Zu Hause trainieren und dank der Fitness-App B42 besser Fußball spielen

Andreas Gschaider (38) aus dem niederbayerischen Velden ist Gründer und CEO des Start-ups.

Fußballtraining in Zeiten von Corona – megaschwierig, aber mit der Fußball-App B42 konnten und können Fußballer die Pause sinnvoll nutzen, sich fit halten, Defizite aufarbeiten und sich sogar verbessern. Auch Fußball-Regionalligist TSV Buchbach nutzte die App.

Buchbach – Andreas Gschaider (38) aus dem niederbayerischen Velden ist Gründer und CEO des Start-ups, das mittlerweile zehn Mitarbeiter beschäftigt: „Die Idee zu der B42-App ist aus einem eigenen Bedürfnis heraus entstanden. Als Amateurfußballer habe ich festgestellt, dass es so ab 30 immer schlechter wurde, gerade nach Verletzungen habe ich gemerkt, dass immer schwieriger wurde in Form zu kommen. Da habe ich mich umgeschaut, ob es fußballspezifische Angebote zu diesem Thema im Internet gibt, habe aber nichts wirklich Sinnvolles gefunden.“ Gschaider hat bis auf ein kurzes Intermezzo bei der SpVgg Landshut seine ganze Laufbahn beim TSV Velden gespielt, die Idee zur App ist 2016 entstanden, 2017 ist dann die erste Version an den Start gegangen, die aktuelle App ist seit November letzten Jahres auf dem Markt.

Rund 60000 Downloads und etwa 50000 User

Rund 60000 Downloads und etwa 50000 User – das sind die Kennzahlen. „Mit dem aktuellen Stand sind wir super happy. Am meisten freut und das tolle Feedback, wir kriegen wirklich sehr viel Lob. Nicht umsonst waren wir bei Apple auch schon mal die App des Tages und sind auch von Apple nach Berlin eingeladen worden“, so Gschaider, dessen Mitstreiter auch allesamt Amateurfußballer waren, die in ihrer Laufbahn durchaus mehr hätten erreichen können, wenn es zu ihrer aktiven Zeit die App schon gegeben hätte. „Die Kernidee ist, dass Spielerinnen und Spieler daheim trainieren können, um dann besser Fußball spielen zu können oder nach Verletzungen schneller auf den Platz zurückzukehren“, sagt der Gründer und erklärt: „Wenn man nach eine Verletzung begleitend zur physiotherapeutischen Behandlung täglich spezielle Übungen macht, verkürzt das die Rehazeit enorm.“

Rund 250 Übungen enthält die App, im kostenlosen Bereich gibt es neben einigen Übungen und einzelnen Workouts auch einen speziellen Ernährungsbereich. Kostenpflichtig sind dann die speziellen Programme, die auch alle mit Videos erklärt werden. So gibt es fünf Programme, die nach Verletzungen das Comeback beschleunigen und zehn verschiedene Programm, die sich mit den fußballerischen Grundvoraussetzungen beschäftigen, wie etwa Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit oder Athletik. Dabei sind die Programme an die jeweilige Saisonphase angepasst – schließlich ist ja in der Normalität ein großer Unterschied, ob man sich gerade in der Vorbereitung oder mitten in der Saison befindet.

Stärken fördern, Defizite aufarbeiten

Zudem gibt es eigene Programme für Frauenfußball. „Natürlich gibt es Unterschiede, deswegen haben wir spezielle Angebote für Spielerinnen, die unter anderem auch den Menstruationszyklus berücksichtigen“, so Gschaider, der alle Programme in Zusammenarbeit mit renommierten Sportärzten und Physiotherapeuten entwickelt hat. Mittlerweile trainieren ganze Mannschaften wie etwa die Damen des FC Forstern oder des TSV Velden mit der App. Dass die App bei Fußballerinnen gut ankommt, zeigt auch die Tatsache, dass Nationalspielerin Lina Magull vom FC Bayern Markenbotschafterin ist.

Bei den Herren nutzt etwa Regionalligist TSV Buchbach das online-basierte Fitnessprogramms schon seit der Wintervorbereitung. „Das ist eine Top-Geschichte. Damit können wir die die Stärken unserer Spieler fördern und Defizite aufarbeiten“, lobt Trainer Markus Raupach. Auch einzelne Spieler des SV Schalding-Heining, der SpVgg Hankofen-Hailing oder des 1. FC Passau halten sich mit der App fit. Gschaider: „Corona hat uns am Anfang schon etwas in die Karten gespielt, wir haben die App im Frühjahr sogar einen Monat lang kostenlos angeboten. Mittlerweile schädigt uns der Ausfall der Saisonphase aber auch, weil die Motivation der Spielerinnen und Spieler sinkt. Es ist ja auch schwierig sich zu motivieren, wenn die konkrete Perspektive fehlt.“ Prinzipiell sind alle Übungen auf zwei Quadratmeter im eigenen Wohnzimmer durchführbar, in Zeiten wie diesen empfiehlt Gschaider zur Verbesserung der Motivation ein virtuelles Mannschaftstraining: „Man kann sich online zum Training verabreden und die Trainingseinheiten vor dem Handy oder dem Laptop gemeinsam durchführen. Das stärkt den Zusammenhalt.“

Aktuell arbeiten Gschaider und sein Team an der Markteinführung in England: „Das ist ein enormer Aufwand, schließlich muss nicht nur alles übersetzt werden, sondern auch die Videos neu vertont werden.“ Einzelne Downloads gab es bereits jetzt in aller Herren Länder, aber bislang waren Deutschland, Österreich und die Schweiz das Kerngebiet, mit der englischen Version könnte der App auch international der Durchbruch gelingen.

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