten Spieler auf Mühldorfer Seite ausgezeichnet werden sollte, brachten die Mühldorfer zwar noch heran (20:24), doch die Gäste ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen (20:25).

Philipeits Aufschläge bringen die Entscheidung

Also musste die Entscheidung in Satz fünf her. Fabian Bartsch forderte nun die Bälle, bekam sie auch und holte im Angriff die Punkte für die Mühldorfer. Ausschlaggebend zum 3:2-Sieg waren dann aber wieder Philipeits Aufschläge knapp über die Netzkante, die die Mühldorfer 14:10 in Front brachten, der Rest war dann kein Problem mehr (15:11).

Mühldorf bleibt mit zwei weiteren Zählern Tabellenführer, erhöhte – trotz eines Spiels im Rückstand – sogar den Abstand zum Zweiten aus Eibelstadt um einen weiteren Punkt. Die „Black Mamas“ verloren nämlich ihr Spitzenspiel gegen den Vierten aus Friedberg, sind nun drei Punkte hinter Mühldorf und haben Dresden im Nacken (20 Punkte).

Ergebnisse/Tabelle: TSV Deggendorf – TSV Zirndorf3:1; TSV Friedberg – TSV Eibelstadt3:2; VC Dresden – VSV Jena 3:0; ASV Dachau – MTV München 3:1; TSV Mühldorf – TSV Niederviehbach3:2. 1. TSV Mühldorf, 24 Punkte, 26:7 Sätze; 2. TSV Eibelstadt, 21 Punkte, 27:17 Sätze; 3. VC Dresden, 20 Punkte, 24:14 Sätze; 4. TSV Friedberg, 20 Punkte, 21:13 Sätze; 5. TSV Zirndorf, 14 Punkte, 18:16 Sätze; 6. ASV Dachau, 12 Punkte, 16:18 Sätze; 7. TSV 1861 Deggendorf, 10 Punkte, 16:19 Sätze; 8. VSV Jena, 9Punkte, 16:22 Sätze; 9. VC Zschopau, 8 Punkte, 11:19 Sätze; 10. MTV München, 7 Punkte, 13:27 Sätze; 11. TSV Niederviehbach, 5 Punkte, 9:25 Sätze. je

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