Große Titelkämpfe bei den Seglern und Surfern: Drei Deutsche Meisterschaften im Chiemgau

Die Kielzugvogelklasse wird am Waginger See um die Deutsche Meisterschaft wetteifern.
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Die Kielzugvogelklasse wird am Waginger See um die Deutsche Meisterschaft wetteifern.

Auch wenn das Regattasegeln durch die Corona-Krise auf den bayerischen Seen ziemlich eingeschränkt wurde, wollen die beteiligten Segel- und Surfclubs die für September geplanten Meisterschaften durchführen.

Waging/Chiemsee– Drei deutsche Meisterschaften finden im Chiemgau statt. Der Waginger Segelclub veranstaltet die IDM der Kielzugvöge, die IDM der 505er findet beim Wassersportverein Fraueninsel statt und aAuch der Regatta-Surf-Club Chiemsee will die im Oktober geplanten Wettbewerbe inklusive der Deutschen Meisterschaft, veranstalten. Nur die in Waging vorgesehene Feier „60 Jahre Kielzugvogel“ wird heuer nicht durchgeführt.

IDM 2020 der Kielzugvogelklasse vom 1. bis 5. September

Höhepunkt der Regatten am Waginger See wird heuer die vom WSC veranstaltete IDM 2020 der Kielzugvogelklasse vom 1. bis 5. September sein – ein starkes Event für Kielzugvogel-Segler. Und am 29./30. August, also direkt vor der Meisterschaft, findet die traditionelle Dr.-Rösch-Gedächtnisregatta statt. Bereits seit dem Jahr 1962 gibt es beim Waginger Segelclub Veranstaltungen für die Kielzugvogel-Klasse. Nach den Jahren 1985, 1995, 2005 und 2010 richtet der Waginger Segelclub nun bereits zum fünften Mal eine IDM dieser Bootsklasse aus. Zehn Wettfahrten sind unter Wettfahrtleiter Christian Huber vorgesehen. Es werden etwa 30, teils hochkarätige Mannschaften erwartet. Es kommen die besten Drei der IDM 2019 in Berlin, der Deutsche Meister Alexander Morgenstern vom Duisburger YC, Jürgen Reichardt von der SG Essen-Heisingen und Frank Suchanek vom SK Bayer Uerdingen. Auch starke Bayern sind vertreten: Stefan und Herbert Kujan vom Forggensee, Gerhard Zimmerly vom SC Staffelsee und die Waginger Alexander Knoll, Leonhard Mader und Stefan Hartel.

1960 eine kostengünstige, 5,80 Meter lange Wanderjolle konstruiert

Auf Initiative der ‚Yacht‘ hatte Ernst Lehfeld im Jahr 1960 eine kostengünstige, 5,80 Meter lange Wanderjolle konstruiert. Das Boot sollte gutmütig und stabil sein. Neben der Version mit Schwert sollte es auch eine kentersichere Variante mit Ballastkiel geben, den Kielzugvogel. Schnell entwickelte sich eine lebendige Regattaszene. In den 1960er-Jahren wurde die Einführung von Spinnaker und Trapez diskutiert, jedoch abgelehnt.

Auf dem Chiemsee wird die IDM der schnellen 505er ausgesegelt.

Beim traditionsreichen Wassersportverein Fraueninsel wird auf dem Chiemsee vom 17. bis 20. September die IDM der schnellen 505er ausgesegelt. Wettfahrtleiter wird Karl-Heinz „Charly“ Zipfer sein, zwölf Wettfahrten sind vorgesehen. Nach derzeitigem Stand werden etwa 25 bis 30 Mannschaften an den Start gehen. Von den zehn Erstplatzierten der letzten Meisterschaft in Travemünde kommen vier Teams: Vizemeister Alexander Holzapfel vom Postsportverein Koblenz, der Vierte Timon Treichel vom Düsseldorfer YC, Joseph Schütte vom Kieler YC und Anna Hauschild vom SC Seddin/Berlin. Der 505er ist eine internationale Zweimann-Jolle. Ihr Name entspricht ihrer Länge von 5,05 Metern. „Fiven“ gelten als sehr schnell, wendig und sind für anspruchsvolle Regattasegler bestens geeignet. Der Entwurf stammt vom Briten John Westell. Der 505er hat inzwischen eine große Verbreitung; so wurden bis 2012 insgesamt 9100 Boote registriert. In Deutschland nehmen seit einigen Jahren rund 100 Teilnehmer an mindestens drei Ranglistenregatten teil, die Anzahl der Boote beläuft sich insgesamt auf etwa 200. Schwerpunkte sind der norddeutsche Raum, Berlin und Bayern. Die WM 2012 in La Rochelle hatte mit 190 Booten die größte Beteiligung, die es je bei einer 505er-WM gegeben hat. ni

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