Ski-Weltcup

„Ich habe es gehört, als das Band riss“ – Marina Wallner nach schwerer Verletzung zurück

Marina Wallner bereitete sich beim Gletscher-Training auf die neue Saison vor.

Die Inzeller Skirennläuferin Marina Wallner will einen neuen Anlauf in diesem Winter im Weltcup starten. Vor knapp einem Jahr hat sich die bald 25-Jährige beim Training in Killington/USA das Kreuzband gerissen. Zum zweiten Mal in ihrer Karriere ereilte der Slalomspezialistin dieses Schicksal.

Inzell – „Ich habe es hören können, wie das Band gerissen ist“, erinnert sie sich. Es war dasselbe Knie, wie bei ihrem ersten Kreuzbandriss. „Das Bauchgefühl war sofort da, dass wieder alles kaputt ist. Trotzdem verdrängt man es und wartet auf die MRT-Untersuchung“, beschreibt sie ihre Gefühle.

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Untersuchung brachte das befürchtete Ergebnis

Schließlich brachte die Untersuchung das befürchtete Ergebnis und für Marina Wallnerbegann die Tortur der langen Reha, die sie bereits kannte. „Diesmal habe ich mir aber viel Zeit für mich und meine Genesung genommen. Ich wollte nichts überstürzen und bin zunächst nach Hause und dann erst entspannt in die Reha.“ Trotzdem schaffte sie es, im Sommer die Vorbereitung und auch die Schneelehrgänge mitzumachen.

Marina Wallner bereitete sich beim Gletscher-Training auf die neue Saison vor.

„Es ist gut gelaufen und hatte kaum Schmerzen. Dass ich jetzt mein Comeback feiern kann, habe ich vielen Menschen zu verdanken“, freut sie sich. Ärzte, Physio-Therapeuten, Trainer und ihr Arbeitgeber die Bundespolizei unterstützten Wallner in allen Belangen. Mit dem Ruhpoldinger Daniel Fischer stellte ihr die Bundespolizei sogar einen Trainer zur Seite. Nur mit dem sogenannten Stangentraining begann sie später, zuerst probierte sie es mit dem freien Fahren im Schnee.

Nun brennt sie auf ihren ersten Einsatz im Weltcup Ende November beim Slalom im finnischen Levi. „Ich freue mich riesig drauf, das Fieber auf die neue Saison beginnt spätestens bei unserer Einkleidung. Da weiß man, dass es bald los geht.“

„Freue mich auf den Nachtslalom“

In diesem Winter will sich die Inzellerin weiter technisch verbessern und einen Schritt nach vorne machen. „Auch mit dem Material will ich sensibler umgehen, zum Beispiel wenn sich die Schneeverhältnisse schnell ändern“, erklärt sie ihre Pläne. Auf der Agenda steht dazu, konstanter zu fahren und möglichst beide Durchgänge perfekt zu fahren.

Freut sich auf ihre ersten Weltcup-Einsätze: Die Inzellerin Marina Wallner.

„Da muss der Kopf ebenfalls mitspielen. Im Steilhang muss ich mich noch mehr überwinden und möglichst so normal fahren wie im Flachen. Das liegt mir mehr.“ Deswegen hat sie sich Hilfe bei einem Psychologen geholt. Dieser gibt ihr Hilfestellung und Anregungen, aber…… „Er fährt den Hang nicht runter, am Start stehst du alleine. Wichtig ist an sich zu glauben, Ratschläge annehmen und umsetzen.“

Wallner hat den sogenannten „Verletzungsstatus“

In dieser Saison hat Marina Wallner den sogenannten „Verletzungsstatus“. Rund zehn Startplätze ist sie zurückgefallen, in der Weltrangliste belegt sie den 27. Platz. Da einige Athletinnen aufgehört haben, wird sie so um die Startnummer 24 in die ersten Rennen gehen. Ziel sind die Top15. Ein Vorteil ist, dass die Saison 19/20 eine ganz „Normale“ ist. Es gibt keine Großereignisse wie Olympische Spiele und Weltmeisterschaften, bedeutet, der Quali-Druck fällt weg.

Am meisten freut sie sich auf ihr Heimrennen in Osterschwang/Allgäu und auf ihren Lieblingsslalom in Flachau. „Das ist wie ein Rennen daheim. Da kommt mein Kopfsponsor her und dort habe ich auch eine Wohnung“, sagt sie im Vorfeld des Nachtslaloms. Marina Wallner ist für den Winter gerüstet und freut sich auf das DSV-Slalomteam unter Bundestrainer Jürgen Graller. Die Mannschaft besteht aus Routiniers wie Tina Ackermann (ehemals Geiger) und Lena Dürr sowie Talenten wie Jessica Hilzinger und Marlene Schmotz.

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