Historischer Erfolg für den Flintsbacher Jakob Lange

Jakob Lange (WSV Kiefersfelden)holte sich in dieser Saison überlegen den Continental-Cup-Gesamtsieg und hofft, in der nächsten Saison wieder fix im Weltcup-Team dabei zu sein. Krafczyk

Nach eineinhalb Jahren Auszeit aufgrund einer tückischen Stoffwechselerkrankung hat sich Jakob Lange in dieser Saison bereits wieder an die erweiterte Weltspitze herangekämpft. Nach seinem Sieg in Eisenerz ging es für den Inngauer Kombinierer vom WSV Kiefersfelden im März zuerst nach Lahti (Finnland) und danach zu den letzten Saisonwettkämpfen des diesjährigen Continental-Cups ins sibirische Nizhni Tagil.

Lahti/Nizhni Tagil– Dort machte er als Führender in der Gesamtwertung den Sieg im Continental-Cup fix.

In Lahti erreichte Lange am ersten Wettkampftag auf der K-116m-Schanze im Feld der 46 Athleten aus 14 Ländern mit 125,5 Meter und Noten zwischen 17,5 und 18,0 den vierten Rang im Sprungklassement. Mit dieser Ausgangslage war er bereits vor dem 10-Kilometer-Langlauf der erklärte Favorit auf den Sieg, was er auch eindrucksvoll bestätigte. Lange lief unangefochten mit 32 Sekunden Vorsprung auf die ebenfalls weltcup-erfahrenen Athleten Buraas (Norwegen), Buzzi (Italien) und Gerstgraser (Österreich) als Erster über die Ziellinie. Tags darauf ein ähnliches Bild: Lange legte auch hier mit dem vierten Platz im Sprung den Grundstein zum späteren Sieg. Mit 38 Sekunden Rückstand ins Rennen gegangen, überholte er die drei vor ihm gestarteten Läufer und gewann auch dieses Rennen mit 21 Sekunden Vorsprung auf den jungen Norweger Kasper Moan Flatla.

Zum Ende einer langen und anstrengenden Saison ging es von Lahti direkt weiter nach Moskau und von dort ins sibirische Nizhni Tagil. Hier standen noch einmal zwei Bewerbe von der Kleinschanze als Saisonfinale an. Auf der K-90m-Schanze kam Lange von Beginn an gut zurecht und belegte im ersten Sprungwettkampf erneut den vierten Gesamtrang. Mit einem Rückstand von nur neun Sekunden auf die Spitze war der Rennverlauf bereits vorgegeben. Jakob Lange schloss bereits nach wenigen hundert Metern zum Führungstrio auf, lief eine Runde in der Führungsgruppe mit und zog dann davon. In der letzten Runde konnte sich der laufstarke Flintsbacher sogar den Luxus erlauben, in einem gemäßigten Tempo das Rennen kontrolliert auf Sieg zu Ende zu laufen. Da am Tag darauf der schwere 15-Kilometer-Lauf anstehen sollte, eine komfortable Situation, um Kraft zu sparen.

Erster Kombinierer über 1000 Punkte

Durch diesen mittlerweile siebten Saisonsieg erreichte Jakob Lange als erster Athlet in der Geschichte des Continental-Cups der Nordischen Kombination mehr als 1000 Punkte während einer Saison und konnte entspannt in den abschließenden Wettkampf gehen. Aufgrund von sehr warmen Temperaturen fiel die Spurkühlung aus und es konnte an diesem Tag kein Sprungwettkampf stattfinden. Es musste daher auf den provisorischen Wettkampfsprung vom Freitag zurückgegriffen werden, bei dem Jakob Lange mit 44 Sekunden Rückstand erneut den vierten Platz erreicht hatte. Daher musste auch das Reglement geändert werden und ein 10-Kilometer-Lauf stattfinden. Sieger im Sprungwettkampf waren die beiden Norweger Simen Tiller und Lars Ivar Skaarset, die eine Woche zuvor im Heim-Weltcup in Oslo stark auftrumpften und bei dem Skaarset sogar den 13. Rang erzielte.

Acht Siege in dieser Saison

Die Ausgangslage für Jakob Lange war klar: Er wollte noch einmal aufs Podest und mobilisierte deshalb alle Kräfte. Zudem hatte DSV-Techniker Roland Schmid ein glückliches Händchen bei der Skipräparation und die gegnerischen Läufer hatten an diesem Tag der Laufstärke von Lange nichts mehr entgegenzusetzen. Lange gewann mit einem Vorsprung von 1:21 Minuten auf Skaarset und Tiller und holte sich den vierten Continental-Cup-Sieg in Serie. Mit insgesamt acht Siegen und zwei zweiten Plätzen gewann er mit 1148 Punkten überlegen die Gesamtwertung. Nebenbei sicherte er dabei bereits das fünfte Mal in Folge einen zusätzlichen Weltcup-Startplatz für den Deutschen Skiverband für die erste Weltcup-Periode der nächsten Saison mit Starts in Kuusamo, Lillehammer und Ramsau.

Jakob Lange, der in Abstimmung mit Bundestrainer Herrmann Weinbuch in dieser Saison als Ziel hatte, sich nach der langen Zwangspause Wettkampfhärte und Selbstvertrauen zurückzuholen, scheint nun wieder den Anschluss an das Niveau des A-Weltcups geschafft zu haben. Man darf nun auf die weitere Entwicklung gespannt sein. rap

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