Hallen-Farce: Verband sucht noch Teilnehmer für Kreismeisterschaft

Der TSV Eiselfing (in Grün) und der TSV Bad Endorfvertreten die Gruppe Chiem bei der Kreismeisterschaft am Dreikönigstag in Waging. Ruprecht

Waging – Zu einem Mini-Turnier könnte die Hallenfußball-Kreismeisterschaft um den „Lotto Bayern Hallencup 2020“ – nach Futsal-Regeln – werden: Für die Konkurrenz, die eigentlich ein Spektakel mit großer Tradition, festem Termin (Dreikönigstag) und hohem sportlichen Stellenwert ist, hatte Kreisspielleiter Hans Mayer (Petting) bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nur fünf Teammeldungen vorliegen.

Auf Anfrage bestätigte er auch, dass keine Qualifikation nötig war – im Gegensatz zu früheren Jahren, als nur die Besten des Rosenheimer Sparkassenpokals (Gruppe Chiem), der Ruperti-Meisterschaft (Gruppe Ruperti) und des Turniers um den Pokal des Werkes Gendorf (Gruppe Inn) aufs Kreismeisterschafts-Parkett durften.

Nicht am Ball ist am Montag in der Waginger Bergader-Sportarena, wo das Turnier zum ersten Mal über die Bühne geht, der TV Altötting. Dabei war der Kreisklassist noch bis Donnerstag fix eingeplant. „Wir spielen heuer nicht mit“, sagte Claus Uretschläger, beim TVA zuständig für die Herrenmannschaften. Nach Rücksprache mit den Verantwortlichen des Verbands gab Uretschläger bekannt: „Wir haben uns im Sommer für dieses Turnier vorangemeldet. Im Herbst gab es dann noch einmal eine Erinnerung, bei der wir uns abgemeldet haben. Das ist dann anscheinend nicht aus dem System genommen worden.“ Als Grund für ihr Fernbleiben nannten die Altöttinger Personalmangel.

So spielen am Montag in Waging also nur die beiden sehr hallenerfahrenen Favoriten TSV Bad Endorf (Bezirksliga Ost) und TuS Traunreut (Titelverteidiger/Kreisliga 2) sowie die drei Kreisklassisten TSV Eiselfing, TuS Mettenheim und SV Ruhpolding um den Titel beziehungsweise die beiden Startplätze für die „Oberbayerische“ am 11. Januar in Manching.

Endorf und Traunreut sind zwei Tage zuvor – also am heutigen Samstag – noch im Rosenheimer Sparkassenpokal am Ball, müssen sich also binnen kurzer Zeit von normalem Hallenfußball auf die Futsal-Variante umstellen. „Wir nehmen in Waging teil, um eine gute Rolle zu spielen“, sagt Traunreuts Coach Harry Mayer, „von den Namen her ist Endorf der Favorit. Aber in der Halle weiß man ja nie“.

Neuzugänge haben die Grün-Weißen aus der Kreisliga 2 im Winter nicht bekommen. „Schade, dass Luca Obirei nicht vom Bayernligisten SV Kirchanschöring zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist“, sagt der Traunreuter Chefanweiser. „Er will es dort noch einmal probieren.“

Im Endorfer Lager macht man keinerlei Geheimnis daraus, „dass wir uns wieder für die ,Oberbayerische‘ qualifizieren wollen, wo wir uns ja im letzten Jahr gut präsentiert haben und erst im Halbfinale ausgeschieden sind“, so Abteilungsleiter Alex Neiser. „Klar wollen wir wieder nach Manching“, betont er. Die Traunreuter, Kreismeister im Vorjahr beim Turnier in Garching, traten übrigens im Januar 2019 die weite Reise zur Bezirksmeisterschaft nicht an, weil man wegen der Schneemassen im Chiemgau problematische Straßenverhältnisse befürchtet hatte.

„Der Spaß soll im Vordergrund stehen“, ergänzt Neiser, „aber wir haben ausgezeichnete Hallenkicker, die man für so ein Turnier gar nicht erst motivieren muss. Die Jungs haben richtig Bock und wollen ganz sicher weiterkommen“.

Die Underdogs aus Eiselfing (im Vorjahr Zweiter beim Niedermaier-Futsal-Cup in Bad Endorf), Ruhpolding (im Vorjahr Dritter der Ruperti-Meisterschaft) und Mettenheim werden sicher alles daran setzen, den Favoriten bei der im Modus „Jeder gegen jeden“ durchgeführten Konkurrenz das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Übrigens: Hans Mayer ist noch auf der Suche nach einem sechsten Team, das für den TVA einspringt. „Wenn sich noch jemand rechtzeitig meldet, am besten gleich am Samstag, würde ich mich sehr freuen“, so der Turnierchef. Für ein attraktives Rahmenprogramm wurde gesorgt: So wird die Kimberly-Showgruppe des TSV Waging auftreten. cs/fa/tn

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