WINTERWECHSEL

Heimische Fußballclubs: Größere Transfers wohl erst im Sommer

Der Ex-Töginger Birol Karatepe im Duell mit seinem künftigen Ampfinger Mannschaftskollegen Nadil Buljubasic.
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Der Ex-Töginger Birol Karatepe im Duell mit seinem künftigen Ampfinger Mannschaftskollegen Nadil Buljubasic.
  • vonMichael Buchholz
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Nur wenig tut sich bei den höherklassigen Fußballvereinen aus dem Kreis Inn/Salzach von der Regional- bis zur Landesliga. Die Wechselperiode im Winter ist bislang fast ohne großen Knaller über die Bühne gegangen. Allerdings kann in den letzten Tagen der Frist auch noch Bewegung reinkommen.

Rosenheim/Mühldorf– So richtig in Schwung scheint das Personal-Karussell bei den heimischen Verbandsligisten in der aktuellen XXL-Winterpause nicht zu kommen: Die Vereine, die sich im Niemandsland der Tabelle befinden, halten sich auch aufgrund fehlender finanzieller Mittel vornehm zurück und setzen überwiegend auf die vorhandenen Kader, etwas mehr Bewegung gibt es dagegen bei den Clubs, die ihre Ziele in Gefahr sehen. Wie immer herrscht aber in den letzten Tagen vor Ende der Transferperiode am 31. Januar vielerorts noch hektische Betriebsamkeit.

Regionalliga: Bei 1860 tut sich noch was

Bestplatzierter Regionalligist aus dem Kreis Inn/Salzach ist derzeit der TSV Buchbach, der nach 25 Spielen mit 35 Punkten auf Rang acht überwintert. Bei den Rot-Weißen wird im Winter keine Veränderungen im Spielerkader geben. „Keine Abgänge, keine Zugänge, wir planen vielmehr bereits für die nächste Saison“, sagt Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier, der momentan einige Gespräche wegen Vertragsverlängerungen führt.

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Nach dem kurzfristigen Abschied von Stefan Wächter zum österreichischen Zweitligisten FC Dornbirn und der lange geplanten Rückholaktion von Maxi Reiter vom Kooperationspartner SV Kirchanschöring wird sich auch beim SV Wacker Burghausen nicht mehr viel im Winter tun, zumal sich der Tabellenzehnte mit dem Ex-Schaldinger Markus Schöller auf der Torwart-Position wunschgemäß verstärken konnte. „Unser Fokus ist auf die nächste Saison gerichtet“, so Geschäftsführer Andreas Huber.

Auf eigene Talente setzen?

Etwas anders sieht es beim TSV 1860 Rosenheim aus, der ja seine drei Liga-Spiele im Herbst verloren hat und weiterhin auf den ersten Relegationsrang klebt. „Große Sprünge sind zu Corona-Zeiten in Rosenheim sicherlich nicht machbar“, erklärt Sportlicher Leiter Hansjörg Kroneck, der aber davon ausgeht, dass es trotzdem Winterzugänge geben wird: „Keine fertigen Spieler, sondern Talente.“ Überhaupt würde der 50-Jährige am liebsten mehr Talente aus dem eigenen Stall einbinden, der ja bestens funktioniert und zahlreiche Juwelen parat hält.

„Vielleicht muss man einfach mal auch den Mut haben und mehr auf die eigenen Talente setzen“, so Kroneck, der freilich die Regionalliga halten möchte: „Das ist das Ziel, aber nicht um jeden Preis. Es geht um wirtschaftliche Stabilität und um Durchlässigkeit von unten nach oben. Um Nachhaltigkeit eben. Viele denken jetzt anders als noch vor zwei Jahren und wenn man überlegt, dass man gute zehn Jahre in die Nachwuchsspieler investiert, sollte man sich Gedanken machen, ob man diese Spieler für den eigenen Verein ausbildet oder für die Clubs aus der Region.“ Fix ist übrigens bereits, dass Angreifer Luftetar Mushkolaj nicht mehr für 1860 Rosenheim auflaufen wird. Kroneck: „Wir haben die Freigabe erteilt, ob es mit dem geplanten Wechsel in die Schweiz klappt, kann ich nicht sagen, aber bei uns spielt er nicht mehr.“

Bayernliga: Ruhe in Wasserburg

Eine Etage tiefer liegt Serienaufsteiger TSV Wasserburg in der Bayernliga Süd mit vier Punkten Rückstand auf den FC Deisenhofen als Dritter in Lauerstellung. Derzeit ist noch nicht klar, ob es im Team von Niki Wiedmann, der ja nach dem Rücktritt von Michael Kokocinski im Dezember das alleinige Sagen an der Seitenlinie hat, Veränderungen im Kader geben wird. Deutlich mehr Bewegung ist hingegen beim Tabellenneunten der Bayernliga Süd zu verzeichnen: Den SV Kirchanschöring hat nicht nur Maxi Reiter in Richtung Burghausen verlassen.

Auch Maxi Probst ist zum SB Chiemgau Traunstein zurückgekehrt, während wiederum Maximilian Vogl aus Traunstein zurück bei den Gelb-Schwarzen ist. Neu im Team von Trainer Sepp Weiß ist auch Berni Mühlbacher, der bisherige Waginger Kapitän ist nach Manuel Sternhuber der zweite Führungsspieler der Seerosen, der sich innerhalb weniger Monate von der Kreis- in die Bayernliga verabschiedet hat.

Landesliga: Karatepe wechselt liga-intern

Gleich mit sechs Vereinen ist der Kreis Inn/Salzach in der Landesliga Südost vertreten, bestplatzierter Club ist derzeit der Tabellendritte SV Erlbach, der ja bei fünf Punkten Rückstand auf das Führungsduo und zwei, respektive drei Spielen Verzug noch veritable Aufstiegschancen hat. Nicht mehr dabei in der Frühjahrsrunde ist Johannes Penker, der zum SV Linde Tacherting in die Kreisklasse wechselt. Der 30-jährige Trostberger, kam 2014 vom TSV Peterskirchen ins Holzland und hat für die Erlbacher 119 Landesliga- und 18 Bayernliga-Spiele bestritten.

Keinerlei Sorgen hat der Tabellenfünfte SB Chiemgau Traunstein, der in der Restsaison überwiegend Spieler aus dem eigenen Nachwuchs testen möchte und neben Rückkehrer Probst auch den Töginger Christian Wallisch integrieren möchte. Drei Klassen höher möchte sich der junge Tachertinger Daniel Larisch im Team von Rainer Elfinger versuchen, der aus der Kreisklasse kommt. Verlassen wird die Kreisstädter neben Vogl auch Ivan Savric, der wohl wieder zurück nach Kroatien geht.

Blick nach Töging

Vergleichsweise ruhig geht es auch beim Tabellenneunten FC Töging zu, der aber in der neuen Saison wieder verstärkt angreifen will: Neben Wallisch wird auch Manuel Daub (beruflich in die Schweiz) nicht mehr am Wasserschloss auflaufen und Dauerbrenner Birol Karatepe (35) wechselt zum TSV Ampfing zurück, dessen Trikot er schon zwei Spielzeiten getragen hat. Umgekehrt ist der Ampfinger Verteidiger Marcel Meingaßner, der im September von den Schweppermännern gekommen ist, bei der Saisonfortsetzung spielberechtigt und auch Manuel Schwaighofer steht nach vorzeitig beendetem England-Aufenthalt wieder zur Verfügung. „Wir schauen jetzt, dass wir möglichst schnell alle Gefahren nach hinten absichern und dann orientieren wir uns weiter“, gibt sich Trainer Mario Reichenberger gelassen.

Noch nicht über dem Berg in Sachen Klassenerhalt ist der TSV Kastl, der keine großen Transfergeschichten plant. „Wir kriegen vielleicht einen jungen Perspektivspieler dazu, aber sonst ist vor dem Sommer nichts geplant“, erläutert Teammanager Jochen Brehm, der aber klar macht: „In den nächsten ein oder zwei Jahren müssen wir den Umbruch vorantreiben. Einige Spieler kommen allmählich in die Jahre. Wir sind froh, wenn wir unseren Kader halten können, mit dem wir sehr zufrieden sind, aber wir müssen auch an die Zukunft denken. Ein paar Kontakte zu jungen Spielern haben wir schon.“

Beim SB Rosenheim, der mir 32 Punkten auf Rang 15 überwintert, sieht es nach dem tristen Herbst wieder positiver aus: Kapitän Christoph Börtschök, Dominik Reichmacher, Benedikt Mittermayr und Adrian Krasniqi sind wieder fit. Einzig Thomas Ofenmacher plagt sich noch mit einer langwierigen Verletzung. Aufgrund der Pandemie wird Janik Vieregg wohl vorzeitig aus dem Auslandssemester zurückkehren. Dazu kommen mit den Brüdern Seif und Sajjad Shallal zwei Neue von der U21 des Erstligisten Mjällby AIF aus Schweden, die aus beruflichen Gründen nach Rosenheim ziehen.

Sechs Punkte fehlen dem TSV Ampfing zum direkten Klassenerhalt. Mit Karatepe, der bis Juni 2022 unterschrieben hat, bekommt Trainer Heiko Baumgärtner einen erfahrenen Abwehrrecken dazu, muss aber künftig auf Burhan Bahadir verzichten, der sich beruflich verändert hat. Der ehemalige Holzkirchner wird künftig für den Ligarivalen FC Unterföhring auflaufen. Sportlicher Leiter Adrian Malec will noch mal nachlegen: „Wir sind da ziemlich weit, aber noch ist nichts spruchreif.“

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