2. VOLLEYBALL-BUNDESLIGA SÜD

Hammelburg eine Nummer zu groß – Mühldorfs Volleyballer verlieren Heimspiel 0:3

Hammelburgs Nummer zwei, Moritz Rauber (rechts im Angriff) spielte eine solide Partie. Im dritten Satz jedoch verletzte sich jedoch der Außenangreifer, zog sich offenbar einen Bänderriss zu.
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Hammelburgs Nummer zwei, Moritz Rauber (rechts im Angriff) spielte eine solide Partie. Im dritten Satz jedoch verletzte sich jedoch der Außenangreifer, zog sich offenbar einen Bänderriss zu.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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„Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, Hammelburg nicht. So gewinnt man dann auch kein Spiel“, lautete das nüchterne Fazit von Mühldorfs Trainer Michi Mayer nach der klaren 0:3-Heimniederlage gegen Hammelburg.

Mühldorf – Das lief nicht rund: Dass das Heimspiel in der 2. Volleyball-Bundesliga gegen den Tabellendritten aus Hammelburg kein Spaziergang werden würde, war schon vor dem Spiel klar. Entsprechend bescheiden war Mühldorfs Trainer vor der Partie, hatte die großartigen Angreifer der Hammelburger gewürdigt.

Die 0:3-Niederlage aber hätte nicht sein müssen, denn Mühldorf war phasenweise dran, führte in zwei Durchgängen sogar. Doch jede Menge Eigenfehlerder Innstädter ließen am Ende die Hammelburger jubeln, die sich mit 25:23, 25:15 und 29:27 durchsetzten.

16-jähriger Fritz Vähning in der Startformation

„Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, Hammelburg nicht. So gewinnt man dann auch kein Spiel“, lautete das nüchterne Fazit von Mühldorfs Trainer Michi Mayer. Er ließ den erst 16-jährigen Fritz Vähning anstelle des verletzten Tom Brandstetter in der Startformation auflaufen. Über die Mitte vertraute Mayer diesmal wieder auf seine beiden Stammspieler Florian Gschwendtner und David Fecko. Fabian Bartsch sollte an seine Leistung der Vorwoche im Außenangriff anknüpfen, Tobi Besenböck über Diagonal punkten.

Bis zum 16:16 befand sich Mühldorf noch auf Augenhöhe

Mühldorf begann dann auch recht couragiert, Zuspieler Alex Brandstetter setzte mit seinem schnellen Zuspiel vor allem seine Mittelblocker ein, vor allem David Fecko, der in der Vorwoche gegen Dresden zweitbester Scorer aus Seiten der Mühldorfer war. Das Konzept schien aufzugehen, lange hielt Mühldorf in diesem ersten Satz mit, wenngleich Fabian Bartsch diesmal nicht die Durchschlagskraft der Vorwoche entwickeln konnte.

Lesen Sie auch: Und dann drehte Fabian Bartsch das Spiel

„Auf ihn richten wir unseren Fokus“, hatte Hammelburgs Trainer Philipp Fischer vor dem Spiel noch erklärt. Tatsächlich hinderte der Gästeblock dann Bartsch konsequent daran, Punkte zu sammeln. Bis zum 16:16 befand sich Mühldorf noch auf Augenhöhe, ließ aber zu diesem Zeitpunkt bereits Schwächen im Aufschlag erkennen, während Hammelburg mit einem cleveren Service die Mühldorfer Annahme forderte. Bei einer Führung von 21:20 schaffte Luca Dierks die Wende für Hammelburg, als er bei seinem Aufschlag für drei Satzbälle sorgte (21:24). Zwei davon wehrte Mühldorf ab, den dritten verwandelten die Franken dann (23:25).

In Durchgang zwei schnell im Hintertreffen

Mühldorf änderte nichts an der Aufstellung, befand sich aber in Durchgang zwei schnell im Hintertreffen, nachdem Hammelburgs stärkster Angreifer Lorenz Karlitzek hart aufgeschlagen hatte und auch die Angriffe der Hammelburger immer das Loch in der Mühldorfer Verteidigung fanden. Mit Power Tips, also vielen gelegten Bällen, stellten die Hammelburger Mühldorf vor große Herausforderungen.

„Wir hatten uns in der Abwehr eher auf die harten Angriffe eingestellt und die kurze Abwehr vernachlässigt“ erklärte Zuspieler Alex Brandstetter nach einem Spiel, in dessen zweiten Satz die Mühldorfer keinen Stich machten. Viel zu viele Aufschläge landeten im Aus, Hammelburg enteilte den Mühldorfern (10:19), Mayers Einwechslungen – Luis Großmann für Flo Gschwendtner und Tim Aust für Tobias Beseböck und Fabian Liemer für Alex Brandstetter – fruchteten nicht. Ein klares 15:25 wardie Folge.

Mühldorf zeigte Moral

Erst im dritten Satz kehrte bei Mühldorf die Motivation zurück. Einen 1:4-Rückstand wandelte der TSV, der mit Luis Großmann anstelle von Flo Gschwendtner begonnen hatte, zur 9:6-Führung um, er hielt den Vorsprung bis zum 12:9, als erst Lars Benner mit cleveren Aufschlägen die Mühldorfer unter Druck setzte und danach Lorenz Karlitzek hart servierte und damit die Führung wechselte (12:13). Mühldorf zeigte Moral, stemmte sich mit allem dagegen, wehrte nun auch besser ab und punktete nun auch am Netz.

Schockmoment im dritten Satz

Bei einer 23:21 dann der Schockmoment, als Hammelburgs Moritz Rauber nach einem Block vor Schmerzen schreiend am Boden liegen geblieben war. Er war mit dem Sprunggelenk umgeknickt, hat sich nach ersten Einschätzungen die Außenbänder gerissen. Für ihn kam Severin Hauke ins Spiel, das sich nun komplett wenden sollte.

Weil die Aufschläge der Mühldorfer im Aus landeten und Hammelburg Sieger bei langen Ballwechseln war, hieß es plötzlich Matchball für Hammelburg (23:24). Zweimal stemmte sich Mühldorf mit beherzten Netzaktionen dagegen, den dritten Matchball ließen sich die Hammelburger aber nicht mehr nehmen (29:27).

Hammelburg hält mit 62 Punkten Anschluss zum Zweiten aus Karlsruhe (63 Punkte), der am letzten Spieltag auf die Franken wartet. Die Mühldorf halten sich weiterhin auf Rang acht, hoffen darauf, dass nach dem Saisonfinale nächste Woche, wenn es zu Hause gegen Mainz und Leipzig geht, diesen einstelligen Tabellenplatz halten können.

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