„Härter als der Rest arbeiten“

Nikolaj Madsen will vorangehen.

Rosenheim – Für den Fußball-Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim ist Nicolaj Madsen ein absoluter Glücksgriff – auf dem Feld ist er praktisch überall zu finden, sorgt für Stabilität im Zentrum und ist mit seiner Erfahrung ein wichtiger Halt im jungen Team.

Im Sommer wurde der 31-jährige Däne nach acht Monaten ohne Verein von der SpVgg Unterhaching verpflichtet und direkt an 1860 weiterverliehen.

Welche Geschichte steckt hinter Ihrem Wechsel von Dänemarks erster Liga zum TSV 1860 Rosenheim?

Es ist tatsächlich eine ungewöhnliche Geschichte. Zusammen mit meiner Freundin, die beim FC Bayern München in der Frauen-Bundesliga spielt, bin ich vor knapp einem Jahr nach München gezogen. Nach acht vereinslosen Monaten kam dann über Umwege der Kontakt zu Steffen Galm, Sportdirektor der SpVgg Unterhaching, zustande. Nach dem ersten Training und sehr guten Gesprächen im Anschluss haben wir uns darauf geeinigt, dass ich zunächst zum TSV 1860 Rosenheim verliehen werde. In der Regionalliga kann ich nach langer Pause wieder Spielpraxis sammeln, fit werden und mich auf hohem Niveau beweisen.

Zeit zur Akklimatisierung blieb nicht. Ohne großen Anlauf mussten Sie sofort ran.

Es war klar, dass ich nach so langer Zeit ohne Wettkampfpraxis etwas Zeit benötigen würde, um in Form zu kommen. Zumal Fußballspielen ohne konditionelle Grundlagen für einen 31-Jährigen auch die Gefahr von Verletzungen mit sich bringt. Für das junge Team war es jedoch enorm wichtig, einen weiteren, erfahrenen Führungsspieler auf dem Feld zu wissen. Das fußballerische Potenzial ist im Vergleich zu anderen Teams der Liga zweifelsfrei vorhanden, die Erfahrung in manchen Situationen macht manchmal noch den Unterschied.

Liegt Ihnen die Position des Führungsspielers?

Ich denke schon. Bereits mit 22 Jahren war ich Kapitän in Dänemarks 2. Liga und wenig später Vize-Kapitän in der 1. Liga. Voranzugehen ist Teil meiner Persönlichkeit – auf und neben dem Platz.

Mittlerweile steht der TSV auf einem Relegationsrang. Was muss sich in der Rückrunde ändern?

Wir müssen in erster Linie versuchen, unnötige Fehler zu vermeiden. Wir waren bisher in keinem Spiel komplett unterlegen – meistens waren es nur Kleinigkeiten, warum wir letzten Endes die Partien verloren haben. In der Vorbereitung und in der Rückrunde müssen wir an diesen Details arbeiten und uns einer Sache bewusst werden: Wir stecken im Abstiegskampf und müssen deshalb härter als der Rest an uns arbeiten. Dann haben wir gute Chancen, da wieder rauszukommen.

Zum letzten Spiel 2019 geht es nach Schweinfurt. Eine Herkules-Aufgabe?

Schweinfurt ist eine sehr gute Mannschaft. Für mich ist jedoch zweitrangig, wo sie in der Tabelle stehen, welche Top-Spieler in ihrem Team sind, oder ob sie unter professionellen Bedingungen arbeiten können. Mich interessiert unser Team – und wenn wir wieder so auftreten wie gegen Illertissen und als Team agieren, ist in jedem Spiel etwas möglich. Interview: Pointvogel

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