FUSSBALL-KREISLIGA 1

Der Hammer: Spitzenreiter TuS Prien feuert den Trainer!

Christoph Ewertz ist überraschend nicht mehr Trainer beim TuS Prien. Ruprecht
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Christoph Ewertz ist überraschend nicht mehr Trainer beim TuS Prien. Ruprecht

Prien – Dass die Trainer heutzutage auch in der Kreisliga gewechselt werden, ist keine Besonderheit mehr.

Nicht alltäglich ist aber, was in dieser Woche in der Fußball-Kreisliga 1 passiert ist. Dort hat sich nämlich der Tabellenführer TuS Prien von seinem Übungsleiter Christoph Ewertz getrennt, wie die OVB-Heimatzeitungen exklusiv erfahren haben. War es der Fehlstart mit einem mageren 0:0 gegen Abstiegskandidat SB Rosenheim II und der Niederlage in Edling? Oder die Disziplinlosigkeit mit drei Platzverweisen beim Auftritt in Edling? Der überraschende Trainerwechsel wirft in jedem Fall Fragen auf. „Mir wurde am Montagabend mitgeteilt, dass ich nicht mehr Trainer bin“, sagte Ewertz in einem Telefonat mit der OVB-Sportredaktion. Für ihn sei diese Entscheidung „völlig unverständlich und aus heiterem Himmel heraus“ gekommen, so Ewertz weiter. Man habe das Saisonziel, nicht im unteren Drittel zu spielen, erreicht und könne den Traum vom Aufstieg noch verwirklichen. „Ich möchte mich aber bei den Verantwortlichen, dem Umfeld und den Spielern für eine schöne Zeit bedanken und bin jetzt auf der Suche nach einem neuen Verein“, meint der ehemalige TuS-Coach, der in Prien mit dem Nichtabstieg in der vergangenen Saison und dem aktuellen ersten Platz sehr erfolgreich gearbeitet hatte. „Christoph hat die Mannschaft in einer sehr schwierigen Lage übernommen und einen guten Job gemacht“, meint dann auch Priens Abteilungsleiterin Andrea Fischer. Wa rum dann die Trennung? „Wir waren uns in der Winterpause schon uneins über die zukünftige Ausrichtung im sportlichen Bereich“, so Fischer weiter, „und nach einer durchwachsenen Vorbereitung und dem Fehlstart in der Liga sehe ich die Möglichkeit, noch einmal Akzente im Kampf um die Meisterschaft zu setzen. Wir bedanken uns aber bei Christoph und wünschen ihm alles Gute für seine weitere sportliche Laufbahn“. Im Sommer soll also ein neuer Trainer die Mannen vom Chiemsee führen, die Tabellenführung verteidigen soll vorerst Michael Hartl als Interimscoach bis zum Saisonende. Der 35-Jährige war lange aktiv als Spieler und betreute auch schon die „Zweite“ der Priener.

Seinen ersten Auftritt als Cheftrainer hat Hartl am heutigen Samstag ab 16.15 Uhr vor heimischer Kulisse gegen den abstiegsbedrohten SV Amerang. Ein Sieg ist für die Priener nun Pflicht. Hartl muss auf die rotgesperrten Toni Stix und Franz Anzinger sowie die langzeitverletzten Georg Hartl und Nicolai Estermann verzichten.

Den Spieltag eröffnen ab 14 Uhr der TuS Raubling und der SV Ostermünchen. In der Hinrunde unterlag der TuS dem Bezirksliga-Absteiger mit 1:2, für die Inntaler ist es also Zeit für eine Wiedergutmachung. Raubling startete mit einem 4:1 über den abstiegsbedrohten SV Riedering zunächst solide in die Frühjahrsrunde, musste sich aber vor Wochenfrist knapp mit 1:2 in Bad Endorf geschlagen geben. Auch hier besteht also Gelegenheit, verlorene Zähler zurückzuholen. Ein besonderes Spiel ist es noch immer für den scheidenden SVO-Coach Manfred Thaler, der ja viele Jahre in Raubling als Spieler und Trainer aktiv war.

Zwei Priener Konkurrenten stehen heute gegen Abstiegskandidaten auf dem Prüfstand: Um 15 Uhr empfängt der SV Bruckmühl die zweite Mannschaft vom SB/DJK Rosenheim und hofft, nach dem Fehlstart in die Frühjahrsrunde wieder loszulegen. Um 16 Uhr gastiert der TSV Bad Endorf beim SV Seeon/Seebruck. Die Mannen aus der Kur stadt wollen nach zwei Erfolgen zu Hause nun in Seebruck den dritten Sieg seit der Winterpause erringen.

Zwei Sieger vom vergangenen Wochenende stehen sich am Samstag um 18 Uhr gegenüber, wenn der TSV Peterskirchen im Mörntal-Stadion den DJK-SV Edling erwartet.

Zwei Spiele, die ebenfalls für die Tabellenspitze von Bedeutung sind, finden am Sonntag statt. Um 14 Uhr ist der ASV Großholzhausen beim SV Riedering zu Gast. Während die Hausherren Punkte für den Klassenerhalt benötigen, brauchen die Gäste aus dem Inntal einen Sieg, um wieder an die vorderen Ränge heranzukommen.

Und um 15 Uhr gibt der SV Westerndorf beim FC Grünthal in Unterreit seine Visitenkarte ab. Die Westerndorfer Melnik-Elf hat seit der Winterpause zwei Spiele gewonnen, hat dabei satte acht Tore erzielt und noch keinen Treffer hinnehmen müssen. Sollte man auch in Grünthal gewinnen, ist der SVW wohl der heißeste Titelanwärter. tn

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