Gemüse raus, Sand rein: Hochklassige Schmetterschläge in der Tomatenhalle

Beachvolleyball im Winter? In der beheizten Halle des Gemüsebetriebs Steiner in Kirchweidach kein Problem. Der Sand kam aus Mühldorf. Kein Wunder, dass sich der Mühldorfer Drittliga-Spieler Fabian Bartsch (rechts) mit seinem Spielpartner Flo Schweikart pudelwohl fühlte. Für einen Stockerlplatz reichte es zwar nicht, doch am Ende freuten sich die beiden über Rang vier und wertvolle Ranglistenpunkte.

Strandflair auch im Winter: Fabian Bartsch vom TSV Mühldorf sammelt erste Ranglistenpunkte bei Spitzenturnier in Kirchweihdach. 300 Tonnen Sand hat der FC Kirchweihdach dafür in die Verpackhalle gekarrt

Mühldorf/Kirchweidach – Beachvolleyball im Winter – wer hat eigentlich behauptet, dass das nicht geht? In Kirchweidach trafen sich die besten Beachvolleyballer – nicht nur aus der Region. Sogar aus Frankfurt waren die Spieler angereist, um Punkte für die Deutsche Beachvolleyball-Rangliste zu sammeln. Und zwar bei den Offenen Bayerischen Indoor Beachvolleyball Meisterschaften. Das einzige Turnier der Kategorie 1+, das deutschlandweit im Winter stattfindet.

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Möglich gemacht hat das der Gemüsebetrieb Steiner in Kirchweidach. Dort wachsen normalerweise Tomaten, Gurken und Paprika in großen, wohlig warmen Gewächshäusern. Perfekte Bedingungen eben auch für Beachvolleyballer. Also haben die Kirchweidacher Volleyballer die Verpackungshalle umfunktioniert, 300 Tonnen Sand angeschafft und den wohl ersten überdachten Strand Oberbayerns aufgeschüttet.

Bei den „TomatOpen“ waren auch einige Spieler des TSV Mühldorf am Start. Im 16-Teilnehmerfeld versuchte Johannes Tille zusammen mit Benedikt Sagstetter (SC 53 Landshut) sein Glück; Drittliga-Angreifer Fabian Bartsch hatte sich Beach-Profi Florian Schweikart (DJK Augsburg Hochzoll), der zuletzt am Mühldorfer Beacheventmit Rang vier (2019) und Rang drei (2018) von sich Reden gemacht hatte, an die Seite geholt. Überraschend hatte sich auch der beiden Drittliga-Spieler Hauke Ferch mit dem ehemaligen Mühldorfer Daniel Müller ein Ticket über eine Qualifikation für die Runde der letzten Zwölf gesichert. Doch nach zwei Niederlagen – unter anderem gegen Sagstetter und Tille – war für Ferch und Müller das Turnier auch schon wieder beendet.

Tille wartete im Viertelfinale

Besser lief es für Bartsch und Schweikart, die gleich mit einem Paukenschlag die Gruppenphase eröffneten. Gegen den World-Tour-Spieler Florian Schnetzer (VCA Hypo Niederösterreich) und Eric Stadie (Vivantes Berlin), einem der besten deutschen Abwehrspieler, gewannen sie gleich ihr erstes hart umkämpftes Spiel mit 2:1. Nach einem 20:22-Satzverlust sorgten sie mit einem 21:16 für den Ausgleich, um schließlich im Entscheidungssatz mit 15:10 zu dominieren.

Ihr zweites Spiel gegen das Duo Yannic Beck (TSV GRafing) und Harry Schlegel (TSV Herrsching) verloren sie zwar mit 1:2 (21:23, 22:20, 12:15). Doch als Gruppen-Zweiter hatten sie den Einzug ins Viertelfinale gesichert. Es kam zum Aufeinandertreffen mit Johannes Tille und Bene Sagstetter, die ihre beiden Gruppenspiele gewonnen hatten. Diesmal aber hatten sie das Nachsehen: Bartsch/Schweikart sicherten sich mit einem 2:1 (21:16, 13:21, 15:12) das Ticket für das Halbfinale.

Chancenlos gegen späteren Turniersieger

Dort allerdings trafen die beiden mit den Profispielern Paul Becker und Georg Wolf (beides United Volleys Frankfurt) auf ihre Meister. Beim 0:2 gegen die späteren Turniersieger waren sie nahezu chancenlos (8:21, 15:21).

Also blieb noch die Hoffnung auf Platz drei. Im Spiel gegen die an Nummer vier gesetzten Manuel Harms (SV Fellbach) und Moritz Klein hielten Bartsch und Schweikart anfangs noch gut mit (18:21). Am Ende jedoch mussten sie mit 10:21 auch die Hoffnungen auf Rang drei begraben.

Guter Auftakt in die Beachsaison

Von Enttäuschung jedoch keine Spur: Denn mit dem ersten Beach-Volleyballturnier dieses Jahres haben Bartsch und Schweikart wertvolle Ranglistenpunkte als Basis für eine erfolgreiche Saison mitgenommen. 96 Punkte standen am Ende zu Buche. Zum Vergleich: Die Turniersieger freuten sich über jeweils 200 Punkte. Für Tille gab es immerhin noch 64 Zähler und Ferch sicherte sich 32. Und auch wenn Youngster und Drittliga-Rookie Kilian Nennhuber vom TSV Mühldorf bereits in der Qualifikation gescheitert war. 16 Punkte in der Kategorie A/B und 36 Zähler in der BVV-Jugend sind ihm dennoch nicht mehr zu nehmen. je

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