Fahrer aus Ruhpolding

„Ich bin für diesen Winter raus“: Eisspeedway-Pilot Stefan Pletschacher verzichtet auf EM

Eisspeedway-Pilot Stefan Pletschacher zeigte solche Schräglagen in den vergangenen Jahren immer wieder – in diesem Winter wird er pausieren.
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Eisspeedway-Pilot Stefan Pletschacher zeigte solche Schräglagen in den vergangenen Jahren immer wieder – in diesem Winter wird er pausieren.

Die Renntermine sind unsicher, die Anreisen ebenfalls: Eisspeedway-Pilot Stefan Pletschacher (Ruhpolding) hat bereits seine Konsequenzen gezogen. „Ich bin für diesen Winter raus“, stellt einer der stärksten deutschen Fahrer der vergangenen Jahre klar.

Ruhpolding – Schließlich hat die Corona-Pandemie auch enorme Auswirkungen auf seinen Sport. Unter anderem musste die für das vergangene Frühjahr in Polen geplante Europameisterschaft abgesagt werden. Zunächst hatte der Weltverband FIM die Titelkämpfe dann im Sommer nachholen wollen – auch das klappte nicht.

Aufwand bei der EM teilzunehmen ist zu hoch

Nun soll die EM im Dezember ausgetragen werden – doch der vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) nominierte 41-Jährige wird dort nicht antreten. „Ich glaube auch nicht, dass die EM stattfinden kann.“ Schon die Anreise wäre nicht einfach, „und dort gibt es derzeit kein Hotel, es ist keine Gastronomie offen“, berichtet der Ruhpoldinger. Schlimmer noch: „Wenn du dann heimkommst, musst du zwei Wochen in Quarantäne.“

Vorbereitung ist nicht möglich

Eine Vorbereitung sei derzeit ebenfalls nicht möglich. Von den Bedingungen her ginge das am ehesten – wie in den vergangenen Jahren – in Russland. „Aber die Grenzen sind derzeit dicht. Ich wurde vom Konsulat abgewiesen und bekomme kein Visum“ – unter anderem deshalb, weil er ja kein Profisportler ist und deshalb nicht als „Geschäftsreisender“ gewertet würde. „Das ist ja auch nur ein Hobby für mich.“ Und so riskant schon alleine die Fahrten auf dem blanken Eis sind: Das zusätzliche Risiko, sich nicht nur in Quarantäne begeben zu müssen, sondern sich sogar möglicherweise zu infizieren, sei viel zu hoch.

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Das gilt auch für den finanziellen Einsatz: Allein die Fahrt und der Aufenthalt in Polen würden wohl mindestens 1500 Euro verschlingen, ein Trainingslager wäre ebenfalls ein enormer Kostenfaktor. „Und wofür? Dafür, dass dann möglicherweise doch die Rennen abgesagt werden“, verdeutlicht Pletschacher, dessen für diesen Winter geplanter Start für ein russisches Ligateam bereits vom Verein abgesagt wurde.

Klar ist: Selbst unter den für den Weltverband günstigsten Voraussetzungen blieben von den üblichen fünf WM-Veranstaltungen wohl nur zwei übrig, nämlich in Togliatti (Russland) und möglicherweise Berlin. Dabei könnte Berlin davon profitieren, dass es sich hierbei um eine Freiluftveranstaltung handelt.

„Dafür richte ich nicht alles her“

Als WM-Qualifikation plant die FIM derzeit einen Wettbewerb in Örnsköldsvik (Schweden). Dort würde man statt der üblichen 16 Piloten wohl mit 24 Fahrern die WM-Teilnehmer ermitteln. Dort zu starten, ohne ein Trainingslager absolviert zu haben, wäre aber nicht besonders sinnvoll. „Es kann ja im Moment keiner klare Aussagen treffen, was dann wirklich möglich ist. Dafür richte ich nicht alles her.“

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Einziges Problem: Sollte in Berlin gefahren werden können, würde dort ja auch die Deutsche Meisterschaft ausgetragen. Diese gilt aber normalerweise als Qualifikation für die deutschen Fahrerplätze in der WM. „Das wäre Pech. Dann musst du ja fahren, weil es um die WM-Plätze geht“, weiß der Ruhpoldinger. Daher sind in den nächsten Wochen noch Gespräche geplant, ob überhaupt im Frühjahr 2021 ein DM-Start in Berlin möglich und nötig sein wird. Ansonsten ist für Pletschacher klar: „In dieser Situation will ich auch gar nicht fahren und halte mich strikt an die staatlichen Vorgaben. Ich konzentriere mich definitiv auf die Saison 2022.“ who

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