NIEDERLAGE FÜR DIE MÜHLDORFER

Gewaltiger Block aus Thüringen: Kein Glück gegen Gothas große Gräten

Robert Werner greift an, Mühldorf war dran (im Block MVP Alex Brandstetter und David Fecko), aber lange nicht so bissig wie in den Partien vorher. Am Ende stand ein relativ klares 0:3 für Gotha.
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Robert Werner greift an, Mühldorf war dran (im Block MVP Alex Brandstetter und David Fecko), aber lange nicht so bissig wie in den Partien vorher. Am Ende stand ein relativ klares 0:3 für Gotha.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Volleyball-Bundesliga: TSV Mühldorf bleibt beim 0:3 gegen „Blue Volleys“ hinter den Erwartungen zurück. Tobi Besenböck feiert Premiere im Trikot der Mühldorfer

Mühldorf – Fünf Spieler über zwei Meter groß, eine exzellente Athletik und dann auch noch weitgehend fehlerfrei: Verdient holte sich der VC Gotha im Auswärtsspiel der 2. Volleyball-Bundesliga beim TSV Mühldorf den Sieg. Klar mit 3:0 wiesen die Thüringer die Gastgeber aus der Innstadt in die Schranken. Beim 20:25, 19:25 und 21:25 waren es zu viele Eigenfehler der Mühldorfer, die am Ende der Gothaer jubeln ließen. Der Aufsteiger aus Mühldorf hatte aber auch einen rabenschwarzen Tag erwischt. Quer durch die Mannschaft gab es eine hohe Eigenfehlerquote, es hakte an allen Ecken und Enden.

So viele Eigenfehler sind atypisch für TSV

War Gotha an diesem Tag eine Nummer zu groß für Mühldorf? „Nein“, sagt Trainer Michi Mayer nach einigem Zögern, „wir können die Partie auch gewinnen. Leider haben wir sehr, sehr schlecht gespielt. Viel zu viele Eigenfehler haben wir gemacht, was eigentlich atypisch für die Mühldorfer Mannschaft ist. Wir sind einfach nicht ins Spiel gekommen!“

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Mühldorfer lassen sich durch umstrittene Entscheidung aus der Bahn werfen

Dabei sah es in der Anfangsphase der Partie gar nicht so schlecht aus. Mühldorf hielt gegen die „großen Gräten“, wie Michi Mayer die Gäste aus Gotha bezeichnet hatte, gut mit, war bis zum 17:16 auf Augenhöhe. Dann eine umstrittene Entscheidung zugunsten der Thüringer, 17:17 – und Mühldorf beginnt zu zaudern, spielt nicht mehr mit der letzten Konsequenz und verliert den Satz mit 20:25, nachdem Gothas bester an diesem Tag, Diagonalspieler Yann Böhme, mit drei harten Aufschlägen das Schicksal der Mühldorfer in Satz eins besiegelt hatte.

Starker Linkshänder stellt Mühldorf vor Probleme

Es war überhaupt das Spiel des starken Linkshänders auf der Diagonalposition, den die Mühldorfer einfach nicht in den Griff bekamen. Immer wieder tankte sich der 2,03 Meter große Hüne über Position zwei durch und forderte alles von der Mühldorfer Abwehr. Die hielt dagen, wo es nur ging, musste aber relativ schnell erkennen, dass die Gothaer auch zahlreiche harte Aufschläge aus Thüringen mitgebracht hatten. Bis zum 5:5 hielt Mühldorf mit, ehe Gotha das Heft in die Hand nahm.

Selbstkritischer Debütant im Mühldorfer Trikot

5:8 stand es, als Michi Mayer Mühldorfs Neuzugang, Debütant Tobias Besenböck über Außen für Hauke Ferch brachte. „Ich war schon ziemlich nervös. War ja auch meine Premiere in der zweiten Liga. Es war verdammt schwer diese großen Jungs zu blocken. Zu viele Eigenfehler auch von meiner Seite“, sagte der 18-jährige Dachauer selbstkritisch nach seiner Premiere im Mühldorfer Team. „Die schlagen über uns drüber auf fünf Meter. Da ist die Abwehr schon gefordert.“ An diesem Tag habe bei Gotha alles besser funktioniert als bei Mühldorf.

Schnelle Bälle sollten Gotha in Bedrängnis bringen

Doch Mühldorf blieb zunächst noch dran (10:11), konterte mit schnellen Bällen, die Zuspieler Alex Brandstetter aber nur dann zaubern konnte, wenn die Annahme passte. Dann aber wieder Unkonzentriertheiten gegen eine fehlerlos spielende Gothaer Mannschaft, die jede fehlende letzte Konsequenz im Angriff mit einem direkten Punktgewinn bestrafte. Beim 12:17 war klar: So einen Rückstand würde Gotha nicht mehr aus der Hand geben. Auch wenn Trainer Mayer mit Charles Kahn (für Flo Gschwendtner), Fabian Liemer (für Fabian Bartsch) und Firth Vähning (für Tom Brandstetter) alles in Waagschale warf, seinen Leistungsträger auf der anderen Seite eine Pause gönnte – da war nichts mehr zu holen (19:25).

6:3 in Führung – dann nimmt Gotha das Heft in die Hand

Vielleicht sollte ja die Wende in Durchgang drei kommen? Zu Beginn sah es jedenfalls danach aus: Mit 6:3 lagen die Mühldorfer in Front, als Yann Böhme am Aufschlag wieder sämtliche Hoffnung der Mühldorfer zunichtemachte (6:6) und die Gäste schnell wieder die Führung an sich rissen (7:8). Mühldorf blieb dran, konnte bis zum 17:17 die Partie ausgeglichen gestalten, nachdem beim Stand von 6:6 Fritz Vähning für Hauke Ferch gekommen war.

Gewaltiger Angriffe der großen Gothaer

Jetzt drehte Gotha richtig auf, griff gewaltig an und mit dem Jugendnationalspieler Anselm Rein im Aufschlag bauten die Gothaer ihre Führung auf 20:16 aus. Beim 20:21 keimte Hoffnung auf, dass Mühldorf das Spiel noch drehen konnte. Dann aber führten Abstimmungsprobleme und technische Fehler dazu, dass Gotha auf 23:20 enteilte. Den Sieg ließen sie sich nicht mehr nehmen. Symptomatisch an diesem Tag: Mit einem Hammeraufschlag beendet Gothas Bester, Yann Böhme die Partie (25:21).

Mayer: „Es war nicht so, dass wir chqncenlos gewesen wären!“

Michi Mayer war entsprechend betrübt: „Es war nicht so, dass wir chancenlos gewesen wären. Das hätte nicht 0:3 ausgehen müssen.“ Und Gothas Trainer Jonas Kronseder fand tröstende Worte: „Als Aufsteiger spielt Mühldorf eine sehr gute Saison, den Klassenerhalt dürften sie schon geschafft haben.“ Gotha allerdings will weiter nach oben, „am besten Platz drei oder vier“, so Kronseder. Und um diesem Ziel näher zu kommen, seien die drei Punkte sehr wichtig gewesen. Tatsächlich ist Gotha jetzt Vierter. Kronseder hat am Samstag aber auch erkannt: „Mühldorf war nicht in Topform, hat viele Eigenfehler produziert, und das hat uns in die Karten gespielt!“

Nächste Woche schon Revanche in Gotha

Für ihn war das ein wichtiger Sieg, auch um Mühldorf als Verfolger auf Platz sieben auf Distanz zu halten. Die Chance zur Revanche lässt übrigens nicht lange auf sich warten. Das Rückspiel steigt schon nächste Woche: Am Sonntag geht es nach Gotha, einen Tag zuvor gastieren die Mühldorfer beim Tabellenfünften Hammelburg.

Die Tabelle

  • 1. SSC Karlsruhe, 47:24 Sätze, 42 Punkte
  • 2. TSVGrafing, 47:22, 41
  • 3. TSV Mimmenhausen, 46:22, 40
  • 4. VC Gotha, 41:29, 35
  • 5. TV/DJK Hammelburg, 42:25, 34
  • 6. SV Schwaig, 38:30, 33
  • 7. TSV Mühldorf, 34:26, 28
  • 8. Leipzig, 31:28, 27
  • 9. VC Dresden, 31:38, 20
  • 10. FT Freiburg, 30:33, 20
  • 11. GSVE Delitzsch, 25:30, 18
  • 12. TuS Kriftel, 26:40, 15
  • 13. TV Bliesen, 17:41, 8
  • 14. TGM Mainz-Gonsenheim, 18:41, 8
  • 15. Friedrichshafen, 13:57, 3.

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